Stadtgeflüster

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Leise ertönen unsere Schritte auf dem Rasen und wir durchqueren den Park in einem gemütlichen Tempo bis wir wieder auf Asphalt treffen. Es ist sehr still heute Abend und nur in weiter Ferne kann ich ein paar Menschen erkennen. Durch die Dunkelheit sind sie jedoch nur schemenhafte Gestalten und auch wir verschmelzen mit der Nacht. Von weitem hört man das Quietschen der Züge, welche über die Gleise fahren und wenig später im Hauptbahnhof anhalten. Die Luft ist etwas frisch, doch ich habe nicht kalt und lehne mich etwas an ihn. Er neigt seinen Kopf, bis er mich mit seinen hellblauen Augen anschauen kann. Ich erwidere seinen Blick mit einem Lächeln und nehme dann seine Hand. Mit gemächlichen Schritten ziehe ich ihn bis zu einem Geländer, welches am Rand des Platzes steht. Unter uns verteilen sich die Häuser der Stadt, ihre Lichter leuchten bis zu uns hinauf. Auch wenn es Nacht ist, ist die Stadt voller Bewegung, voller Tatendrang, Lust und Fröhlichkeit. Zuerst stehen wir schweigend am Geländer und beobachten das Treiben unter uns. Hier sind wir nur für uns, doch trotzdem Teil eines grossen Ganzen. Über uns leuchtet der Mond und wirft leichte Schatten auf den Platz.

«An welchem Ort wärst du jetzt gerade gerne?»

Seine Stimme klingt rau und ich beobachte, wie er mich fragend anschaut.

Ich lasse meinen Blick über die Aussicht schweifen und treffe dann wieder seinen Blick.

«Für den Moment geniesse ich diesen Augenblick sehr und will nirgendwo anders sein.»

Ein Lächeln erscheint auf seinem Gesicht und er kommt ein paar Zentimeter näher. Ich lasse meinen Blick über sein Gesicht schweifen, zu seinen blauen Augen, über den Ansatz seines Drei-Tage Bartes und zu den feinen Locken seiner hellbraunen Haare. Plötzlich spüre ich seine Hand an meiner Hüfte und ich lehne mich seitwärts an das Geländer. Sein Blick wird intensiver und ein aufregendes Kribbeln macht sich in mir breit.

Sein Atem, als er geräuschvoll ausatmet, trifft auf meine warme Haut.

Mit einem Finger hebt er mein Kinn an. Mein Atem wird etwas schneller und mit einem Lächeln auf den Lippen überbrücke ich die Distanz zwischen uns. Seine warmen Lippen treffen auf meine und saugen sanft an meiner Unterlippe. Sein Griff um meine Hüfte wird fester, er greift an meine hellblaue Jeans und ich gleite mit meinen Fingern in seine Haare. Sanft zwirble ich seine Locken um meine Finger und ziehe leicht daran. Unser Kuss wird intensiver und mit einem Ruck dreht er mich um und presst mich gegen das Geländer. Ich spüre die Härte des Metalls an meinem Rücken und die Weichheit seiner Lippen auf meinem Mund. Je länger wir uns küssen, desto mutiger wird er. Seine Hände gleiten meine Oberschenkel auf und ab und mit seinem ganzen Gewicht drückt er mich an das Geländer. Ich halte mich an ihm fest und geniesse die Empfindungen, welche er in mir auslöst. Ich spüre die Ränder seines dunklen Mantels an mir, und es ist fast so, als würde er mich verstecken und einnehmen. Ich fühle mich geborgen und weiss, dass uns niemand in der Dunkelheit sehen kann. Auf einmal lässt er von meinen Lippen ab und geht weiter nach unten, zu meinem Hals. Geniesserisch schliesse ich die Augen, lege meinen Kopf in den Nacken und spüre, wie das Kribbeln in meinem Körper immer stärker wird.

«Magst du es, wenn ich dich am Hals verwöhne?»

Ich liebe es zu hören, wie er schwer atmet und die Worte an meinem Hals brummt.

«Mhmh ja, bitte einfach nicht aufhören, mit dem was du machst.»

Ein leises Lachen kommt aus seiner Kehle und er vertieft den Kuss auf meinen Lippen. Eigentlich sollte ich frösteln, doch ich spüre gar nicht, wie die Kälte an mich herankommt. Mein Körper ist viel zu erhitzt und ich kann die Wärme von seinem Körper an meiner Kleidung spüren.

Unser Kuss wird immer heisser und ich verteufle mich in Gedanken daran, dass wir hier draussen stehen. Warum stehen wir hier, inmitten der Stadt? Ein elegantes Hotelzimmer oder auch einfach nur ein Bett wäre viel angenehmer. Doch es hat auch seinen Reiz, hier in der Dunkelheit zu stehen und ich weiss, dass ich definitiv mehr will. Meine Hände reiben über seine breiten Schultern und krallen sich an seinem Rücken fest. Sein Duft umweht meine Nase und ich geniesse es, wie er meinen Hals verwöhnt und dann wieder zu meinen Lippen geht. Seine Zunge streift meine Unterlippe und dazu sein ganzes Gewicht an mir zu spüren, macht mich ganz schwummrig im Kopf.

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