Zeugnisvergabe

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David hielt das Zeugnis in den Händen, doch er konnte den Blick nicht darauf richten. Es fühlte sich an, als würde das Papier in seiner Hand immer schwerer werden. Seine Gedanken rasten. Er wusste, dass die Noten endlich entscheiden würden, wie es für ihn weiterging. War es genug für die Ausbildung als Erzieher? Die Vorstellung, dass er in wenigen Monaten in die Verantwortung kommen würde, nagte an ihm. Er hatte so viel geübt, aber trotzdem hatte er das Gefühl, dass er nicht alles gegeben hatte.

„Na, wie war's?", fragte Mara und setzte sich neben ihn. Sie hatte ihren Umschlag schon aufgemacht, und ihre Augen strahlten. Sie hatte ihre Noten, die sie zuversichtlich machten. „Ich hab' bestanden", sagte sie fast schon stolz. „Und du?"

David nickte vage. „Ja, ich auch. Aber... ich weiß nicht. Ich habe das Gefühl, es war nicht genug. Was, wenn es nicht reicht?" Er konnte die Zweifel in seiner Stimme nicht verbergen.

Mara legte ihm eine Hand auf den Arm. „David, du hast dich echt angestrengt. Mach dir nicht so viele Sorgen. Es wird alles gut."

David wollte ihr glauben, aber der Gedanke, ob es wirklich für die Ausbildung reichte, ließ ihn nicht los. Was, wenn seine Noten nicht ausreichten, um die Türen zu öffnen, die er jetzt brauchte? Er erinnerte sich an den langen, stressigen Lernmarathon der letzten Wochen, an die Momente, in denen er sich gefragt hatte, ob es sich überhaupt lohnte.

„Hier sind deine Noten", sagte der Lehrer, als er die Umschläge verteilte.

David nahm den Umschlag und öffnete ihn langsam. Die Noten lagen vor ihm – eine Mischung aus guten und weniger guten Ergebnissen. Es war nicht schlecht, aber auch nicht großartig. Die Prüfungsfächer, die ihn interessierten – wie Pädagogik – waren okay. Doch Mathe und Englisch? Die Noten waren nicht das, was er sich erhofft hatte. Es war nicht das, was er sich für sich selbst gewünscht hatte. „Ist das genug?" fragte er sich immer wieder.

„Nun", sagte die Lehrerin, als sie sich neben ihn setzte, „das Zeugnis ist gut, David. Du hast dich immer bemüht, und das zählt. Ich bin sicher, dass du in der Ausbildung gut zurechtkommen wirst."

David nickte, doch ein kleines Unbehagen blieb. Was, wenn er in der Ausbildung genauso versagte, wie er manchmal das Gefühl hatte, in der Schule versagt zu haben?

Am Nachmittag war er mit seiner Mutter wieder zu Hause. Sie war stolz auf ihn, aber David konnte den Zweifel in seinem Inneren nicht abschütteln. „Ich habe's irgendwie geschafft", murmelte er, als er das Zeugnis auf den Tisch legte.

„Du hast das großartig gemacht", sagte Lisa und setzte sich neben ihn. Sie sah ihm tief in die Augen, als wollte sie ihm versichern, dass alles gut werden würde. „Aber du musst dich nicht nur auf die Noten konzentrieren. Du hast dir Zeit genommen, hast viel gelernt, und das ist das Wichtigste. Denk dran, als Erzieher ist Geduld und Verantwortung gefragt. Und genau das hast du gelernt – in der Schule und bei der Arbeit mit den Kindern."

David verzog das Gesicht. „Ja, ich weiß. Aber ich fühle mich trotzdem nicht gut genug. Was, wenn ich in der Ausbildung scheitere?"

Lisa legte ihre Hand auf seine. „David, du wirst es gut machen. Und weißt du was? Du musst nicht perfekt sein. Ich bin immer da, um dir zu helfen. Aber du musst auch an dich selbst glauben. Wir haben das zusammen geschafft, und ich weiß, dass du in der Ausbildung noch mehr wachsen wirst."

Er nickte langsam, aber in seinem Inneren kämpfte er mit seinen eigenen Unsicherheiten. Er konnte nicht verhindern, dass der Druck immer noch auf ihm lastete. Was, wenn er auch in der Ausbildung versagte?

„Ich bin stolz auf dich", sagte Lisa noch einmal. „Und das wirst du auch, wenn du das nächste Kapitel deines Lebens beginnst. Die Ausbildung als Erzieher wird dir die Chance geben, wirklich zu zeigen, was in dir steckt."

David atmete tief durch und versuchte, die Unsicherheit von sich abzuwerfen. Die Prüfung war vorbei, das Zeugnis lag da. Aber jetzt war es an der Zeit, nach vorne zu schauen – auf die Ausbildung, die vor ihm lag.

„Danke, Mama", sagte er leise und lächelte leicht. Es war nicht das größte Lächeln, aber es war ein Anfang.

„Du schaffst das", antwortete Lisa und umarmte ihn. „Du bist schon viel weiter, als du denkst."

David wusste nicht, ob er sich wirklich sicher war, aber er war bereit, es zu versuchen. In diesem Moment beschloss er, sich auf die bevorstehende Ausbildung zu konzentrieren – und vielleicht, nur vielleicht, konnte er seine Ängste und Zweifel hinter sich lassen.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Apr 03, 2025 ⏰

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Davids AbenteuerreiseWo Geschichten leben. Entdecke jetzt