[•Celést•]
„Mi Amor..." Álvaros Stimme klang sanft, aber bestimmt. „Mi Amor, steh auf."
Ich brummte genervt und seufzte, während ich mich noch näher an ihn kuschelte. Er war so warm. Seine Finger fuhren sanft durch mein braunes Haar, und ehe ich mich versah, spürte ich seine Lippen auf meinem Kiefer, meinen Wangen, meinem Hals – leichte, zärtliche Küsse, die mir eine Gänsehaut bescherten.
„Nur ein paar Minuten noch... bitte." Meine Stimme war kaum mehr als ein Murmeln, während ich mich an seine nackte Brust schmiegte. „Wir müssen frühstücken."
Ich rümpfte die Nase. „Aber ich bin müde..." murmelte ich mit geschlossenen Augen. „Ich weiß." Seine Stimme war weich, fast schmunzelnd. „Aber es ist schon spät." Ich nahm seine Worte nur halb wahr, zu versunken in der wohligen Wärme, die seine Berührungen in mir auslösten. Zufrieden summte ich, als seine Finger weiterhin sanft durch mein Haar glitten und seine Lippen meinen Hals streiften. „Mach du einfach weiter, und ich schlaf." Er lachte leise. „Mi Amor..." raunte er, und wieder zog eine Gänsehaut über meinen Körper. „Ich geh duschen, und dann weck ich dich." Ich nickte schläfrig und hoffte insgeheim, dass er einfach seinen Mund halten und mich weiterschlafen lassen würde.
Ich war so müde, dass mir kaum Worte einfielen, um diesen Zustand zu beschreiben. Es war eine tiefe, alles durchdringende Erschöpfung, als hätte mir die letzte Nacht nicht nur den Schlaf, sondern auch meine gesamte Energie geraubt. Mein Körper fühlte sich schwer an, jeder Gedanke zog sich wie Kaugummi und das Einzige, wonach mir war, war Ruhe – am liebsten für eine sehr, sehr lange Zeit. Ich wusste ehrlich gesagt nicht einmal, wie ich es schaffen sollte, an diesem Tisch zu sitzen, geschweige denn später Ektarina gegenüberzutreten. Aber ich war so müde, dass ich nicht darüber nachdenken wollte.
Alles andere musste warten. Für jetzt war da nur diese Müdigkeit und der stille Wunsch, einfach kurz verschwinden zu dürfen. Nur für einen Augenblick.
***
„Mi Amor..."
„Ich will nicht." Genervt stöhnte ich auf, als Álvaro mir die Decke wegzog. Müde rollte ich mich auf die Seite, doch er ließ mir keine Wahl. Sanft, aber bestimmt zog er mich an der Hand nach oben. Ich seufzte entnervt. „Früher, zuhause, konnte ich wenigstens ausschlafen..." murmelte ich und warf ihm einen finsteren Blick zu, als hätte er mich gerade persönlich verraten. Ohne ein weiteres Wort schlurfte ich ins Badezimmer, erledigte mein Geschäft, wusch mein Gesicht und putzte mir die Zähne. Als ich in den Spiegel sah, war ich überrascht – ich sah besser aus als erwartet. Sicher, meine Haare waren etwas aufgeplustert, aber nach dem gestrigen Abend hatte ich mit Stresspickeln und tiefen Augenringen gerechnet.
Ich band meine Haare zusammen, trottete ins Ankleidezimmer und zog mir über mein T-Shirt und meine kurze Hose einen Schlafmantel. Sich jetzt komplett fertig zu machen? Auf keinen Fall. Nicht unter diesen Umständen. Álvaro lehnte lässig an der Zimmertür, wie immer gekleidet in seine dunkle Anzugshose und das makellos weiße Hemd. Neben ihm fühlte ich mich wie eine lebende Leiche.
„Bitte sag nichts." Ich hob warnend die Hand, noch bevor er den Mund aufmachen konnte, als ich bemerkte, wie er mich musterte. Mit einem amüsierten Funkeln in den Augen hob er abwehrend die Hände und öffnete mir stattdessen die Tür.
Ich lief an ihm vorbei, direkt zum Esstisch, und ließ mich wortlos auf einen der Stühle sinken. Ein Blick in die Runde bestätigte meine Vermutung – den Mädchen ging es nicht besser als mir. Wir alle sahen aus, als wären wir gerade erst von den Toten auferstanden. Die Männer dagegen? Die wirkten, als wären sie frisch einem Modemagazin entsprungen.
„Wow, ihr könntet glatt über den Laufsteg laufen," bemerkte Carlos grinsend. Ich schnaubte und warf ihm einen müden Blick zu. „Marcus, Liebling, sag deinem Bruder, er soll die Fresse halten," zischte Miriana gereizt, während sie mit ihrer Gabel in einer Gurkenscheibe herumstocherte. „Oh, Liebling, oh..." stichelte Carlos weiter, und selbst mir entlockte er ein leichtes Lachen. Miriana hatte offenbar genug und bewarf ihn kurzerhand mit einem Löffel „Aua!" lachte er nur, als hätte er nichts anderes erwartet. Ich biss in mein Brötchen und lehnte mich mit einem zufriedenen Seufzen zurück.
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Amor a la Mafia
Jugendliteratur𝐌𝐚𝐟𝐢𝐚 𝐑𝐨𝐦𝐚𝐧𝐜𝐞 Band 1 𝐶𝑒𝑙𝑒́𝑠𝑡 𝑦 𝐴́𝑙𝑣𝑎𝑟𝑜 🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎🝮︎︎︎︎︎︎︎ Kapitel: 15 Ich habe eindeutig zu viele Filme gesehen, und genau deshalb will ich nicht, dass er meine Haare zur Seite streicht, mir langsam die Kette umbi...
