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B L A K E

    Viv hat sich selbst übertroffen. Der Festsaal im Ritz sieht aus wie aus einem James Bond

Movie, mit einem Hauch der goldenen zwanziger Jahre. Die Gesellschaft, die sich für den heutigen Abend in elegante Robe geworfen hat, versammelt sich unter der schummrigen Deckenbeleuchtung und zwischen den überdimensionalen Blumengestecken, die im gesamten Saal verteilt sind. Alles farblich abgestimmt in gold, weiß und schwarz.

    „Das ist unglaublich.", flüstert Val neben mir.

    Ich drehe meinen Kopf zu ihr, mustere ihr Profil und ein flattriges Gefühl sprudelt in mir hoch. Wer hätte gedacht, dass Val und ich so einen Abend verbringen werden, in Schale geworfen, sie an meinem Arm geklammert und ich breit grinsend. Im Moment bin ich der glücklichste Mann in New York. Wie auch nicht. Valentina Kingsely an meiner Seite, in diesem Wahnsinnskleid aus einem Hauch von Seide, mit feuerroten verführerischen Nägeln und verdammt, diese Lippen bringen jeden Kerl um den Verstand. Sie stellt jede andere Frau in den Schatten.

    Und diese Frau ist ausgerechnet meine Begleitung. Ich dummer Glückspilz.

    „Ja, Viv macht keine halben Sachen, wenn es um eine gute Party geht.", murmle ich zurück.

    „Ist mir aufgefallen.", meint sie nickend. „Ich glaube ich vergöttere sie jetzt noch mehr. Das gesamte Konzept der Deko und die thematische Umsetzung sind eins A. Die Frau könnte eine Karriere als Partyplanerin starten."

    Ich lächle schwach. „Ich weiß. Sie macht es einem ziemlich einfach, sie zu lieben." Meine Eltern haben sich bereits unter die Gäste gemischt, nachdem Dad mit Applaus willkommen geheißen wurde, wurde ebenso bereits von seinen Freunden in die Mitte aufgenommen. Er strahlte wie schon lange nicht mehr und Viv klammerte sich vor Stolz lächelnd an ihn. Es tut gut, die beiden so glücklich zu sehen.

    ich reiße den Blick von den beiden, da ich sie zunehmend nicht mehr sehen kann. „Willst du etwas trinken?", frage ich Val.

    Sie sieht sich im Saal um und nickt schließlich. „Gern.", sagt sie. „Ich warte draußen auf der Terrasse. Ich muss eine Blick über new York werfen."

    Ich zwinkere ihr zu und mache mich auf den Weg zur Bar. Der Saal ist voll, leichte Musik mischt sich unter das Stimmengeschwirr. An der Bar herrscht ein Gewusel, aber ich finde ein freies Stück und platziere mich zwischen den anderen. Die Barkeeper, in schwarz und weißen Hemden gekleidet, haben die Hände voll. Natürlich, teuerer Sprudel umsonst und die Leute werden durstig.

    Ich nutze die Wartezeit, um mich umzusehen. Viele bekannte Gesichter tauchen auf, manche kenne ich aus dem Fernsehen, besser gesagt vom Sportsender. Dads gesamtes Footballteam hat sich versammelt, alle nippen sie an ihrem Bier und stehen etwas unbeholfen herum. Verstehe ich zu gut. Wenige Sportler fühlen sich auf solchen Veranstaltungen wohl, weil sie kommunikativ sein müssen und nicht in Action sind. Hände schütteln, freundlich lächeln und belanglosen Small Talk führen gehören auch nicht gerade zu meinen Top-Ten-Hobbys. Sie schaffen es nicht mal auf die Liste.

    Dad hat vor einigen Jahren die New York Tigers gekauft, der Trainer dieser Mannschaft ist Dads bester Freund Ren Collins. Sie spielten gemeinsam zu ihren besten Zeiten bei den New York Tigers, holten sich zweimal den Super Bowl. Dad der Quarterback. Ren, der Running Back. Wenn Dad Viv nicht gefunden und geheiratet hätte, wären wahrscheinlich er und Dad das Traumpaar der Stadt geworden. Wobei, in der Sportwelt sind sie das. Die New York Tigers laufen derzeit auf Höchstform.

    „Was darfs sein?"

    Ich drehe mich hastig um und sehe einer brünetten Frau in meinem Alter in die Augen. Ich stutze, denn diese Augen kenne ich. Auch diese Lächeln und diese süßen Grübchen sind mir bestens bekannt.

The Game - Kingston University Band 2Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt