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B L A K E

Meine Hände haben endlich zu zittern aufgehört. Hat ja auch nur die gesamte Fahrt nach Boston gedauert. Mit gefühlt jeden Kilometer, den wir zurückgelegt haben, wurde mein Körper ruhiger und ich konnte mehr und mehr durchatmen. Val hatte mir angeboten zu fahren, aber ich habe sie nicht mal in die Nähe meines Schlüssels gelassen. Erstens weil sie dieses katastrophale Wochenende durchgestanden hat und weil ich mich mit Fahren ablenken konnte.

Die Fahrt haben wir schweigend verbracht. Val hat gemerkt, dass während dem Gespräch mit Dad und Helen etwas vorgefallen ist, aber sie hat nicht gefragt. Sie hat mir Ruhe und Raum gegeben, denn fuck, ich konnte nicht klar denken. Ich wusste nicht mal was ich denken sollte. Nachdem Helen mir diese Antwort geben hat, die ich so sehr gefürchtet habe, wusste ich nicht, wie ich damit umgehen soll.

Val habe ich vor zehn Minuten an ihrem Wohnheim rausgelassen. Ich habe ihr schweigend geholfen, ihr Gepäck für zwei Wochen auszuladen. Dann sah sie mich an, lächelte milde und umarmte mich still. Ich hätte ihr danke sagen sollen, ich hätte ihr sagen sollen, was für eine tolle Freundin sie dieses Wochenende war und ich hätte ihr sagen sollen, dass mir alles leid tut, dass es mies gelaufen ist. Aber ich habe nichts davon gesagt, sondern nur gemurmelt, dass wir uns sehen. Sie nickte und verschwand im Wohnheim.

Und jetzt sperre ich die Haustüre auf und als ich die Stimmen meiner Freunde vernehme, ist meine Welt wieder in Ordnung. Ich bin wieder zuhause, habe meine Freunde um mich, bin in meiner gewohnten Umgebung wo Helen keinen Platz findet. Sie ist weit weg und ich muss keine Gedanken an sie verschwenden. Für einige Momente kann ich so tun, als gäbe es sie nicht und das fühlt sich befreiend an.

Aber als ich die Santa Claus Mütze auf Cams Kopf entdecke, wird mir klar, dass ich in drei Tagen wieder nach New York fahren muss, da die Weihnachtsferien am Mittwoch beginnen. Die meisten haben noch die nächsten zwei Tage Kurse, ich habe noch drei Trainings vor mir, daher konnte ich noch nicht dort bleiben. Aber fuck, nicht mal die gesamte Mannschaft der Bruins hätten mich überreden können, in der Stadt zu bleiben. Dad hat mir gesagt, bevor wir gefahren sind, dass sie morgen wieder nach Hawai fliegt. Sie ist über die Feiertage also nicht da.

Fitz, Spiderman und Cam hocken auf unserer Couch, der kleine Kater Bucky hat es sich bei Fitz bequem gemacht, wie üblich, während auf dem Bildschirm ein Eishockeyspiel läuft. Oh ja, die Welt ist wieder im Lot und mein Kopf schmerzt bereits weniger. Chipstüten belagern den Couchtisch und einige Budweiserflaschen finde ich zwischen den Tüten.

„Wer liegt vorn?", frage ich mit grinsenden Blick zu den dreien, sorry vier. Bucky zählt als wertvolles Mitglied dieses Hauses.

Alle heben sie gleichzeitig den Kopf, Bucky pennt seelenruhig. Cam grinst breit, Fitz hebt die Hand, Spiderman quetscht sich gerade eine volle Hand Chips in den Mund.

„Detroit, aber shit, Pittsburgh hat im zweiten Drittel Feuer unterm Hintern gefangen. Sie gehen voll ran.", bringt mich Fitzy auf den neuesten Stand.

Ich nicke und stelle meine Tasche neben der Haustüre ab. Die kann ich auch noch später auspacken. Ich streife mir die Schuhe von den Füßen und gehe zu den Jungs ins Wohnzimmer. Cam und Fitz machen mir Platz und ich pflanze mich zwischen den beiden auf die Couch. Spiderman nimmt wie immer mit den Fußboden vorlieb. Ich entdecke noch zwei volle Flaschen Bier auf dem Tisch und nehme mir eine davon.

Fitz hält mir seine hin und wir stoßen an. „Wie war dein Wochenende?", fragt er, hält dabei den Blick auf den Bildschirm gerichtet.

Ich blase Luft auf und verfolge den Puck auf dem Eis. Bucky schnurrt für seinen kleinen Körper viel zu laut auf auf Fitzys Schoß. Er ist kaum zu sehen, da Fitz schwarze Joggers und ein schwarzes Shirt trägt, wie üblich. Bei dem Anblick könnte man meinen er ist Fitzys Kater. „Familie. Mehr sage ich nicht." Ich nehme einen ordentlichen Zug meines Budweisers.

The Game - Kingston University Band 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt