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B L A K E

Diese Frau überrascht mich immer wieder aufs Neue. Nie hätte ich gedacht, dass ich es mit Val in meinem Jeep vor der Arena treibe. Gut, die Vorstellungen und Träume waren da, aber nie dachte ich, dass das echt passieren würde. Verdammt, es war heiß. Besser als in meiner Vorstellung. Kaum sind wir im selben Raum, sind wir mit einem Mal so angeturnt, dass alles andere in den Hintergrund rückt. Kann ich jemals genug davon bekommen?

Val dreht sich auf ihren Sitz zu mir, ich ziehe mir gerade das Shirt über. „Wollen wir was essen gehen?", fragt sie. Ich muss sie so erstaunt anblicken, dass sie versucht ist, sich zu erklären. „Also ich meine, einfach was essen. Ganz zwanglos, nicht so wie es sich gerade angehört hat. So als Freunde halt."

Ich lache. „Entspann dich.", sage ich. „Ich weiß, wie du es meintest. Wir halten das hier locker, keiner von uns will eine Beziehung. Also alles gut, Val."

Sie entspannt sich. „Okay, gut.", meint sie und nickt. „Aber ich denke, wir sollten uns etwas vom Campus entfernen. Ich habe keinen Bock darauf, dass uns jemand sieht. Gerüchte kann ich nicht gebrauchen."

Ich will ihr antworten, da ich eine Idee habe wo wir hinfahren, doch ein Klingeln unterbricht uns.

„Sorry, warte kurz." Sie lehnt sich über die Mittelkonsole nach hinten und kramt aus ihrer Tasche ihr Handy hervor. Zu meinem Glück findet sie es nicht sofort, und ich nutze den Moment ihr einen Klaps auf den Hintern zu geben.

„Blake! Pfoten weg.", ruft sie aus und ich kichere leise.

„Dann lass es nicht drauf ankommen, Baby.", lache ich. Dieser Arsch verdient viel mehr Aufmerksamkeit. Und sie hält ihn mir direkt vor die Nase, ich kann nichts dafür.

Sie lässt sich auf ihren Sitz sinken und wirft mir einen Blick zu. Ihre Mundwinkel heben sich frech.

Doch dann blickt sie auf ihr Handy. „Oh shit, bitte nicht.", murmelt sie in der nächsten Sekunde und stößt die Luft aus. Hört sich nicht erfreut an.

„Alles okay?", frage ich daher.

„Nein, nichts ist okay." Sie schüttelt den Kopf. „Kannst du kurz warten? Ich muss da rangehen."

Ich nicke. „Klar."

Sie hüpft aus dem Jeep und läuft ein paar Meter vor das Auto. Dann hält sie sich das Handy ans Ohr und stemmt die andere Hand in die Hüfte. Während sie telefoniert, tigert sie vor dem Auto auf und ab und ich sitze hier im Wagen und beobachte sie.

Ich frage mich, mit wem sie da telefoniert. Sie ist nervös, wird mit jeder weiteren Sekunde sichtlich aufgebrachter. Ansonsten würde sie nicht herumlaufen und den Kopf in den Nacken werfen. Auf jeden Fall ist es kein angenehmes Telefonat, das sehe ich. Je mehr Fragen ich mir stelle, umso klarer wird mir, wie wenig ich über ihre Familie weiß, oder von ihren Leben vor dem College. Im Grunde weiß ich nichts.

Immer wieder nickt sie. Ihre blonden langen Haare sind leicht zerzaust und sie fließen ihr über die Schultern. Nach ein paar Minuten schlingt sie ihren freien Arm um ihren Körper, weil sie nur ihren Pulli anhat. Ihr muss kalt sein.

Sie legt auf. Anstatt wieder zu mir in den warmen Jeep zu huschen, beugt sie sich nach vor und stützt sich auf ihren Knien ab. Und was in der nächsten Sekunde zu sehen bekommen, habe ich noch nie erlebt. Val lässt ihre aufrechte perfekte Maske fallen. Sie schreit.

Alarmiert setzte ich mich sofort aufrecht hin und überlege nicht lange. Ich springe aus dem Wagen, ziehe mir meinen Hoodie über und laufe auf sie zu.

„Val, hey, alles okay?", frage ich sie.

Val steht bloß da, den Kopf in den Nacken und sieht zum Nachthimmel hoch. Dann seufzt sie gedehnt, dreht sich zu mir und sieht mich aus leeren Augen an. Irgendwas muss gerade vorgefallen sein.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Feb 08 ⏰

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