Nun stehe ich wieder vor der Tür, die ich nie wieder mehr sehen wollte. Ich stehe wieder vor dem Haus, wo ich den schlimmsten Schmerz jemals erfahren durfte.
Ich habe hier nicht lange gelebt, aber es hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Es hat sich angefühlt, als wäre ich hier groß geworden.
Hier habe ich mich weiter entwickelt, hier habe ich gespürt, was wahre Liebe bedeutet. Hier konnte ich aufblühen und hier wurde mir alles wieder weggenommen, jedoch stehe ich wieder hier und klingle an der Tür. Ich klingle das aller letzte mal an dieser Tür und werde alles wieder in Ordnung bringen.
Die Tür wurde mir geöffnet und er stand direkt vor mir. Er lächelte unsicher und bat mich rein. Ohne etwas zu sagen, ging ich rein. Wir liefen beide ins Wohnzimmer und dort sah ich einen Jungen auf dem Sofa sitzen.
Ich wusste direkt, dass er es war und lief glücklich auf ihn zu. Ich umarmte ihn und mir liefen sofort Tränen aus den Augen.
Bilal war sehr verwirrt, aber umarmte mich trotzdem zurück. Als ich mich von ihm löste, analysierte ich alles an ihm. Er ist so groß geworden.
"Wer bist du?", fragte er mich.
"Setz dich erst einmal hin, ich werde dir jetzt alles erzählen."
Wir setzten uns beide hin und ich hielt seine Hände fest.
"Ich weiß nicht, ob du einen neuen Namen hast, aber du heißt eigentlich Bilal. Du bist mein Bruder, der vor sehr vielen Jahren entführt worden ist von seiner Familie." Ich zeigte auf Deniz und sah wie Bilals Gesicht blass wurde.
"Wie, was das kann nicht wahr sein. Ich- ich wurde damals von Deniz Abis Familie adoptiert. Das ist eine Lüge."
"Nein damals, als du noch sehr klein warst, sind wir beide gemeinsam in den Supermarkt gegangen und irgendwann hast du meine Handy losgelassen. Du bist irgendwohin gelaufen und jemand hat dich einfach mitgenommen. Wir haben alles getan um dich zu suchen, aber nichts. Du warst wie vom Erdboden verschluckt. Nach deinem verschwinden wurde ich aus der Familie ausgestoßen und darf erst wieder ein Mitglied werden, wenn ich dich finde. Ich möchte zwar kein Mitglied der Familie mehr sein, aber ich möchte ihnen mitteilen, dass ich dich endlich wieder gefunden habe."
"Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll. Ich bin so verwirrt. Deniz Abi sag bitte etwas dazu. Das ist doch alles eine Lüge oder."
"Nein leider, es tut mir leid. Alara hat recht du bist ihr leiblicher Bruder und mein Vater hat dich damals entführen lassen, um an deiner Familie Rache auszuüben. Es tut mir leid, dass ich dir das erst jetzt beichte, aber ich konnte es nicht tun während mein Vater am leben war. Er hätte dich nicht am Leben gelassen."
"Ich brauche etwas Ruhe. Ich komme später wieder zurück.
Bilal stand auf und ging in ein Raum. Nun blieben Deniz und ich alleine zurück. Er versuchte die ganze Zeit mit mir zu reden, aber ich ignorierte ihn die ganze Zeit. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging in die Küche, um mir ein Glas Wasser zu holen.
Als ich mich wieder umdrehte, sah ich ihn an der Türschwelle stehen. Er schaute mich nur an.
"Ist was?" "Nein ich wollte die letzten Momente, wo ich dich sehe noch genießen. Ich weiß, dass ich dich nie wieder mehr zu Gesicht bekommen werde, nachdem die ganze Sache geklärt ist."
"Ja." Mehr konnte ich nicht sagen, denn dieser Mann machte mich immer noch so schwach wie früher. Je länger ich ihn sehe, desto mehr will ich ihn einfach nur umarmen, aber ich kann es nicht. Ich darf es nicht.
"Gibt es wirklich keine Möglichkeit, dass wir doch irgendwie zusammen kommen?" "Nein Deniz es wird nie wieder mehr ein wir geben."
Er kam auf mich zu und blieb vor mir stehen.
"Ich kann ohne dich nicht. Ich brauche dich. Ich weiß nicht was ich ohne dich tun soll. Bitte hilf mir, dass ich genauso ohne dich leben kann, wie du ohne mich." "Deniz bitte ich möchte nicht darüber reden. Das zwischen uns ist unmöglich." "Können wir es nicht möglich machen? Kannst du mir nicht noch eine letzte Chance geben. Dieses mal habe ich auch nichts mehr, was ich verheimliche. Du weißt jetzt alles von mir. Ich tue alles für diese letzte Chance.... Bitte."
"Ich muss nachdenken. Lass mir Zeit und ich werde dir eine Antwort geben, aber dränge mich nicht."
"Damit kann ich auch leben."
Wir beendeten unser Gespräch und Bilal kam in die Küche rein.
"Ich bin glaube ich bereit meine leiblichen Eltern kennenzulernen."
"Gut dann lass uns jetzt los gehen." Er nickte und wir machten uns sofort mit Deniz fertig.
Im Auto war es ruhig und ich brach als erstes die Stille.
"Bilal ich weiß es wird schwer für dich sein, aber wäre es okay, wenn wir unseren Eltern nicht sagen, dass dich der Vater von Deniz entführen lassen hat?"
"Ich hatte von Anfang an nicht vor ihn zu entlarven, deswegen alles gut."
Ich nickte nur und den Rest der Fahrt schwiegen wir alle. Die Fahrt dauerte auch nicht so lange und wir kamen nach zwei Stunden vor unserem Elternhaus an.
"Wow unsere Eltern haben wohl viel Geld."
"Ja unsere Eltern führen eine sehr erfolgreiche Firma, aber ich bin kein Teil mehr davon. Nur noch du und unserer älterer Bruder."
"Wir haben noch einen älteren Bruder?" "Ja leider." "Wieso leider." "Nachdem du verschwunden bist, habe ich durch ihn viel leiden müssen, deswegen existieren sie für mich nicht mehr. Ich möchte auch gar nicht mehr darüber reden. Lass uns das hinter uns bringen."
"Gehen wir nur zu zweit rein?" "Ja. Deniz bleibt im Auto."
Bilal und ich stiegen aus und liefen zur Tür. Die Sicherheitsmänner wollten mich nicht durchlassen, aber irgendwann gaben sie nach und ließen mich nach einem Anruf rein. Keine Sorge nach heute könnt ihr mich alles vergessen.
Vor der Tür stand schon meine Familie mit verschränkten Armen, aber als sie neben mir Bilal sahen, waren sie alle geschockt. So wie ich erkannten sie ihn direkt, da sich mein Baby nicht so viel verändert hatte.
Als wir vor ihnen standen, wussten sie alle nicht was sie sagen sollten und umarmten Bilal sofort. Sie fingen an zu weinen und lachen.
"Endlich, endlich haben wir dich wieder.", riefen sie alle. Sie zogen ihn rein und ich wollte unauffällig wieder verschwinden, aber ich wurde wieder zurück gezogen.
"Wohin gehst du? Da du ihn wieder gefunden hast, kannst du hier wieder rein." Ich guckte auf die Hand, die mich festhielt und schlug sie weg.
"Ich habe ihn nicht hergebracht um wieder ein Teil deiner Familie zu sein "Vater". Ich habe ihn hergebracht, damit ich endlich Ruhe von euch habe. Ich gehöre schon seit Jahren nicht mehr zu euch und möchte es in Zukunft auch nicht mehr. Der einzige der bei mir immer herzlich Willkommen ist, ist Bilal, aber ihr nicht. Ihr seid für mich schon lange tot. Bitte kontaktiert mich nie wieder und lasst uns bitte nie wieder mehr treffen. Ich kann mir euren Anblick nicht mehr länger geben. Ihr habt euren Sohn wieder, aber eure Tochter ist tot. Viel Spaß mit eurer kleinen und feinen Familie."
Bevor ich ging drehte ich mich zu Bilal um.
"Wenn etwas sein sollte, kannst du mich immer anrufen. Meine Nummer hast du ja."
Danach verließ ich das Grundstück und lief auf das Auto von Deniz zu, aber er war nicht in seinem Auto.
Ich drehte mich um und suchte ihn. Als ich ihn nicht fand, wollte ich wieder zu seinem Auto.
Mitten auf der Straße sah ich nur wie mich helle Lichter blendeten und dass es nur schnell auf mich zuraste.
Ich stand so unter Schock, dass ich mich nicht bewegen konnte. Ich war für den Zusammenstoß, aber nichts passierte. Ich spürte nur wie ich weggestoßen wurde und wie mir jemand ich liebe dich hinterher schrie.
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Senden güzeli mi var?
Novela JuvenilJeden Tag treffen wir auf Menschen. Wir machen unsere persönliche Erfahrungen, egal ob positiv oder negativ. Auch wenn wir uns dem nicht bewusst sind, verändern uns diese Begegnungen um ein Hauch. Genau solch eine Begegnung haben der reiche Sohn ein...
