Der Wecker klingelte und David wachte sofort auf. Diesmal hatte er sich ganz bewusst ohne Hilfe aus dem Bett begeben. Es war der letzte Tag seines Praktikums und irgendwie freute er sich darauf, es endlich geschafft zu haben. Doch ein kleiner Teil von ihm wusste auch, dass er die Kinder und die Kita irgendwie vermissen würde. Trotz der vielen Herausforderungen war es ein angenehmer Abschluss. David ging ins Bad, wusch sich, zog sich an – diesmal ohne, dass seine Mutter ihm sagen musste, was er anziehen sollte.
Er griff nach seiner Softshelljacke, der Softshellhose und seiner Regenjacke. Schnell legte er auch noch das Halstuch um und zog seine Geox-Schuhe an. Als er die Treppe herunterkam, war Lisa schon in der Küche. Sie sah David mit einem stolzen Lächeln an. „Du hast dich wieder ganz alleine fertig gemacht. Sehr gut!"
David nickte, aber es war ihm nicht unangenehm. Irgendwie fühlte er sich inzwischen sicher genug, auch solche Dinge selbst zu entscheiden.
„Komm, dann los! Es ist der letzte Tag", sagte Lisa und sie gingen zusammen zum Auto.
In der Kita angekommen, war Mona, die Leiterin, schon da und bereitete alles vor. David ging zu seiner Garderobe, zog die Regenjacke aus und hängte die Softshelljacke an den Haken. Die Softshellhose ließ er an, weil sie auch für drinnen gut geeignet war. Irgendwie hatte er sich daran gewöhnt, und es störte ihn nicht mehr. Die Kinder lachten nicht über seine Kleidung, und das war für ihn das Wichtigste.
Der Tag verlief wie gewohnt. Frühstücksvorbereitung, Spiele, Lachen und viel Bewegung. Es war ein regnerischer Tag, also öffnete Mona die kleine Turnhalle mit den Matratzen und dem Klettergerüst. Die Kinder hatten viel Spaß dabei, und David half, wo er konnte.
Mittags gab es ein tolles Essen für die Kinder und natürlich auch für die Mitarbeiter. David fühlte sich mehr und mehr wie ein Teil der Gruppe. Es war kein reiner Arbeitsplatz für ihn, sondern irgendwie hatte er sich damit arrangiert und fand auch Freude daran.
Doch dann passierte etwas Unerwartetes. Sandra, eine Kollegin von Mona, kam plötzlich mit der Lehrerin von David in die Kita. Sandra begrüßte die Lehrerin herzlich und führte sie durch die Räume. Sie gingen auch an Davids Garderobe vorbei. Die Lehrerin bemerkte sofort, dass der Name auf der Garderobe von David stand und schaute interessiert auf seine Kleidung.
„Na, David", sagte Sandra mit einem Schmunzeln, „unser David ist mal groß und mal klein, was?" Beide lachten, und die Lehrerin schaute neugierig in die kleine Turnhalle, wo alle Kinder spielten.
David merkte, dass die Lehrerin ihn musterte, und ein bisschen fühlte er sich unwohl. Aber dann dachte er sich, dass es eigentlich gar nicht so schlimm war. Sie hatten doch alle viel zu tun, und er war auch einfach ein Teil des Ganzen.
Die Lehrerin, eine sympathische Frau, schaute sich alles genau an und war beeindruckt von der Arbeit in der Kita. Sie fand es toll, was David tat. „Du machst das wirklich gut", sagte sie ihm schließlich.
Kurz darauf gingen sie alle zusammen ins Büro, wo Mona, die Lehrerin und David über die Woche sprachen. Es ging darum, wie das Praktikum verlaufen war, was gut funktioniert hatte und was vielleicht noch verbessert werden könnte. Die Lehrerin dokumentierte einige Dinge für die Schulleitung und brauchte noch eine Bestätigung, dass David das Praktikum in der Kita absolviert hatte.
„Das war's dann", sagte Mona schließlich, „ich muss nur noch die Bestätigung ausfüllen."
David nickte, während die Lehrerin die letzten Details auf einem Formular ausfüllte. Kurz darauf verabschiedeten sie sich, und draußen stand schon Lisa, die inzwischen aus ihrer Gruppe herausgegangen war, um das Gespräch zu führen. Mona sagte gleich: „Lisa, du weißt ja schon, dass wir gerne hätten, dass David hier seine Ausbildung macht, oder?"
David fühlte sich unwohl, als er die Worte hörte. Er hatte es erwartet, aber trotzdem war er sich noch nicht sicher. Er hatte nicht viel Auswahl. Er konnte sich keine andere Ausbildung vorstellen und wollte auch nicht noch länger warten, um zu entscheiden, was er machen sollte.
„Ja, ich denke, das passt", sagte David zögerlich. „Ich mache die Ausbildung hier."
Mona freute sich und drückte ihm die nötigen Unterlagen in die Hand. Alles war schnell unterschrieben. David war sich immer noch unsicher, aber ein Teil von ihm fühlte sich ein bisschen erleichtert. Vielleicht war es nicht der einfachste Weg, aber es war ein Weg, der ihm zumindest bekannt war.
„Dann bis September zur Ausbildung, David!", sagte Mona und strahlte. „Und euch beiden einen schönen Freitag!"
Der Regen draußen hatte den Himmel in ein graues Tuch gehüllt, und die Tropfen prasselten rhythmisch gegen das Fenster. David stand noch immer am Fenster und blickte hinaus. Der Tag war zu Ende, und seine Gedanken wirbelten wie der Regen. Er hatte es geschafft. Der Vertrag war unterschrieben, die Entscheidung getroffen. Doch irgendwie fühlte sich das alles noch nicht richtig an.
„David", sagte Lisa leise, als sie nach dem Gespräch mit Mona zusammen nach Hause fuhren. „Ich weiß, dass das keine leichte Entscheidung für dich war. Aber du wirst es gut machen. Ich glaube an dich." Ihre Stimme war warm und voller Zuversicht.
David nickte, aber in seinem Kopf jagten noch immer tausend Gedanken umher. Was, wenn er doch falsch entschieden hatte? Was, wenn er sich mehr gewünscht hätte? Aber das Gefühl, das ihn überkam, war nicht mehr die aufgewühlte Unsicherheit, sondern etwas anderes – eine Art von Leere. Er wusste, dass er keine andere Wahl hatte, aber irgendwie hatte sich der Schritt nicht wie ein Neubeginn angefühlt. Vielmehr wirkte es wie ein Weiterziehen ohne einen wirklichen Plan.
„Danke, Mama", sagte er schließlich, aber die Worte fühlten sich irgendwie leer an.
Lisa sah ihn an, als sie im Auto saßen und langsam in die Straßen einbogen, die nach Hause führten. „Ich bin ja auch immer da, David. Du bist nicht allein", sagte sie mit einem sanften Lächeln. „Und ich werde dir helfen, wenn du Unterstützung brauchst. Du bist hier immer willkommen, und wenn du mal nicht weiter weißt, können wir zusammen reden. Ich glaube an dich und weiß, dass du dich hier wohlfühlen wirst. Es ist ein neuer Anfang."
David sah sie an, und für einen Moment war es, als ob ein kleines Licht in ihm aufging. Irgendwie war es beruhigend, zu wissen, dass sie immer da sein würde. Auch wenn das alles nicht so war, wie er es sich vorgestellt hatte, hatte er wenigstens eine Unterstützung, die ihm vertraut war. „Danke", sagte er leise. „Ich hoffe, das wird klappen."
„Es wird klappen", wiederholte Lisa fest. „Ich weiß, dass du gut darin bist, dich anzupassen. Du hast so viel zu geben, David. Ich bin stolz auf dich."
Als sie schließlich zu Hause ankamen und David aus dem Auto stieg, spürte er ein kleines Stück Erleichterung. Der Freitag war vorbei, das Praktikum war abgeschlossen, und mit jedem Schritt in Richtung seines Zimmers, in dem er sich etwas zurückziehen konnte, fühlte sich die Zukunft ein kleines bisschen greifbarer an.
Er ließ sich auf sein Bett fallen und schloss die Augen. Der Regen hatte aufgehört, und die Sonne kämpfte sich zaghaft durch die Wolken. „Vielleicht ist das doch der richtige Weg", dachte er. „Vielleicht ist es Zeit, dem neuen Kapitel eine Chance zu geben."
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Davids Abenteuerreise
Non-FictionDavid kämpft mit dem Wunsch nach Kindheit und Geborgenheit. Als seine Mutter Lisa das Geheimnis entdeckt, steht sie vor der Herausforderung, ihren Sohn zu verstehen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Ein emotionales Gespräch entfaltet sich, da...
