POV Lorent:
Endlich hat uns dieser Scheißkerl allein gelassen. Ich laufe zu Emma und packe sie an den Schultern. "Warum hast du ihn gewarnt?" Ich schüttele sie leicht. "Habe ich doch schon gesagt. Wir hätten sowieso nicht abhauen können. Jetzt lass mich los.", antwortet sie pampig. Ich lasse sie los und gehe zu dem Essen. Ich nehme mein halbes Hähnchen aus der Tüte und beginne damit es in meinen Bauch verschwinden zu lassen. Ich habe einen Riesenhunger, aber ich wollte nicht mit Aiden zusammen essen. Ich hasse diesen Kerl!
POV Emma:
Während Lorent isst, schaue ich mir den Inhalt der anderen Taschen mal genauer an. Ich finde ein paar Thermoskannen mit Tee.
[A/N Apropos Tee, kennt ihr die Sorte Kaktusfeige-Zimt? Köstlich sage ich euch :)]
Außerdem noch jede Menge Decken. Aiden meint es wirklich gut. Da es nichts anderes mehr zu entdecken gibt, stehe ich auf und lege mich ins Bett. Ich nehme nur eine Thermoskanne mit und stelle sie neben das Bett. Ich decke mich - mit der Decke aus Aidens Auto - zu. Einige Zeit später legt sich Lorent hinter mich. Er hebt die Decke an und rutscht so weit vor, bis ich seine Brust an meinem Rücken spüre. Dann legt er noch einen Arm um mich und seine Hand auf meinen Bauch. Ich lege meine Hand auf seine und verschränke unsere Finger miteinander. Wie lange habe ich davon geträumt und ausgerechnet heute - unter solch absurden Umständen - wird der Traum wahr. Glücklich schlafe ich ein.Jedoch wache ich mitten in der Nacht auf, weil mir kalt ist. Lorent schläft, hat immer noch eine Hand auf meinem Bauch liegen und schnarcht leise. Ich hebe seinen Arm hoch, drehe mich um, sodass ich sein Gesicht sehen kann. Er schläft einfach weiter. Ich fahre mit meinen Fingern über seine Wangen, seine Lippen, seine Nase und durch sein Haar. Er dreht sich auf den Rücken. Ich schiebe meine Hand unter sein T-shirt und fahre über seine muskulöse Brust. Das könnte ich ewig machen, wenn da nicht dieses menschliche Bedürfnis wäre, dass sich Schlaf nennt. Denn dieser übermannt mich leider.
POV Lorent:
Ich wache nur auf, weil ich etwas höre. Draußen vor der Hütte. Vielleicht ist es ja der ach so tolle Aiden, den Emma so sehr bewundert. Ich lausche angestrengt, aber es war wohl nur ein wildes Tier. Als ich aufstehen will, merke ich, dass Emma halb auf mir, und, dass eine ihrer Hände unter meinem T-shirt liegt!?! Was ist nur los? Naja, vielleicht war ihr ja kalt - denke ich mir. Ich ziehe vorsichtig ihre Hand aus meinem T-shirt und schiebe sie von mir runter. Dann stehe ich auf. Scheiße, ist das kalt. Doch es lässt sich nicht vermeiden, ich muss mal. Aber wo in Gottes Namen ist 'ne Toilette? Es gibt keine. Na dann werde ich halt warten bis Aiden reinkommt. Also gehe ich wieder zurück zum Bett. Inzwischen ist auch Emma aufgewacht. Verschlafen reibt sie sich die Augen. Ich setze mich wieder ins Bett. Verwundert schaut sie mich an. "Wo warst du?" - "Ich habe mach einer Toilette gesucht." - "Es gibt keine." - "Ja, das habe ich auch schon bemerkt.", antworte ich. Ich greife nach ihrer Hand und wir verhaken unsere Finger miteinander. Sie kuschelt sich an mich und mit meiner freien Hand streiche ich über ihr Haar.
Als ich Schritte höre, stelle ich die Ohren auf. Aiden? Ja, kurz darauf wird der Riegel aufgezogen. Ich springe auf und renne an einem verdutzten Aiden vorbei nach draußen. Er ist so überrumpelt, dass er nicht mal versucht, mich aufzuhalten.
POV Emma:
Gerade eben lag Lorent noch neben mir und im nächsten Moment ist er verschwunden. Verwundert blicke ich durch den Raum und dann verstehe ich, warum Lorent weg ist. Aiden ist da. Dieser will sich gerade umdrehen, wahrscheinlich um Lorent wieder einzufangen, da sage ich: "Lass ihn. Er muss nur mal." Aiden nickt. "Und ich muss auch aufs Klo.", teile ich ihm mit, da er der einzige ist, der weiß, wo eine Toilette ist. Er lächelt mich an. "Hinter der Hütte ist ein Klohäusschen. Komm mit." Ich stehe auf. Brrrr, ist das kalt. Ich trete aus der Hütte und nehme das Gedachte sofort zurück. Hier draußen ist es kalt. Im Vergleich dazu ist es in der Hütte angenehm warm. "Du hast hoffentlich keine Angst vor Spinnen?", fragt mich Aiden, als er das Klohäusschen aufschließt. "Doch! Ich habe eine Arachnophobie.", antworte ich panisch.
[A/N Arachnophobie = krankhafte Angst vor Spinnen]
Er schaut mich skeptisch an, doch als er meinen Gesichtsausdruck sieht, glaubt er mir. "Dann solltest du besser nicht auf dieses Klo gehen.", sagt er bestimmt und schließt wieder ab. Ich nicke. "Kannst du in den Wald...", er bricht ab, als ich den Kopf schüttele. "Es ist viel zu kalt." - "Hmm, dann frühstücken wir jetzt erstmal und danach fahre ich dich mit dem Auto, ok?" Ich nicke wieder. Das müsste noch auszuhalten sein. Ich stapfe mit Aiden zurück zum Haus. Lorent hat sich - in einer Decke eingewickelt - auf den Boden gesetzt und macht sich über die Brötchen her, die Aiden mitgebracht hat. Wir setzen uns zu ihm und die nächsten dreißig Minuten - ich schätze mal, dass es dreißig Minuten waren - sind wir damit beschäftigt, warme, aufgebackene Brötchen mit Nutella zu essen. Sie sind megalecker. Plötzlich wird mir bewusst, dass ich nichts und niemanden aus meinem 'alten Leben' vermisse. Ich finde es schön hier und fühle mich total wohl. Ich fühle mich seit langer Zeit endlich mal wieder glücklich.
"So, wir brechen auf.", sagt Aiden, als auch das letzte Brötchen verspeist ist. Ich stehe auf. Lorent schaut mich verwundert an. "Ich gehe mit ihm mit. Ich muss aufs Klo." Er nickt nur. "Magst du mitkommen?", fragt ihn Aiden. Er zuckt mit den Schultern. "Lorent du musst schon mit ihm sprechen.", sage ich genervt. Dieses nicht-reden-wollen kotzt mich so an! Ich stehe auf und gehe zu Aiden, der die Hütte inzwischen verlassen hat. In der Tür drehe ich mich noch einmal um. "Kommst du?" Er schüttelt nur den Kopf. Bitte, mir soll's recht sein! Aiden schließt die Tür und schiebt den Riegel vor.
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Mein Leben - schlimmer als ein Alptraum
Teen FictionEmma wurde schon einmal mit einer Pistole bedroht. Das ist nichts Positives, aber es macht sie dennoch zu etwas Besonderem. Emma glaubt außerdem, dass ihr jetzt nichts Schlimmes mehr passieren kann. Als allerdings ein Amokläufer an ihre Schule kommt...