[•Celést•]
Francesco.
Blut
Sturz.
Blut.
Blau.
Blut
Álvaro.
Blut.
So viel Blut.
Zu viel. Ich wollte nie sterben. Ich wollte leben. Immer. Selbst in Momenten tiefster Verzweiflung, wenn mich die Dunkelheit zu verschlingen drohte, wenn Gedanken an das Ende mich streiften – da war immer ein kleines Licht. Ein Funke Hoffnung. Etwas in mir weigerte sich, aufzugeben. Selbst wenn ich an der Kante stand, mit zitternden Fingern und brennender Kehle – ich sprang nie. Denn eine einzige Zeile sollte nie mein letzter Satz sein.
Nicht so. Nicht auf diese Art.
Doch jetzt... in diesem Moment, wo das Bewusstsein langsam zurückkehrt, wo die Realität mich einholt – unbarmherzig, kalt, brennend –, spüre ich nichts mehr von dieser Hoffnung.
Nur Leere.
Schmerz.
Verlust.
Und den tiefen, erbarmungslosen Wunsch, dass es endet. Dass ich endlich loslassen darf. Sterben darf. Denn das, was von mir übrig ist fühlt sich nicht mehr lebendig an.
Mein ganzer Körper brannte vor Schmerz.
Es fühlte sich an, als hätte man mich aus großer Höhe gestoßen, meine Knochen nacheinander zerschmettert und mich dann mit billigen Klebestreifen notdürftig wieder zusammengesetzt. Ich konnte mich nicht rühren – aber ich wusste, dass der Schmerz da war. Jeder Atemzug brannte in meiner Lunge, als würde ich durch zerbrochenes Glas atmen. Mein Gesicht pochte, als hätte man es mit einem Ziegelstein bearbeitet. Und mein Kopf... er dröhnte, vibrierte, pulsierte – ein einziger dumpfer Schmerz, der sich ausdehnte, wie ein Presslufthammer in meinem Schädel. Doch nichts – gar nichts – kam dem Schmerz in meinem Bauch auch nur nahe. Es war ein Schmerz, den man nicht in Worte fassen konnte. Kein Vergleich wurde ihm gerecht. Kein Laut reichte aus, um das zu beschreiben, was sich da in mir abspielte.
Langsam, zögerlich, öffnete ich die Augen – nur um sie sofort wieder zusammenzukneifen, als grelles Licht wie Messer durch meine Lider schnitt. Ich versuchte es erneut, blinzelte, ließ meine Pupillen sich anpassen.
Weiß. Alles war weiß. Eine sterile Wand.
Langsam drehte ich den Kopf – jeder Millimeter war eine Qual. Stühle. Tische. Eine Couch.
Ein Raum, der kalt und fremd wirkte.
Benommen richtete ich mich langsam ein Stück auf. Mein Hals brannte – trocken, als hätte ich Staub geschluckt. Ich schluckte schwer, versuchte den Schmerz hinunterzudrücken, so gut es ging. Der Geruch von Desinfektionsmittel lag in der Luft. Und etwas Zitrone
Ein leises Piepen drang an mein Ohr – dumpf, kaum wahrnehmbar, und doch in der gespenstischen Stille des Raumes unüberhörbar.
Ich drehte meinen Kopf langsam in die Richtung des Geräuschs und entdeckte das Gerät, das meinen Herzschlag und Blutdruck aufzeichnete. Die Linien zuckten in regelmäßigen Abständen über den Monitor. Ohne lange nachzudenken, griff ich nach den Kabeln und löste sie hastig von meinem Körper, ebenso die Kanüle, die in meiner Vene steckte und mir über einen Tropf Flüssigkeit verabreichte. Ich zuckte zusammen, als das Metall aus meiner Haut glitt, doch ich ließ mich davon nicht aufhalten. Ich wusste nicht, wo ich war – ein Krankenhaus vielleicht? Eine Klinik?
Aber wo waren die anderen?
Wo waren sie?
Ich musste sie finden!
Getrieben von diesem Gedanken und mit zitternden Beinen schwang ich meine Beine aus dem Bett, stemmte mich mühsam nach oben. Alles drehte sich. Ein Schwindel packte mich, raubte mir fast den Boden unter den Füßen, aber ich zwang mich aufrecht zu bleiben. Ich wankte zur Tür, riss sie mit zitternder Hand auf und stolperte hinaus in einen langen, fremden Flur. Gänge. Endlose Gänge.
Rechts. Links. Wieder rechts. Ich lief – taumelnd, mit schmerzverzerrtem Gesicht und dem pochenden Ziehen in meinem Unterleib, das mich bei jedem Schritt durchfuhr. Aber ich ignorierte es. Ich musste weitermachen. Ich warf einen Blick durch geöffnete Türen, spähte in jeden Raum, hoffte auf ein bekanntes Gesicht, auf irgendein Geräusch – aber es war niemand da.
Kein Laut.
Keine Stimme.
Nur Stille.
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Amor a la Mafia
Teen Fiction𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
