Nachdem wir das also geklärt haben, gehen wir wieder nach draußen, Emma schließt die Hütte ab. Wieso hat sie bitte den Schlüssel?!? Naja, egal. Wir laufen zu Aidens Wagen und nehmen auf der Rückbank platz. Dann fährt Aiden los. Die nächste halbe Stunde schweigen alle. Ich würde so gerne mit Emma reden, aber irgendwie... traue ich mich nicht. Ich weiß nicht. Sie wirkt auf mich gerade so... unnahbar, distanziert. Ich kann es nicht wirklich begründen, aber ich glaube, dass es was damit zu tun hat, dass ich ihr gesagt habe, dass ich sie liebe. Ich lege meine Hand auf den Sitz zwischen uns. Sie schaut nur kurz zu mir und dann wieder aus dem Fenster. Ihre Hände legt sie auf ihre Beine. Sie wirkt leicht angespannt. Nein, sie wirkt total angespannt! "Emma." Sie fährt herum. "Was?" - "Was ist los?" - "Gar nichts!", schnaubt sie und wendet sich von mir ab.
POV Emma:
Was soll ich nur sagen? Oh mein Gott, er liebt mich! Am liebsten würde ich ihn küssen. Immer und immer wieder. Er, ich,... ich kann nicht mehr klar denken. Also beginne ich noch mal ganz von vorne:
1. Ich heiße Emma und habe mich vor etwa drei Jahren in Lorent verliebt.
2. Wir werden beide entführt und das bringt uns näher zusammen.
3. Lorent verliebt sich in mich.
Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Was, wenn ich ihn irgendwann nicht mehr liebe? Was ist das denn fur eine bescheurte Frage? - schimpft meine innere Stimme mich aus. Liebe ich ihn überhaupt noch? Meint er das ernst? Liebt er mich wirklich? Und wenn ja, warum sagt er es mir dann erst jetzt? Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Genervt schließe ich die Augen. Keine zwei Sekunden später hat mich der sanft dröhnende Motor in den Schlaf gewiegt.
POV Lorent:
Emma schläft. Mal wieder. Aber diesmal lehnt sie gegen das Fenster. Außerdem fahren wir gerade nur geradeaus. Keine Chance. Sie wird nicht auf meinen Schoß kippen, wie letztes Mal... Sie schläft bestimmt die nächsten zwei Stunden, während wir von einem in den nächstem Stau tuckern. Nach weiteren drei Stunden 'Fahrt' - Emma schläft immer noch - sagt Aiden: "Soeben haben wir die Hälfte geschafft." Na super! Das kann ja noch dauern. Warum ist ausgerechnet heute so viel Verkehr? Und warum schläft Emma die ganze Zeit? Aiden versucht schon eine Weile ein Gespräch mit mir anzufangen, doch ich blocke seine Versuche allesamt ab, indem ich einfach gar nicht antworte.
POV Emma:
Selbst im Schlaf träume ich von Lorent. Es ist verwirrend. Wir stehen in einem Raum. Langsam laufen wir aufeinander zu und weichen voreinander zurück. Trotzdem kommen wir uns immer näher. Kurz bevor wir uns berühren schrecke ich auf.
Ich brauche einen Moment, bis ich wieder weiß, wo ich mich befinde. Lorent schaut zu mir rüber. "Na, ausgeschlafen, Prinzessin?", fragt mich Aiden. "Wie lange habe ich geschlafen?" - "In etwa fünf Stunden." - "Oh.", erwidere ich nur. Ich schaue kurz zu Lorent rüber. Weil er meinen Blick erwidert, wende ich mich schnell ab. Was ist nur los mit mir? Ich habe mit jahrelang nichts anderes gewünscht, als von ihm beachtet zu werden und jetzt liegt er mir sozusagen zu Füßen und ich will ihn nicht. Doch! Ich will ihn noch immer - denke ich. Es ist doch egal, wie stark ich ihn liebe. Fakt ist: Ich liebe ihn. Alles andere ist momentan völlig egal. Ich schnalle mich ab - wir fahren sowieso nicht sonderlich schnell - und rutscht in die Mitte. Jetzt sitze ich direkt neben Lorent. Er schaut mich erstaunt an. Aiden lächelt mich durch den Rückspiegel warm an, dann wendet er seinen Blick wieder der Straße zu. Ich strecke vorsichtig eine Hand nach Lorents Gesicht aus, welches mir immer noch zugewandt ist und lege sie an seine Wange. Dann knie ich mich auf den Sitz und drehe meinen Körper in seine Richtung. Ich ziehe sein Gesicht an meines heran und küsse ihn. Der Kuss lässt sich nur mit einem Wort beschreiben: Leblos. Ich schiebe ihm ein Stück von mir, sehe ihn fragend an. Den Blick in seinen Augen kann ich nicht deuten. Dann nimmt er mein Gesicht ganz vorsichtig - als wäre es aus Glas oder als wäre ich total zerbrechlich - in die Hände und zieht mich zu sich. Ganz sanft legt er seine Lippen auf meine. Ich schiebe meine Hände in seinen Nacken. Wie oft habe ich mir vorgestellt ihn zu berühren: Seinen Nacken, sein Gesicht, seine Ohren, seine Brust, seine Hände,... und jetzt weiß ich nicht, was ich zuerst berühren soll. Er küsst mich wieder und wieder und ich verliere mich in den Küssen...
POV Lorent:
Sie schmeckt so verdammt gut. Ich bin so froh, dass sie nicht mehr so abweisend ist. Aber... ich werde sie, wenn wir wieder Zuhause sind, vielleicht mal darauf ansprechen. Jetzt genieße ich einfach das Gefühl ihrer Lippen auf meinen...
POV Aiden:
Emma sieht so glücklich aus in Lorents Armen. Und auch Lorent erscheint wie ausgewechselt. Wenn ich mit ihm rede, wirkt er immer so wütend. Aber das liegt bestimmt daran, dass er mich nicht leiden kann. Ich habe ihn immerhin angeschossen.Das wollte ich eigentlich nicht. Ich wollte nur einen Schreckschuss abfeuern. Jedenfalls kann ich nur hoffen, dass er Emma gut behandelt. Denn sie hat es verdient - gut behandelt zu werden, meine ich. Der Stau löst sich langsam auf. "Wenn wir Glück haben seid ihr in drei Stunden wieder Zuhause.", sage ich und setze noch ein "Emma, schnall dich bitte an." hinterher. Sie setzt sich an den mittleren Sitz und gurtet sich mit dem Bauchgurt an. Lorent legt einen Arm um sie. Von Zeit zu Zeit küsst er sie auf die Wange, auf die Stirn oder streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
POV Emma:
Ich kuschele mich an seine Brust und fange an, vor mich hinzudösen. Einschlafen möchte ich nicht. Ich will keine Sekunde an seiner Seite verpassen...
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
Ich habe ein paar Fragen an euch.
-Wie gefällt euch die Geschichte so?
-Findet ihr die Kapitellänge gut? (Ich könnte auch längere Kapitel schreiben, dann würde ich aber nicht mehr jeden Tag updaten. So sind es halt nur zwischen 500 und 1000 Wörter pro Kapitel.)
-Findet ihr die Entscheidungen/Meinungen der Charaktere nachvollziehbar oder eher unlogisch?
Es würde mich freuen, wenn ein paar Leute auf meine Fragen antworten würden.
☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆
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Mein Leben - schlimmer als ein Alptraum
Teen FictionEmma wurde schon einmal mit einer Pistole bedroht. Das ist nichts Positives, aber es macht sie dennoch zu etwas Besonderem. Emma glaubt außerdem, dass ihr jetzt nichts Schlimmes mehr passieren kann. Als allerdings ein Amokläufer an ihre Schule kommt...
