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B L A K E

Sie schreibt nicht zurück. Sie hat die Nachricht gelesen, aber sie reagiert nicht.

Frustriert stecke ich das Handy zurück in die Hosentasche und sehe Brady dabei zu wie er den sechsten Pancake verschlingt. Der Ahornsirup tropft an seinem Kinn herunter und klebt an seinen Mundwinkeln. Seine Augen strahlen, ab und zu schnauft er mal durch, isst jedoch weiter.

„Wenn du noch länger so erbärmlich in ein Loch guckst, hab ich dich gleich geschlagen.", mampft er zufrieden und lächelt siegessicher.

Ich runzle die Stirn und sehe auf meinen Teller hinab. Er hat recht. Ich habe gerade mal einen Pancake angerührt, während Brady bereits den sechsten verschlungen hat.

„Tja, meine zehn Pancakes, die ich mal auf einem Stück gegessen habe, schlägst du nie, also vergiss es, Kleiner.", meine ich und nehme einen großen Bissen.

Brady mustert mich knapp, dann leuchtet der Ehrgeiz in seinen Augen auf. Er ist eindeutig ein Westbrook.

Viv sieht es. „Brady, vergiss es. Du übergibst dich nur."

Nüchtern lässt er die Schultern sinken und sieht seine Mom an. Aber Viv gibt nicht nach. „Er ist Sportler, die essen gefühlt die Hälfte vom Eigengewicht, weil sie das müssen.", erklärt sie und gibt ihm einen Kuss auf den Scheitel. „Du musst das nicht, Brady."

Energisch hält Brady seinen Arm hoch und zeigt uns seinen Bizeps. „Ich bin auch Sportler, guck dir das mal an." Stolz lächelt er.

Dad taucht hinter ihm auf und drückt seinen Bizeps. Er pfeift. „Mann, da ist ja was drin." Dad zwinkert mir zu und ich muss lachen.

Bradys Lachen wird noch breiter. „Du hast den Mann gehört, Mom. Ich brauche mein Essen."

Viv tauscht lächelnd einen Blick mit Dad und zeigt dann auf Brady. „Nur mehr einen, dann ist Schluss."

Sofort schnappt sich Brady einen weiteren Pancake. „Wirst schon sehen, in ein paar Jahren schaffe ich deine zehn Pancakes."

„Daran zweifle ich nicht.", lache ich. Ich schnappe meinen Teller und bringe ihn in die Küche. Viv verstaut gerade den Ahornsirup im Schrank, dann sieht sie mich an.

„Wann willst du aufbrechen?", fragt sie mich.

„Nicht zu spät. Die Jungs schmeißen heute Abend bestimmt eine Party bei uns zuhause, und ich will nicht in ein brechendvolles Haus kommen."

Die Ferien sind zu Ende und, halleluja, ich habe mich noch nie gefreut, dass Ferien zu Ende sind. Klar, die zwei Wochen zuhause mit meiner Familie waren schön. Ich konnte viel Zeit mit Brady verbringen, konnte Dad oft genug beim Bälle werfen schlagen, hatte einen tollen Abend in New York mit Dads Team, den New York Tigers und hatte Zeit, alte Freunde wieder zu treffen. Dazwischen musste ich trainieren, weil ich auf den Eis nicht den Fokus verlieren darf und habe daher einige Stunden im Fitnessstudio verbracht. Die Spiele gehen weiter, und sie werden härter. Darauf muss ich vorbereitet sein, eine Pause oder Ferien gibts da nicht.

„Okay. Soll ich dir für die Fahrt etwas zu essen einpacken? Du hast kaum etwas gefrühstückt.", meint sie und schließt den Geschirrspüler.

„Alles gut, musst du nicht. Ich komme klar.", sage ich und kratze mich am Hinterkopf. Vermutlich kocht Cameron etwas, bevor die Party steigt damit wir eine Unterlage haben.

Ich spüre wie mich Viv mustert. Die ganze Ferien über hatten die beiden kein Wort über Val oder Helen verloren, oder das, was im Dezember passiert ist. Nichts, daher erwarte ich, dass es Viv anspricht. Auf den letzten Drücker, bevor ich wieder ans College abhaue.

The Game - Kingston University Band 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt