[•Celést•]
Müde streckte ich mich und fuhr mir durch meine langen, braunen Haare. Ich drehte mich zur Seite, doch statt Álvaros Wärme zu spüren, griff ich ins Leere. Langsam öffnete ich die Augen und blickte zu seiner Bettseite.
Leer.
Ich richtete mich auf und ließ meinen Blick durchs Zimmer schweifen. Nichts. Auch aus dem Bad hörte ich kein Geräusch. Verwundert schlüpfte ich in meine Hausschuhe, zog meinen Morgenmantel über und machte mich auf den Weg ins Bad. Dort kämmte ich meine Haare, putzte mir die Zähne und verließ dann das Zimmer.
Kaum trat ich nach draußen, bemerkte ich, dass die Yacht an einem Hafen angelegt hatte. Der Geruch von Salz und frischem Fisch lag in der Luft. Ich blieb kurz stehen, streckte mich und schloss die Augen. Die warme Morgensonne auf meiner Haut fühlte sich so gut an, dass ich für einen Moment vergaß, dass ich Álvaro überhaupt suchen wollte.
Doch dann riss ich mich zusammen und machte mich auf den Weg. Ich lief die zwei Treppenstufen hinunter und steuerte sein Büro an. Mit einer schnellen Bewegung öffnete ich die Tür und hüpfte die letzten Stufen hinab. Hoffentlich ist er hier.
Denn ehrlich gesagt hatte ich keine Lust, wieder hochzulaufen, auch wenn ich es vermutlich sowieso tun musste.
Als ich den langen Gang entlanglief, fiel mir auf, dass die Tür zu Álvaros Büro offenstand – etwas, das in den letzten Tagen nie der Fall gewesen war.
„Legt mir die Akte über Sofia auf den Schreibtisch. Wenn ich zurückkomme, will ich, dass sie da liegt."
Seine Stimme klang kühl und kontrolliert, doch seine Worte ließen mich erstarren. Meine Finger krallten sich in den Türrahmen, als ich seinen durchtrainierten Rücken betrachtete. „Und fragt Natascha weiter aus. Sie kann nicht weiter schweigen." Meine Brust zog sich zusammen, als hätte er mir die Luft aus den Lungen gepresst. Er wollte was?
In diesem Moment drehte Álvaro sich um, als hätte er meinen Blick auf sich gespürt. Unsere Augen trafen sich – seine angespannt, meine voller Enttäuschung. Dann wandte er sich wieder ab.
„Ich muss auflegen." Er legte sein Telefon beiseite und sah mich erneut an. „Celést." Seine Stimme war ruhig, aber seine Körperhaltung verriet Anspannung. „Das ist nicht dein Ernst, oder?" Wut schoss durch meine Adern, als ich einen Schritt in das Büro trat. „Ich erzähle dir von meiner Freundin. Von ihrem Tod! Und du schickst deine verdammten Lakaien los, um alles über sie herauszufinden?!". Ich drehte mich abrupt um und stürmte aus dem Raum. Hinter mir hörte ich seine Stimme, er rief nach mir – laut, fast verzweifelt –, doch ich rannte weiter. Die kalte Metallleiter unter meinen Füßen vibrierte, als ich hinunterkletterte. Endlich spürte ich festen Boden unter mir. „Wohin willst du?" schrie er mir hinterher.
Ich ignorierte ihn und setzte meinen Weg fort, doch dann spürte ich plötzlich eine starke Hand an meinem Arm. Álvaro drehte mich mit grober Kraft zu sich herum.
„Weg von dir!" zischte ich und riss mich los. Ich wollte mich umdrehen und einfach verschwinden, doch stattdessen blieb ich stehen und wirbelte erneut zu ihm herum. „Du hast keinen verdammten Grund, sauer auf mich zu sein! Und falls du wissen willst, wo ich bin, frag deine Lakaien oder ort mich einfach." Wütend deutete ich auf meinen Ring. Dann drehte ich mich auf dem Absatz um und lief los, ohne mich noch einmal umzusehen. Ich spürte die Blicke der Menschen auf mir , wahrscheinlich wegen meines Auftritts in Morgenmantel, Schlafkleid und Hausschuhen. Aber das war mir in diesem Moment egal.
Ich wollte nur weg. Von ihm.
Die Männer starrten mich an, während die Frauen mich nur abschätzig musterten. Ihre Blicke bohrten sich in mich, doch ich ignorierte sie und setzte mich an den Rand eines Brunnens. Mein Gesicht vergrub ich in meinen Händen. Dieser Tag konnte doch nur noch schlimmer werden. Ich hatte noch nicht einmal gefrühstückt.
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Amor a la Mafia
Teen Fiction𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
