[•Celést•]
„Hat Carlos eigentlich Interesse an Ekta?" fragte ich leise, während ich die Zahl auf Álvaros Brust nachzeichnete. Er schüttelte langsam den Kopf. „Nein. Nicht das Interesse, sie zu heiraten." Ich runzelte die Stirn. „Also... er hat Interesse an einer intimen Beziehung mit ihr?" fragte ich verwirrt – und ehrlich gesagt, wenn das stimmen sollte, hätte ich stark das Bedürfnis, Carlos mal ordentlich die Meinung zu sagen. Wenn er wirklich nur das Eine von ihr will... obwohl er weiß, was sie durchgemacht hat... dann wird das ein Gespräch, das er nicht vergisst. Álvaro lachte leise, schüttelte wieder den Kopf. „Nein. Er will keine Beziehung mit ihr – nicht so. Aber er hat diesen starken Drang, sie zu beschützen. Auf seine Weise." Ich versuchte, das einzuordnen, runzelte wieder die Stirn. „Ich... verstehe. Glaube ich zumindest." Er strich mir sanft durchs Haar, beruhigend, fast ablenkend.
Es sind ein paar Tage vergangen seitdem Nervenzusammenbruch– und heute ist Silvester. Meine Schwiegereltern sind wieder da, das Haus wirkt wieder vollständiger. Eigentlich ist alles wie immer.
„Sag mal, Álvaro?"
„Ja, mi Amor?"
„Wie feiert ihr eigentlich Silvester?" fragte ich leise, während ich mit meinen Fingern eine kleine Falte in der Decke glattstrich.
„Unterschiedlich", sagte er ruhig. „Manchmal mit Freunden, mal bei Einladungen, ab und zu in einem Club... aber meistens mit der Familie. Dieses Jahr, mit euch hier – gemütlich zuhause, Abendessen, und dann sehen wir weiter."
Ich seufzte.
„Was ist los?" fragte er, sein Blick suchte meinen.
Ich hob nur leicht die Schultern. „Es ist einfach... anders. Silvester mit so vielen Leuten. Nicht schlecht, nur... irgendwie fremd."
Es war nicht wirklich schlimm – nur diese leise Unruhe in mir, dass Dinge nicht mehr so waren wie früher.
„Ist Natascha eigentlich auch da?"
Ein Schmunzeln blitzte kurz über sein Gesicht. „Heute stellst du wirklich viele Fragen, mi Amor."
Ich verdrehte die Augen.
„Ja, sie ist angekommen."
Na toll. Ohne sie war es deutlich ruhiger gewesen– vor allem für Amira. Jetzt, wo Santiago auch zurückkommt, wird dieses ewige Hin und Her zwischen ihr, Juan und ihm wohl wieder losgehen. Ich quietschte erschrocken, als Álvaro mich plötzlich zu sich zog und mich küsste. Es war warm, intensiv – vertraut. Ich erwiderte ihn sofort, seufzte leise, als seine Lippen an meinem Hals entlangfuhren.
„Álvaro..." murmelte ich.
Keine Antwort. Stattdessen wanderte seine Hand langsam unter mein Shirt.
„Álvaro", sagte ich fester, zog leicht an seinen Haaren, bis er innehielt. Er hob den Kopf, sah mich ernst an, seine Augen hafteten an meinen Lippen. Ich lächelte schwach, lehnte mich vor, strich mit meinen Lippen sacht über seine.
„Sí?" flüsterte er.
„Du musst ein paar Tage darauf verzichten", sagte ich leise, aber bestimmt. Ein frustriertes Stöhnen, dann ließ er sich mit dem Gesicht ins Kissen fallen. „Du bist gemein, mi Amor", murmelte er ins Kissen. Ich lachte leise. „Vielleicht ein bisschen." Er sah wieder zu mir, sein Blick weich, aber leicht genervt. „Wie kann es sein, dass du immer noch nicht schwanger bist?" Ich hob eine Augenbraue. „Willst du mich stressen?" „Nein, ich mein es ernst." Sagte er frustriert. „Manchmal bekommt man trotzdem seine Tage, auch wenn man schwanger ist", murmelte er.
Ich seufzte. „Ich bin nicht schwanger, Álvaro. Aber wenn's dich beruhigt, mach ich einen Test."
Er drehte sich stöhnend auf den Bauch, er war genervt und ich war erleichtert, ich wollte noch nicht schwanger sein.
Ich war erst 19 – und ehrlich gesagt, viel zu jung.
Ich denke nicht, dass ich jetzt schon Verantwortung für ein Kind übernehmen könnte, wenn ich selbst noch mit Dingen kämpfe.
Mit Ängsten, die mich manchmal überwältigen.
Mit Erinnerungen, die sich zu tief eingebrannt haben.
Mit Teilen meiner Vergangenheit, die ich immer noch nicht ganz verarbeitet habe.
Ich griff nach meinem Handy und sah auf die Uhr. 21:48 Uhr.
„Ich mach mich mal langsam fertig", sagte ich zu Álvaro und wartete keine Antwort ab.
Ich stand auf und verschwand im Badezimmer. Nichts ist anstrengender als Duschen während der Periode. Vor allem nicht am ersten Tag – da geht es noch, aber angenehm ist trotzdem anders.
Ich zog mich aus, stellte das Wasser ein und trat unter die Dusche. Das heiße Wasser prasselte auf mich herab, beruhigend. Nach einer Weile griff ich zu meinem Shampoo, das nach Honig und Blumen roch, und begann, meine Haare sorgfältig einzuschäumen. Danach folgte das Duschgel – dieselbe Routine wie immer. Als ich fertig war, trocknete ich mich ab, schlüpfte in meine Unterwäsche und eine kurze Hose, bevor ich ins Ankleidezimmer ging. „Du machst es mir echt schwer", rief Álvaro mir aus dem Schlafzimmer zu.
Ich verdrehte die Augen und schmunzelte. Ich ließ mich auf den Hocker vor meinem Schminktisch sinken, streckte meine Beine aus und begann, sie sorgfältig einzucremen – ebenso meine Arme, meinen Hals und meinen Bauch.
Doch kaum war ich damit fertig, stöhnte ich genervt auf.
Jetzt kommen noch Haare, Make-up, Outfit. Ich liebe es – wirklich. Aber jedes Mal, wenn ich anfange, will ich nicht mehr aufhören. Es macht einfach zu viel Spaß. Ich biss mir auf die Lippe, griff nach meinem Laptop, der noch auf der Ablage lag, und machte einen Film an – nur als Hintergrundgeräusch. Ein bisschen Gesellschaft beim Schönmachen.
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Amor a la Mafia
Jugendliteratur𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
