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V A L

    „Wow, du hast dich ja heute heiß gemacht.", pfeift Judy und nickt trocken. Einmal lässt sie ihren Blick an mir hinab und wieder herauf gleiten und lächelt dann. „Wer ist der Glückliche?"

    Shit, zu offensichtlich. Kurz überlege ich, ob ich nicht doch das Spitzen-Oberteil, das nicht mehr ist als ein BH, weglassen soll und stattdessen etwas weniger aufdringliches anziehen soll. Aber ich will mich gut fühlen, brauche meinen Panzer. Zwar ein hauchdünner Panzer, aber das ist es nun mal. Ich fühle mich mächtig darin und das brauche ich heute.

    „Keine Sorge, ich ziehe auch noch was darüber an.", entgegne ich. Schon will ich in mein Schlafzimmer verschwinden, halte aber dann inne. Ich sehe zu Judy. Neben ihr taucht Bonny auf und setzt den selben Ausdruck auf. „Soll ich etwas anderes anziehen?"

    Bonny zuckt mit den Schultern. „Kommt drauf an, was du vor hast. Für einen Stripties auf dem Tisch passt es gut, für eine gewöhnliche College-Party vielleicht etwas zu viel ... oder zu wenig." Sie setzt ein breites Grinsen auf. „Aber zieh an worin du dich wohl fühlst."

    Ich sehe an mir hinab und lasse die Schultern sinken. „Gebt mir eine Sekunde."

    „Schätzchen, bei dir dauert das nie eine Sekunde. Aber klar, wir warten.", ruft mir Judy nach und ich verschwinde in meinem Schlafzimmer.

    Eilig hole ich meine zweite Wahl für heute Abend hervor. Ein cremefarbenes Seidentop mit hauchdünnen Trägen und eine Mom Jeans, was das Ganze etwas auflockert. Ich stecke das Top in den Bund und hole noch meine High Heels hervor, die mit zarten Riechen meine Füße schmücken. Ja, ich denke das könnte klappen.

    Ich trete zu den Mädels hinaus.

    „Viel besser.", stöhnt Bonny.

    „Das Top ist süß. Wo hast du das her?", fragt mich Judy.

    „Valentino.", sage ich.

    Judy hebt ihre Hände und schüttelt den Kopf. „‚'Tschuldige, was für eine Frage. Hätte ich mir auch denken können."

    „Secondhand.", lüge ich. Ich kann mich noch erinnern, als ich mit meiner Tante shoppen war und ich dieses Top bei Valentino gesehen hatte. Sie hat mich überredet es mir zu kaufen.

    „Wo ist Rachel?", fragt Bonny, als wir die kleine Wohnung verlassen und ich absperre.

    „Sie war Nachmittag mit Fitzy unterwegs, sie sind bestimmt schon dort."

    Judy seufzt. „Die beiden sind richtig unzertrennlich geworden.", sagt sie und wirft uns einen Blick zu. „Es ist schön, was die beiden haben."

    „Fitz ist zu einem richtigen Softie geworden.", wirft Bonny ein. „Das fällt euch doch auch auf, oder?"

    „Rachel tut ihm gut.", meint Judy. „Er hat sie verdient."

    „Ja wahrscheinlich hast du recht.", seufzt Bonnie und hakt sich bei uns beiden unter. Sie ist die Kleinste von uns, aber mit ihrer auffallenden Art und ihrem Kleidungsstil wird ihre Größe unwichtig. Sie fällt auf.

    „Was soll denn dieser Ton und dieses Seufzen?", bemerkt Judy und beäugt Bonny verdächtig.

    „Ich .. ich hab nicht geseufzt.", verteidigt sie sich sofort und lässt ihre Arme sinken.

    Ich sehe zu den beiden und tausche mit Judy einen Blick und wir belieben augenblicklich stehen. Bonny bracht ein paar Schritte bis sie bemerkt, dass wir nicht mehr neben ihr sind und wendet sich verwirrt zu uns um.

The Game - Kingston University Band 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt