Mittwoch - Der Ausflug

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Der Mittwoch beginnt früh. David wird von seiner Mutter geweckt, und wie immer gibt es keine Diskussionen – er muss aufstehen. Müde schleppt er sich in die Küche und gähnt. Noch halb im Halbschlaf fragt er sich, was er heute anziehen soll. Vielleicht Jeans und ein Pullover? Doch als er in den Flur kommt, erstarrt er.

Seine Garderobe ist bereits vorbereitet.

Schwarze Regenbundhose, blaue Regenjacke, Halstuch, Thermounterwäsche, Geox-Winterstiefel.

David seufzt innerlich. Natürlich hat Lisa ihm wieder alles zurechtgelegt. Nicht einmal das kann er selbst entscheiden. Einen kurzen Moment überlegt er, ob er einfach protestieren und sich etwas anderes anziehen soll. Doch dann erinnert er sich an den Vortag – als er morgens minutenlang unschlüssig vor seinem Schrank stand. Lisa hatte ihn beobachtet und anscheinend beschlossen, diese Entscheidung in Zukunft einfach für ihn zu übernehmen.

„Damit bist du heute gut ausgerüstet", sagt sie bestimmt. „Und du weißt ja – wenn du es dir selbst aussuchen müsstest, würdest du sowieso wieder ewig überlegen."

David presst die Lippen aufeinander. Es fühlt sich an wie ein Schlag in die Magengrube – wieder nimmt sie ihm die Kontrolle weg. Aber was soll er tun? Er kann diskutieren, aber am Ende wird er es sowieso tragen müssen. Wortlos zieht er sich um, nimmt seine Tasche und folgt seiner Mutter hinaus zum Auto.


Die Fahrt zur Kita verläuft ruhig. Dort angekommen, beginnt der Tag mit freiem Spiel für die Kinder. David hilft dabei, Spielsachen aufzuräumen, während er auf das Frühstück wartet. Doch dann kommt eine Lieferung an – ein Paket für Lisa.

Neugierig stellt sie den Karton ins Büro. Mona und David stehen daneben, während Lisa beginnt, den Inhalt auszupacken. Kaum sieht David den ersten Gegenstand, spürt er, wie sich sein Magen zusammenzieht. Schon wieder Kleidung?

Lisa zieht eine schwarze Softshelljacke heraus. „Die ist perfekt für die Übergangszeit", liest sie von der Verpackung vor. „Mit Kapuze und zwei Eingrifftaschen."

Dann folgt eine Softshellhose, ebenfalls in Schwarz. Lisa erklärt weiter:
„Die bietet viel Bewegungsfreiheit, ist robust und wasserdicht an den entscheidenden Stellen – Knie und Gesäß. Perfekt für draußen."

Mona nickt begeistert. „Die Sachen sind echt gut! Die wirst du bestimmt mögen, David."

Doch David fühlt sich überfordert. Immer wieder neue Sachen. Immer wieder entscheidet jemand anderes für ihn. Es reicht ihm. Ohne nachzudenken, reißt er sich los, wirft die Hose auf den Boden und ruft laut:

„Ich will das alles nicht! Ich bin erwachsen!"

Einen Moment lang herrscht Stille. Mona und Lisa tauschen einen Blick. Dann sagt Mona ruhig:

„Na ja, so benimmt man sich aber nicht wie ein Erwachsener."

David spürt, wie sein Gesicht heiß wird. Er weiß, dass er sich kindisch verhält, aber er kann einfach nicht anders. Es frustriert ihn so sehr, dass Lisa ihn immer wieder in diese Rolle drängt. Er ballt die Fäuste und dreht sich wortlos um.

Lisa seufzt. „Lass ihn", murmelt sie zu Mona. „Er wird sich schon beruhigen."


Nach dem Frühstück beginnt die Vorbereitung für den geplanten Ausflug zum Bauernhof. Die Kinder ziehen ihre Gummistiefel und wetterfeste Kleidung an. Lisa betreut heute eine andere Gruppe, deshalb begleiten Mona und Sandra die Kinder.

„David, vergiss nicht deine Matschlatzhose, die passende Matschjacke und die Gummistiefel", erinnert ihn Mona. „Es wird ein langer und auch etwas dreckiger Tag. Sei ein gutes Vorbild für die Kinder."

Davids AbenteuerreiseWo Geschichten leben. Entdecke jetzt