Die ersten Tage der Prüfungsphase zogen sich für David wie Kaugummi. Die Atmosphäre in der Schule war angespannt. Alle waren ständig am Lernen, hatten sich in kleinen Gruppen versammelt, sprachen über Formeln, Themen und Prüfungstipps. Jeder schien zu wissen, was er tat, während David immer wieder in die Unterlagen starrte und doch das Gefühl hatte, nichts wirklich zu verstehen. Es war, als würde er auf einen Berg hinaufklettern und keinen Gipfel in Sicht haben.
Seine Mitschüler waren fleißig, wie immer. Viele redeten schon über ihre Zukunft – was sie nach der Schule machen wollten, welche Ausbildung sie starten wollten. Einige wussten bereits, was sie tun würden, und wirkten dabei so sicher. David fühlte sich wie ein Außenseiter, der einfach nicht wusste, wo er hingehörte. Als der Unterricht nach der letzten Stunde zu Ende ging, packte er seine Sachen langsam zusammen. Viele seiner Freunde hatten schon eifrig ihre Notizen und Bücher im Rucksack verstaut, bereit, zu Hause weiter zulernen. David hingegen schlich sich ins Schulgebäude und dachte an das, was er daheim erwarten würde.
„David", hörte er Lisa rufen, als er nach Hause kam. „Ich habe das Gefühl, dass du den ganzen Tag nicht wirklich konzentriert bist. Was ist los?"
„Ich lerne ja", murmelte David und schloss die Tür seines Zimmers hinter sich.
„Es geht nicht nur darum, dass du irgendetwas lernst", sagte Lisa, die ihm unauffällig folgte. „Du musst auch Verantwortung übernehmen. Denk dran, du wirst bald in einer Kita arbeiten. Du musst Geduld zeigen können und die Dinge richtig machen."
David rollte innerlich mit den Augen. Es war nicht so, als ob er das nicht wusste, aber es nervte ihn, immer wieder darauf hingewiesen zu werden. „Ja, ich weiß, Mama, du hast es mir schon tausend Mal gesagt", erwiderte er ungeduldig.
Lisa zog eine Augenbraue hoch, als sie die Haufen an Notizen und Büchern auf seinem Schreibtisch sah. „Das ist nicht genug, David. Wenn du jetzt nicht konzentriert bleibst, wirst du später Schwierigkeiten haben. Und du weißt, dass ich immer da bin, um dir zu helfen."
David stöhnte. Er fühlte sich wie ein kleines Kind, das ständig ermahnt wurde. Warum konnte sie ihm nicht einfach ein bisschen mehr Vertrauen schenken? Vielleicht hatte er nicht die besten Noten in der Vergangenheit gehabt, aber er wusste, dass er die Prüfungen irgendwie schaffen würde. Warum konnte sie nicht einfach mal in Ruhe lassen und ihm den Raum lassen, den er brauchte?
Den Rest des Nachmittags verbrachte David dann alleine in seinem Zimmer, um zu lernen. Es war nicht leicht, sich zu konzentrieren, aber mit jedem Buch, das er aufschlug, merkte er, dass er wirklich etwas verstand. Er wusste, dass er nicht der Beste war, aber vielleicht war es auch gar nicht nötig, der Beste zu sein. Es war okay, einfach sein Bestes zu geben, auch wenn es nicht immer perfekt war. Langsam wuchs in ihm das Gefühl, dass er sich nicht nur auf die Prüfungen vorbereitete, sondern auf den nächsten Schritt in seinem Leben.
Am Abend, als er vom Lernen erschöpft den Kopf auf das Kissen legte, schlich Lisa sich in sein Zimmer. Sie stand einen Moment im Türrahmen und beobachtete ihn. David merkte es nicht, doch als er aufblickte, sah er sie.
„Mach dir keinen Stress, David", sagte sie leise. „Du machst das gut, auch wenn du manchmal deine Zweifel hast. Aber du bist auf dem richtigen Weg."
David nickte, und irgendwie beruhigte ihn das. Vielleicht hatte sie doch recht. Vielleicht würde er das alles tatsächlich hinbekommen. Aber auch wenn es so war, würde es noch eine Weile dauern, bis er es wirklich glaubte. Es war ein langer Weg, den er da vor sich hatte, und er wusste, dass er ihn nicht alleine gehen musste.
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Davids Abenteuerreise
No FicciónDavid kämpft mit dem Wunsch nach Kindheit und Geborgenheit. Als seine Mutter Lisa das Geheimnis entdeckt, steht sie vor der Herausforderung, ihren Sohn zu verstehen und ihn auf seinem Weg zu unterstützen. Ein emotionales Gespräch entfaltet sich, da...
