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V A L

    „Gott, wie ich mich auf zu Hause freue." Rachel lässt sich mit einem theatralischem Seufzen auf unser kleines Sofa fallen und streckt Hände und Füße von sich wie ein Käfer auf dem Rücken. „Meine Mom macht immer zu Weihnachten diese kleinen Pistazien Cookies, die sind mega. Vielleicht sollte ich meine weiten Hosen einpacken."

    Mir graut es jetzt schon.

    Ich lächle zaghaft weil ich so eine Vorfreude überhaupt nicht teilen kann. Das einzige worauf ich mich freue, ist mein Bett und auf meine Brüder, oh und Tracy, die Verlobte meines Bruder. Endlich weibliche Unterstützung. Aber sonst? Meine Eltern sind geschieden. Mom beharrt aber weiterhin darauf, dass wir eine Weihnachtsfeier geben und wir uns als Familie hinstellen und schöne Mine zum falschen Spiel machen und Mom wird unausstehlich sein. Sie wird alle herumkommandieren, allen sagen, was in ihren Augen falsch ist und zwischen durch über unseren Vater her ziehen.

    Gott, wie ich die Feiertage liebe.

    „Muss schön sein, so eine tolle Familie zu haben.", antworte ich Rachel und weiche ihren Blicken aus. Sie hat diese großen braunen Rehaugen, die einen mitfühlend anstarren können und man schwach wird und am liebsten in ihrem Armen losheulen will. Also meide ich gekonnt ihren Blick, denn ich weiß, dass mich genau diese zwei Augen ansehen.

    „Du hast doch eine Familie.", meint sie verwirrt.

    Ich nicke. „Ja, aber nur auf dem Papier. Familie ist etwas anderes und nicht das, was mich zu Hause erwartet. Aber ich freue mich auf meine Brüder." Ich schiebe ein Lächeln hinterher, als ich kurz zu ihr sehe, und hoffe, wir können das Thema abhaken.

    Rachel öffnet dem Mund, aber ich komme ihr zuvor, egal was sie sagen will. „Weißt du schon was du heute Abend tragen wirst? Ist schließlich die Geburtstagsparty deines Freundes."

    Rachel runzelt die Stirn über den krassen Themenwechsel, aber dann nickt sie. „Ja, ich habe mir letztes Wochenende ein kleines schwarzes Kleid bestellt, ganz im Chanel Stil." Sie steht auf und  will in ihr Zimmer, um es vermutlich zu holen. Auf meiner Höhe bleibt sie stehen. „Und die passende Unterwäsche dazu."

    Ich grinse breit und freue mich für sie. Zwischen Fitz und Rachel läuft es gut und die zwei laufen mit Herzchen in den Augen durch die Gegend. „Uh, heiß.", sage ich. „Fitz wird sich freuen, wenn er die Geschenke auspacken darf." Ich zwinkere ihr zu und sie hüpft aufgeregt in ihr Zimmer.

    Zwei Sekunden später kommt mit einem schwarten Stück Stoff zurück und hält sich das Kleid vor ihren Körper. Es reicht ihr bis zur Hälfte der Oberschenkel und als sie es umdreht, erkenne ich den tiefausgeschnittenen Rücken. „Schönes Kleid, Fitz wird dich mit seinen Blicken verschlingen."

    Sie grinst, hält dann aber zwei kleine Stücke aus schwarzer Spitze hoch. Ich gehe zu ihr und nehme ihr den BH aus den Händen. „Oh, ich liebe diese Marke. Die haben so schöne Sachen."

    Rachel seufzt. „Ja, aber sauteuer."

    „Mhm.", sage ich. „Aber hey, jetzt hast du ja einen Freund, der dir schöne Sachen kaufen kann."

    „Val, solche Worte aus deinem Mund? Ich möchte mir doch selbst diese Sachen leisten können.", protestiert sie und zieht eine Schnute.

    „Ja, aber bis wir gutes Geld verdienen, können sie ja einspringen.", winke ich ab und hole mir eine Tasse aus dem Schrank. In den letzten Tagen stand noch viel Unistress an der Tagesordnung, wenn ich also auf der Party heute mithalten will, brauche ich einen Kaffee.

    „Und ... wer kauft dir schöne Sachen?", murmelt Rachel zaghaft und grinst mich verstohlen an, als ich mich zu ihr umdrehe.

    Auf diese Frage kann ich bloß mit den Schultern zucken. „Niemand."

The Game - Kingston University Band 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt