Es war der Heiligabend, und die Familie machte sich auf den Weg zu Oma und Opa, um das Fest zu feiern. Doch bevor sie losfuhren, hielt seine Mutter inne und sah David an, der mit seiner normalen Winterjacke und Jeans da stand.
„David, überleg dir gut, ob du wirklich ohne deine Matschklamotten los willst. Du weißt doch, wie nass es draußen ist", sagte sie mit einem prüfenden Blick.
David starrte sie an und überlegte einen Moment. Endlich mal ohne diese übertriebenen Klamotten rausgehen! „Eigentlich würde ich dieses Mal wirklich gerne mal ohne die Matschklamotten rausgehen", sagte er hoffnungsvoll.
Seine Mutter dachte kurz nach, dann nickte sie, aber mit einem strengen Blick. „Okay, David, wenn du unbedingt möchtest. Aber du musst trotzdem gut geschützt sein. Du wirst trotzdem deine Mütze und deinen Schal brauchen!"
„Muss das sein?" David seufzte innerlich, aber er wusste, dass Widerstand zwecklos war. „Ja, Mama", sagte er schließlich.
„Gut", sagte sie, während sie ihm die dicke Bommelmütze reichte. „Setz sie dir auf, wir wollen ja nicht, dass du dir etwas einfängst."
David schloss die Augen für einen Moment und setzte sich die Mütze auf. Mütze und Schal, jedes Mal das Gleiche.
„Jetzt noch dein Schal", sagte seine Mutter, als sie den weichen, bunten Schal aus ihrer Tasche zog. „Der ist perfekt für den Winter. Du wirst sehen, dass du dich so viel wohler fühlst."
„Ja, Mama, ich weiß", sagte David und ließ sich das Halstuch über den Kopf ziehen. Das hätte ich alles auch selbst machen können.
„So, jetzt hast du das Wichtigste. Und nun deine Schuhe", sagte sie dann und ging zu dem Karton, den sie schon zusammen beim letzten Einkauf ausgesucht hatten. Es waren die Geox-Schuhe mit Klettverschluss, die sie für den Winter gekauft hatten – ein Geschenk, das sie ihm mit einem Lächeln überreicht hatte.
„David, du weißt noch, wie bequem die sind. Und mit den Klettverschlüssen kannst du sie ganz schnell selbst anziehen, keine Schnürsenkel mehr", sagte sie, während sie ihm die Schuhe hinhielt.
David fühlte sich in dem Moment wie ein kleines Kind. Ich kann mich doch wirklich selbst anziehen, dachte er. Aber es war klar, dass sie ihn wieder wie ein Kind behandelte. Er zog die Schuhe an und schnallte den Klettverschluss zu. „Danke, Mama", sagte er trocken.
„So, jetzt bist du perfekt ausgestattet!", sagte sie, zufrieden, während sie die Tasche mit den Geschenken und anderen Kleinigkeiten schnappte. „Jetzt können wir wirklich los!"
David atmete tief durch und versuchte, seine Unzufriedenheit zu verbergen. Warum behandelt sie mich immer so? dachte er. Aber es gab keinen Ausweg. Wenn er jetzt noch etwas sagte, würde sie nur wieder mit ihrer Fürsorge und ihren Argumenten kommen, wie wichtig all diese Sachen waren.
„Komm, David, steig ins Auto!", sagte seine Mutter, die bereits den Schlüssel in der Hand hielt.
„Ja, Mama", antwortete er, der sich kaum daran erinnerte, wann er das letzte Mal ohne diese ständigen "Vorbereitungen" losgefahren war.
Mit einem letzten Blick auf die Tasche, die seine Mutter gepackt hatte, stieg David ins Auto, fühlte sich aber, als wäre er wieder der kleine Junge von früher.
Der Spaziergang zur Kirche
Es war ein ruhiger Nachmittag, als die Familie endlich vor dem gemütlichen Haus von Oma und Opa ankam. Opa stand mit einem breiten Lächeln auf der Schwelle, als er die Tür öffnete. „Na, ihr beiden! Willkommen!", rief er fröhlich und zog seine Tochter und David mit einer herzlichen Umarmung in das warme Wohnzimmer.
„David, schön, dich zu sehen!", sagte Oma und küsste ihn auf die Stirn. „Wie groß du geworden bist!" David nickte und murmelte ein „Hallo, Oma" in einer Mischung aus Dankbarkeit und Unbehagen. Er fühlte sich nach wie vor etwas kindlich, vor allem in dem warmen, aber auffällig kindlichen Outfit, das seine Mutter ihm heute wieder ausgesucht hatte.
Nachdem sie sich drinnen niedergelassen hatten, begann die Mutter sofort, die mitgebrachten Geschenke unter den Weihnachtsbaum zu legen. Oma und Opa unterhielten sich angeregt und boten David eine Tasse Kakao an, während sie ein paar Runden „Mensch ärgere dich nicht" spielten. David fühlte sich zwischen den heiteren Gesprächen seiner Großeltern und seiner Mutter immer mehr wie ein außenstehender Beobachter. Der ständige Blick auf seine Kleidung und das Gefühl, wie seine Mutter ihn wie ein kleines Kind behandelte, nagte an ihm.
Als sie schließlich genug gespielt hatten, erhob sich Oma und sagte: „Wie wäre es, wenn wir noch zusammen zur Kirche spazieren? Es ist so schön draußen, und der Gottesdienst ist gleich. David, hast du Lust, mit uns zu gehen?"
David wollte gerade zustimmen, als seine Mutter sich plötzlich einmischte. „Warte, David, du musst dich noch umziehen. Ich habe extra deine Matschlatzhose und die Regenjacke mitgebracht. Wir wollen doch nicht, dass du dich erkältest, oder?"
David erstarrte. Er wollte wirklich nicht in diese Kleidung gesteckt werden, und das ausgerechnet vor seinen Großeltern. „Muss das wirklich sein?", fragte er, obwohl er wusste, dass er es kaum wagen konnte, sich zu wehren. „Ich hab doch die Thermohose an, das reicht doch!"
„Die Thermohose hält dich warm, aber die Matschlatzhose schützt vor dem nassen Schnee", erklärte seine Mutter ruhig. „Und du weißt, wir wollen auf Nummer sicher gehen."
David seufzte. Es war immer wieder dasselbe. Warum musste sie ihm ständig vorschreiben, was er anziehen sollte? Aber als er auf Oma und Opa blickte, die ihn immer noch freundlich anlächelten, konnte er nicht anders, als sich von der Situation überfordert zu fühlen. Er fühlte sich plötzlich wieder wie ein kleiner Junge.
„Mama, bitte, nicht wieder!", stöhnte er leise und versuchte, sich irgendwie zu wehren. Doch sie gab ihm nur einen festen Blick und reichte ihm die Matschlatzhose. „David, zieh dich jetzt schnell um. Sonst gibt es keine Geschenke mehr!"
David blinzelte verwirrt, als er die Worte hörte. „Was? Keine Geschenke?", fragte er ungläubig.
„Genau", sagte seine Mutter mit einem strengen Lächeln. „Zieh dich schnell um, dann können wir noch rechtzeitig zur Kirche gehen."
Er spürte, wie der Druck in ihm wuchs. Doch er wusste, dass er keine Wahl hatte. „Okay, okay...", murmelte er und nahm die blaue Matschlatzhose entgegen. Es war nicht zu übersehen, dass es eine lange Diskussion gegeben hatte, aber seine Mutter war unerbittlich.
David zog sich widerwillig die Matschlatzhose an und schlüpfte schließlich auch in die Gummistiefel. Als er dann die Regenjacke und das Halstuch überstreifte, wusste er, dass seine Mutter ihn wieder einmal wie ein kleines Kind angezogen hatte.
„Komm schon, David, du siehst doch wirklich gut aus!", sagte Oma mit einem Lächeln und betrachtete ihn. „Wirst du uns nicht gleich begleiten?"
David spürte die Peinlichkeit, die ihm ins Gesicht stieg. „Ja, ich komme ja schon...", murmelte er und versuchte, sich so wenig wie möglich durch die Kleidung eingeengt zu fühlen.
In diesem Moment öffnete sich plötzlich die Tür, und eine junge Familie trat ein. Die Eltern waren mit ihrem etwa achtjährigen Sohn gekommen. Die Mutter des Jungen, die ihm freundlich zunickte, drehte sich dann zu Oma und Opa und sagte lachend: „Na, David, wie sieht's aus? Ziehst du auch noch die matschigen Klamotten an?"
David erstarrte, als er hörte, dass die Mutter des Jungen ihn anscheinend mit einem Blick auf seine Regenklamotten begrüßte. „Oh nein, nicht du auch noch!", dachte er frustriert. Die Mutter des Jungen lachte. „Schau mal, du bist ja auch noch ein bisschen in den Matschklamotten wie unser Felix hier. Sieht doch super aus, oder?"
Felix, der acht Jahre alt war, schaute zu David hinüber und grinste. „Die gleichen Stiefel haben wir an!", rief er.
„Felix, sei nett", sagte die Mutter mit einem Lächeln. Und du, David, du bist da doch auch ganz sicher nicht abgeneigt, oder?"
David fühlte, wie ihm das Gesicht heiß wurde. Er war peinlich berührt und wollte am liebsten im Boden versinken. Aber er konnte nichts tun, da seine Mutter mit einem strengen Blick die Situation beobachtete.
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Davids Abenteuerreise
Non-FictionDavid kämpft mit dem Wunsch nach Kindheit und Geborgenheit. Als seine Mutter Lisa das Geheimnis entdeckt, steht sie vor der Herausforderung, ihren Sohn zu verstehen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Ein emotionales Gespräch entfaltet sich, da...
