Die Prüfungszeit beginnt

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David war froh, dass er das Praktikum hinter sich hatte. Das Wochenende war eine willkommene Pause, in der er einfach mal machen konnte, was er wollte. Keine Kita, keine Verantwortung, keine Kinder – nur er, seine PlayStation und ein paar entspannte Stunden. Doch die Ruhe war trügerisch. Die Abschlussprüfungen rückten immer näher, und er wusste, dass der Stress bald beginnen würde.

Lisa hatte ihm versprochen, dass sie sich aus seinen Lernzeiten heraushalten würde. „Das ist jetzt deine Sache, David", hatte sie gesagt. „Ich will, dass du dich auf deine Prüfungen konzentrierst. Ich werde nicht kontrollieren, wann du lernst – aber ich erwarte, dass du es tust."

David hatte nur genickt. Einerseits war er erleichtert, dass sie ihn nicht ständig drängeln würde, andererseits wusste er auch, dass sie genau beobachten würde, wie er sich verhielt. Sie ließ ihn zwar machen, aber wenn sie das Gefühl hatte, dass er nicht genug tat, würde sie sich sicherlich einmischen.

Am Montagmorgen begann der neue Alltag. Keine Kita mehr – stattdessen Unterricht, Prüfungspläne und Lehrer, die ständig betonten, wie wichtig diese letzten Monate waren. In der Schule war die Atmosphäre anders als sonst. Viele seiner Mitschüler wirkten angespannter. Auch David spürte, wie sich ein Knoten in seinem Magen bildete, als die Lehrer die Prüfungsinhalte noch einmal durchgingen.

Nach der Schule ließ Lisa ihn in Ruhe. Sie fragte nicht einmal, ob er gelernt hatte. David verbrachte den Nachmittag größtenteils an seinem Schreibtisch, blätterte in seinen Unterlagen, versuchte sich zu konzentrieren – aber immer wieder drifteten seine Gedanken ab.

Am Wochenende jedoch zeigte sich, dass Lisa trotz ihrer Zurückhaltung in bestimmten Dingen weiterhin auf ihn achtete. Es regnete in Strömen, und als David am Samstagvormittag vorhatte, eine Runde rauszugehen, stand sie bereits mit seiner Regenjacke und der Bundhose bereit.

„David, zieh das bitte an. Es ist nass und kalt draußen", sagte sie bestimmt.

„Mama, ich bin doch nur kurz weg...", protestierte er.

„Es geht nicht darum, wie lange du weg bist. Ich will nicht, dass du krank wirst. Und du weißt, dass du dich dann wieder unwohl fühlst."

David seufzte. Er wusste, dass er die Diskussion nicht gewinnen würde. Widerwillig zog er die Sachen an und spürte sofort wieder dieses Gefühl – die Mischung aus Sicherheit und Unbehagen. Es störte ihn nicht mehr so sehr wie früher, aber ganz wohl fühlte er sich damit auch nicht.

Als er zurückkam, musterte Lisa ihn zufrieden. „Gut gemacht. Und? War doch gar nicht so schlimm, oder?"

David zuckte mit den Schultern und verschwand schnell in seinem Zimmer. Er wusste, dass die nächste Zeit anstrengend werden würde – nicht nur wegen der Prüfungen, sondern auch wegen der ständigen kleinen Kämpfe mit seiner Mutter, die ihn immer noch wie einen kleinen Jungen behandelte, wenn es um Kleidung und Vorsicht ging.

Davids AbenteuerreiseGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt