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David wachte an diesem kühlen Herbstmorgen mit einem wohligen Gefühl auf – der Duft von frischen Pancakes und heißer Schokolade zog aus der Küche in sein Zimmer. Noch ein wenig verschlafen schlurfte er nach unten, wo seine Mutter ihn mit einem strahlenden Lächeln begrüßte. Auf dem Tisch warteten bereits seine Lieblingspancakes mit Blaubeeren, kunstvoll gestapelt, neben einer dampfenden Tasse heißer Schokolade.

„Guten Morgen, mein Schatz," sagte sie fröhlich, während sie einen weiteren Teller abstellte. „Ich dachte mir, wir machen es heute Morgen besonders gemütlich, bevor wir losziehen."

David stutzte. „Losziehen? Wohin?" fragte er vorsichtig.

Seine Mutter lächelte sanft und begann, ihm Blaubeeren auf die Pancakes zu legen. „Es wird kälter, und der Regen wird sicher bald häufiger. Ich möchte dich heute neu ausstatten. Deine Matschhose, Jacke und Gummistiefel reichen nicht aus, und ich will auch Wechselklamotten für die Betreuung bei mir haben."

David spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht schoss. „Mama, das ist doch nicht nötig," protestierte er schwach.

„Doch, David," sagte sie ruhig, aber bestimmt. „Ich möchte, dass du immer trocken, warm und gut ausgestattet bist. Außerdem hast du dich selbst in diese Situation gebracht – oder hast du vergessen, dass du die erste Matschklamotten-Bestellung heimlich gemacht hast?"

David wusste, dass er keine Chance hatte. Seine Mutter war immer liebevoll, aber wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, gab es kein Entkommen. Er seufzte und aß widerwillig seinen Pancake, während seine Mutter weiter über Jacken, Hosen und Schuhe sprach, die sie kaufen wollte.


Die Vorbereitung

Als sie sich auf den Weg zum Einkaufszentrum machten, zog David seine gewohnte sportliche Jacke und Turnschuhe an. Doch kaum stand er fertig angezogen im Flur, runzelte seine Mutter die Stirn. „David, zieh bitte deine blaue Matschjacke an und nimm deine Bommelmütze."

„Aber Mama, das ist doch total peinlich! Meine Sachen sind cooler, und ich will nicht, dass mich jeder so sieht," murrte er und hielt seine Sportjacke fest.

„Das ist mir egal," entgegnete sie streng, reichte ihm aber ruhig die Matschjacke und die Mütze. „Es ist kalt draußen, und genau deswegen kaufen wir dir neue Sachen – deine alten Klamotten sind einfach nicht passend. Sei froh, dass ich dir nicht gleich die Matschhose und Gummistiefel angezogen habe. Los jetzt!"

David spürte, dass er keine Wahl hatte. Seufzend schlüpfte er in die Jacke und setzte die Bommelmütze auf. Seine Mutter trat einen Schritt zurück, betrachtete ihn und lächelte. „Siehst doch süß aus, mein Schatz."


Schon beim Betreten des Ladens fühlte sich David unwohl. Die Einrichtung war bunt, die Regale niedrig, und die meisten Kleidungsstücke schienen auf eine jüngere Zielgruppe abzuzielen. Zwischen den leuchtenden Gummistiefeln mit Tiermotiven und den Jacken mit kindlichen Mustern sah er sich um und hoffte inständig, dass niemand, den er kannte, ihn hier sehen würde.

„David, schau mal hier!" rief seine Mutter begeistert und hielt ihm eine blaue Tucan-Jacke entgegen. Sie war auffällig: kräftiges Blau mit reflektierenden Streifen, die auf der Brust und den Ärmeln funkelten.

„Mama, die sieht doch aus wie für ein Kind," murmelte er.

„Das ist mir egal," entgegnete sie ruhig. „Die Jacke ist perfekt: wasserdicht, winddicht und warm. Genau, was du brauchst, wenn es regnet oder kalt ist."

Eine junge Verkäuferin namens Lea, etwa Mitte zwanzig, trat lächelnd hinzu. „Hallo! Kann ich helfen?" fragte sie freundlich und musterte die Jacke, die Davids Mutter in der Hand hielt. „Die ist wirklich toll, vor allem für kleine Abenteurer wie ihn."

Davids AbenteuerreiseWo Geschichten leben. Entdecke jetzt