Die Sonne scheint durch das große Fenster und taucht unsere neue Wohnung in ein warmes, goldenes Licht. Ich stehe in der Küche und blicke auf das Durcheinander aus Umzugskartons, noch nicht ausgepackten Klamotten und Möbeln, die irgendwie noch nicht an ihrem Platz sind. Es fühlt sich alles ein bisschen chaotisch an, aber gleichzeitig auch irgendwie richtig. Unsere erste gemeinsame Wohnung. Es ist ein großer Schritt, und irgendwie kann ich es immer noch nicht ganz fassen, dass es jetzt wirklich so weit ist.
Laura ist neben mir, mit ihrem typisch entschlossenen Blick, während sie den Esstisch hin und her schiebt, um ihn perfekt zu positionieren. „Vielleicht noch ein Stück nach links", sagt sie und hält inne, um sicherzugehen, dass es wirklich gerade ist.
Ich nicke und stecke mein Handy in die Tasche, bevor ich mich der Wand zuwende, an der ich Bilder von unserem letzten Urlaub aufhänge. „Ja, das ist besser", sage ich, auch wenn mein Blick eher in den Raum geht als auf den Tisch. So viele neue Dinge, die hier ihren Platz finden müssen. So viel Neues, das wir gemeinsam anfangen.
„Weißt du", sage ich, als ich die Bilder etwas justiere, „es fühlt sich wirklich gut an. Endlich hier. Endlich ein echtes Zuhause, das nur uns gehört." Laura kommt zu mir herüber, stellt sich hinter mich, legt ihre Arme um meine Hüfte und ihren Kopf auf meine Schulter. Ich spüre die Wärme ihrer Berührung und den vertrauten Duft von ihrem Parfum, der mich immer wieder beruhigt. „Ich freue mich so", sagt sie leise. „Kein Pendeln mehr, kein Facetime. Nur noch wir und alles hier."
Ihre Worte lassen mich lächeln, und ich lasse mich einen Moment in ihre Nähe fallen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl – wie ein Befreiungsschlag, aber auch etwas, das sich noch ein bisschen fremd anfühlt, als würde der Raum uns erst noch wirklich aufnehmen müssen. „Und unsere erste gemeinsame Saison mit der Eintracht", fügt sie nach einer kurzen Pause hinzu, „Ich kann es kaum erwarten, unser erstes Heimspiel zusammen zu erleben. Es wird fantastisch."
Ich nicke, während mein Herz für einen Moment schneller schlägt. Die Vorfreude auf die Saison ist greifbar, so wie die Energie, die uns beide immer wieder antreibt. Eintracht Frankfurt. Ein Team, bei dem wir nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon endlich ganz zusammengehören. Ein Team – und trotzdem noch so vieles mehr.
Doch während ich diesen Gedanken weiterspinnen will, taucht plötzlich ein anderes Thema in meinem Kopf auf, das mich immer wieder beschäftigt. Mein Blick sinkt auf den Boden, und ich höre mich murmeln: „Weißt du, ich bin froh, dass mein Vater uns so viel geholfen hat und für mich da ist. Aber ich habe mich meiner Mutter bisher noch nie so fern gefühlt."
Laura spürt sofort den Wechsel in meiner Stimmung und dreht mich zu sich. Ihre Hand gleitet sanft über meine, und sie sieht mich mit diesem Blick an, der so viel sagt, ohne dass sie ein einziges Wort mehr braucht. „Maeve, du musst dich nicht für uns entschuldigen", sagt sie leise. „Es wird eine Weile dauern, aber ich bin sicher, dass sie es irgendwann verstehen wird. Du hast das Recht, glücklich zu sein – und das bist du mit mir. Das ist das Einzige, was zählt. Dein Vater hat das bereits verstanden und ich bin mir sicher, sie wird es auch irgendwann verstehen. "
Ich schließe die Augen und atme tief ein. Ihre Worte tun gut, aber irgendwie fällt es mir noch schwer, den Rest der Welt davon zu überzeugen. „Es tut mir einfach weh, dass sie noch nicht sieht, wie wichtig du für mich bist. Dass sie nicht verstehen kann, wie perfekt wir zusammenpassen. So wie mein Vater es mittlerweile verstanden hat."
„Es wird dauern", sagt Laura ruhig. „Aber du bist stark. Du wirst deine Mutter schon dazu bringen, dich zu verstehen – und vor allem, dich zu akzeptieren. Ich stehe immer an deiner Seite, Maeve. Immer. Mit mir wirst du nie wieder alleine sein." Ich blicke sie an und kann nicht anders, als zu lächeln. Ihre Worte machen es leichter, diese Unsicherheit, die immer mal wieder hochkommt, beiseite zu schieben. Ich bin nicht allein, ich bin nicht die Einzige, die diesen Weg geht. Und wir gehen ihn zusammen. „Ich weiß", flüstere ich und drücke ihre Hand fester. „Ich weiß, dass wir es schaffen. Schritt für Schritt. Und irgendwann wird sie sehen, wie glücklich wir sind."
Ein Moment der Stille folgt, in dem ich in ihre Augen blicke und fühle, wie sich all meine Sorgen ein wenig lösen. Sie ist meine Familie. Wir sind ein Team. Die Wohnung um uns herum mag noch chaotisch sein, aber das ist es, was wir gerade aufbauen – unser Zuhause. Und das ist alles, was zählt. „Genau", sagt Laura schließlich und drückt einen sanften Kuss auf meine Lippen. „Egal, was kommt – wir sind zusammen. Und das wird niemand ändern." Ich lehne mich gegen sie, die Arme um sie geschlungen, und für einen Moment vergesse ich alles andere um mich herum. Ich fühle mich geborgen, sicher – und ich weiß, dass ich, solange sie an meiner Seite ist, alles überstehen werde.
Unser Moment wird schließlich von einem lauten Klingeln unterbrochen. „Denkst du dein Vater hat noch was vergessen?", fragt meine Freundin belustigt, während sie in Richtung Tür geht. „Das wäre jetzt schon das dritte Mal", erwidere ich belustigt und öffne eine neue Kiste mit Dingen für die Küche. „Überraschung", höre ich plötzlich eine bekannte Stimme und drehe mich sofort in Richtung Tür. Dort stehen Lena und Jule mit einigen Getränken, hinter ihnen Sydney und Klara mit einem breiten Grinsen auf den Lippen. „Was macht ihr denn hier?", rufe ich aus und bahne mich durch die vielen Kartons und Möbel. Lena stellt das Bier gerade noch zur Seite, da bin ich ihr schon in die Arme gesprungen. Auch ihre Freundin ziehe ich in eine kurze Umarmung. Laura begrüßt hingegen erstmal Sydney und Klara. „Wir müssen uns doch anschauen, wie eure erste Wohnung aussieht, nachdem ihr uns die letzten Wochen und Monate so verrückt gemacht hat." Ich box Lena gegen die Schulter und begrüße dann noch die Münchnerinnen.
So gut es geht machen wir ein wenig Platz, sodass wir uns alle an den breiten Esstisch setzen können. Auch wenn ich erstmal auf einem noch gefüllten Karton platz nehme, kommen wir alle unter. Die Stimmung ist ziemlich entspannt. Alle lachen viel und die Augen meiner Freundin strahlen förmlich. Sie ist wirklich glücklich hier. Genauso wie ich. Das ist unser Zuhause. Sie ist mein Zuhause. Egal was 2018 noch war, jetzt zählt nur die Zukunft. Unsere gemeinsame Zukunft.
So das wars mit dem Buch. Ich hoffe es hat euch allen gefallen. Lasst doch gerne ein kurzes Feedback zu der Story da und vielleicht auch eure Wünsche. Ich würde auch gerne noch einen Soundtrack der beiden hinzufügen, vielleicht habt ihr ja ein paar Lieder, die ihr mit den beiden besonders verbindet. Ich freue mich auf eure Vorschläge.
Tut mir leid, dass ihr auf das letzte Kapitel auch nochmal so lange warten musstet. Bei mir hat die Uni Phase wieder angefangen und ich habe jetzt auch mit meiner Bachelorarbeit begonnen. Trotzdem habe ich schon an einer neuen Story gearbeitet. Vielleicht erhaltet ihr auch schon einen kleinen Teaser. Also entfernt die Story nicht gleich aus eurer Bibliothek. Ich freue mich, wenn ihr euch auch bei dieser Story aktiv beteiligt und sie euch gefällt.
Euch noch ein schönes Wochenende :)
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2018 // laura freigang
FanfictionEs kommt eine Zeit in deinem Leben, in der du dich entscheiden musst, ob du die Seite umblättern, ein neues Buch schreiben oder es einfach schließen willst. Maeve sind eigene Entscheidungen immer sehr schwer gefallen. Sie hat immer jemanden anderen...
