[•Célest•]
„Álvaro?" murmelte ich schläfrig, kaum hörbar. Meine Stimme klang rau, wie nach einem langen Traum. Oder einem Albtraum. Ich blinzelte benommen, tastete mit der Hand neben mich – doch da war niemand. Wo war ich?
Und wo war Álvaro? Langsam richtete ich mich auf, noch immer halb in den Schleiern des Schlafs gefangen. Es war dunkel im Zimmer. Nur der schwache Schein des Mondlichts fiel durch einen Spalt in den Vorhängen und warf silberne Streifen über das Bett.
Ich musste eingeschlafen sein. Wahrscheinlich nach dem Nervenzusammenbruch... draußen im Flur. Der bloße Gedanke daran ließ mir den Magen umschlagen.
Die Erinnerung daran, was ich gespürt hatte, was ich gesagt hatte... sie war noch da.
Nur leiser.
Als würde sie hinter einer Glasscheibe lauern und darauf warten, wieder laut zu werden. Ich atmete tief ein, ließ mich langsam zurück auf das Kissen sinken und zog die Decke fester um mich, als könnte sie mich vor der Realität beschützen.
„Was machen wir jetzt bloß...?" flüsterte ich in die Dunkelheit, kaum mehr als ein Gedanke, der sich in Worte verwandelte. Dann schloss ich die Augen – nicht weil ich schlafen wollte, sondern weil ich für einen Moment entspannen wollte.
Ich war einfach müde.
So unfassbar müde – von allem.
Wieso musste das Leben so schwer sein? So laut, so schmerzhaft, so unnachgiebig?
„Celést?" Ich zuckte zusammen, als hätte mich jemand aus einem zu dunklen Traum gerissen, und drehte mich langsam um. Gabriela stand im Türrahmen. Das Licht aus dem Flur warf einen schwachen Schein auf ihr Gesicht, genug, um den Ausdruck darin zu erkennen. „Du bist eben einfach gegangen..." flüsterte sie. Ihre Stimme war leise, brüchig – gefüllt mit der Angst, die ich selbst so gut kannte. Die in meiner Brust nistete wie ein wildes Tier. „Die Männer sind weg.Wir sitzen gerade zusammen... sprechen darüber, was wir jetzt tun sollen." Sie senkte kurz den Blick, dann deutete sie mit einem Nicken in Richtung Flur.
„Ich wollte fragen, ob du kommen willst. Wir sitzen in meinem Zimmer. Es gibt Essen... und Eis." Ein schwaches Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Ich nickte, richtete mich mühsam auf „Ich komm gleich", murmelte ich mit rauer Stimme. „Du musst nicht, wenn du nicht willst. Oder wenn du nicht kannst", sagte sie sanft. Ich holte tief Luft. Spürte, wie sich mein Rücken automatisch aufrichtete. „Ich werde kommen. Und ich kann kommen", sagte ich, fester diesmal. Härter. Vielleicht sogar trotzig.
Ich bin nicht schwach.
Ich bin nicht die Schwächste in dieser Gruppe.
Ich kann das.
Die anderen haben so viel mehr durchgemacht. Reiß dich zusammen. Hör auf, dich so zu benehmen.
Gabriela sah mich für einen Moment still an. Dann nickte sie nur.
„Okay. Du weißt ja, wo mein Zimmer ist." Ela hat ein eigenes Zimmer. Sie musste sich keins Teilen wie wir und irgendwo war ich neidisch, aber jetzt genieße ich die Zeit mit Álvaro.
Sie schloss leise die Tür hinter sich. Ich atmete tief durch und stand schließlich auf. Meine Beine waren schwer, mein Kopf pochte, aber ich bewegte mich. Im Badezimmer angekommen, stützte ich mich am Waschbecken ab und ließ eiskaltes Wasser über mein Gesicht laufen. Das Brennen auf der Haut war fast befreiend.
Ich hob den Blick. Der Spiegel zeigte mir ein Bild, das mir fremd vorkam.
Blasse Haut.
Trockene, aufgesprungene Lippen.
Augen... tot. Leer.
Sei einfach nur normal.
Lass dir nichts anmerken.
Alles ist okay. Ich atmete tief ein, drückte den Griff der Tür etwas fester, als nötig war, und lief schließlich rüber zu den anderen. Schon von draußen konnte ich das leise Getuschel hören – gedämpfte Stimmen, flüsternd, angespannt. Ich öffnete die Tür langsam und trat vorsichtig ein.„Hi", murmelte ich und spürte sofort, wie sich alle Blicke auf mich richteten.
Ich wagte es nicht, hochzuschauen. „Worüber sprecht ihr?" fragte ich und ließ mich auf das Bett fallen. Meine Hand griff fast automatisch nach einer Handvoll Chips, obwohl mein Magen sich bei dem Gedanken an Essen sofort zusammenzog.
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Amor a la Mafia
Romansa𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
