T16~Eine weitere Vorstellungsrunde

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Oben angekommen fragt mich Jaice, was denn los war und ich erkläre ihr, dass ich um sieben Zuhause sein sollte. "Wenn deine Mutter fragt, schieb alles auf mich. Ich habe dich mit Fragen durchlöchert und du wolltest nicht unhöflich sein." - "Danke Jaice." Ich falle ihr spontan um den Hals. "So. Und wann musst du jetzt Zuhause sein?" - "Keine Ahnung." - "Gib mir dein Handy.", sagte sie herrisch. "Ich rede mit deiner Mutter." Ich weiß zwar nicht, was sie erreichen will, meine Mutter ist stur wie ein Esel. Jaice geht während des Telefonats aus dem Zimmer. Lorent setzt sich auf das Bett. Dann winkt er mich zu sich. Ich setze mich auf seinen Schoß, aber so, dass wir Bauch an Bauch sitzen. Vorsichtig berühre ich ihn an der linken Schulter. "Ist sie schon verheilt?" - "Willst du nachgucken?", entgegnet er und macht Anstalten, den Pulli auszuziehen. "Nein, lass mal. Deine Mutter kommt gleich. Und ich will sie nicht gleich verärgern, indem ich dauernd mit dir rummache." Er lacht nur. "Meine Mutter ist so glücklich, dass ich endlich ein Mädchen mit nach Hause bringe, da kannst du machen, was du willst." Meine Mutter würde mich die ganze Zeit nerven und jedes kleinste Detail wissen wollen. Das sage ich Lorent aber nicht. "Ach. Das ist ja gut zu wissen. Darf ich einziehen?" - "Bestimmt. Es sei denn, deine Eltern haben was dagegen." Ja, sie werden was dagegen haben. Ich küsse Lorent auf die Wange, bis zu seinem Mundwinkel und dann das gleiche auf der anderen Seite. "Jetzt küss mich doch endlich richtig!" Ich tu ihm den Gefallen. Unter mir spüre ich schon wieder eine kleine Beule.

POV Lorent:

"Meine Mutter kommt gleich rein.", sage ich zu Emma. Sie schaut mich unschlüssig an. Wenn sie sich neben mich setzt, könnte meine Beule gesehen werden. Wenn sie so sitzen bleibt, ist es ihr unangenehm, weil sie nicht als dieser Rummach-Mädchen-Typ abgestempelt werden möchte. "Setz dich einfach vor mich."

POV Emma:

Ich tu, was er mir geraten hat. Ich meine, ich will ja nicht, dass seine Mutter uns so sieht, geschweige denn, dass sie sieht, wie erregt Lorent ist. Dabei weiß ich nicht einmal, was ich getan habe... Jaice kommt ins Zimmer, Lorent hat die Arme um meine Hüfte geschlungen und sein Kopf ruht auf meiner Schulter. "Also. Für heute konnte ich leider nichts mehr erreichen, aber du darfst vielleicht am Freitag kommen und hier übernachten." Ich freute mich riesig und wäre am liebsten aufgesprungen und hätte Jaice umarmt, doch ich wollte Lorent ja nicht blamieren. Wobei: Wenn ich wie eine Irre durchs Zimmer gehopst wäre, hätte ich vermutlich nur mich selbst blamiert. Aber ausgerechnet Freitag! Sein Geburtstag! Ich tu aber so, als ob ich nicht wüsste, dass es ein besonderer Tag ist. "Lorent, was sagst du dazu? Ich will dir ja nicht deine Freizeit wegnehmen und wenn ich gleich hier übernachte, habe ich dir fünf Tage dieser Woche geklaut. Also, du hast ja schon so viel Zeit mit mir verbracht..." - "Ich kann von dir gar nicht genug kriegen.", flüstert er in mein Ohr, sodass nur ich es hören kann. "Na dann.", sage ich. Und zu Jaice gewandt: "Danke für alles." - "Keine Ursache.", würgt sie mich ab. "Jetzt kommt. Ich fahr dich heim Emma." - "Danke.", sage ich überrumpelt. "Na dann los.", meint Lorent und ich stehe auf. Er bleibt dicht hinter mir. Ich hole meine Schultasche, verabschiede mich von Roberto und dann gehen wir in die Garage und steigen ein. Natürlich sitzen Lorent und ich zusammen hinten. Ich lehne mich an ihn und er hat einen Arm um mich gelegt. So aneinandergekuschelt ist es angenehm warm. Ich seufze leise und schlafe ein. Als ich wieder wach werde sind wir gerade Zuhause angekommen. "Lorent magst du mitkommen? Dann stelle ich dich auch noch meinen Eltern vor." Er wirft seiner Mutter einen fragenden Blick zu und sie erteilt ihm die Erlaubnis mich zu begleiten. Wir gehen zur Haustür und ich schließe auf. Wir steigen in den Aufzug. "Wievielter Stock?" - "Dritter.", antworte ich und er drückt den Knopf. Schweigend fahren wir nach oben und ich schließe die Wohnungstür auf. "Schuhe draußen hinstellen.", weise ich ihn an. Er zieht die Schuhe aus und stellt sie ordentlich hin. Dann küsst er mich hastig auf die Stirn und nimmt meine Hand. "Soll ich was sagen?" - "Nein. Ich mach das schon.", sage ich und versuche zuversichtlich zu klingen. "Warst du auch so aufgeregt?" - "Ja.", gibt er zu. Ich weiß nicht warum, aber ich muss deshalb lachen. Vermutlich ist es die Anspannung. Jetzt öffne ich die Tür. "Wir sind da!" Meine Mutter kommt aus der Küche. "Ich hab uns gerade was zu essen gemacht." - "Das ist echt nett von Ihnen.", meint Lorent, "Aber meine Mutter wartet unten im Wagen." - "Dann hol sie doch hoch.", schlägt meine Mutter vor. Lorent schreibt ihr schnell und keine zwanzig Sekunden später ist Jaice auch da. Beim Essen dauert es nicht lange und die beiden Frauen reden über uns und tauschen (für uns) peinliche Erlebnisse aus. Wie immer reden sie über die schlechten Seiten der Kinder und so fort. Klischeebild der Mütter erfüllt! Daran, sich mit uns zu unterhalten haben sie ziemlich schnell das Interesse verloren. Gott sei dank. "Wir gehen in mein Zimmer.", teile ich ihnen mit, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es überhaupt mitbekommen haben. Ich nehme Lorents Hand und ziehe ihn hinter mir her. "Gib mir eine Minute.", sage ich als wir vor meiner Zimmertür stehen. "Warum?" - "Ich mag wenigstens ein bisschen aufräumen." - "Ach, das macht mir nichts aus." - "Aber mir." Mit diesen Worten haste ich ins Zimmer. Ich sammele den ganzen Müll ein und schmeiß ihn weg. Dann werfe ich meine ganze Kleidung in den Wäschekorb. Diesen stelle ich in das hinterste Eck meines Zimmers. Ich schmeiße alle Kuscheltiere auf das Kuscheltier-Bett. Ja, ich habe zwei Betten. Eines für mich und eines für meine Kuscheltiere. "Emma, ich komm jetzt rein. Es ist mir egal, ob aufgeräumt ist oder nicht." Mit diesen Worten öffnet er die Tür. Glücklicherweise ist jetzt aufgeräumt. Zumindest einigermaßen. Lorent schaut sich im Zimmer um und sein Blick bleibt an den Kuscheltieren hängen. "Jetzt verstehe ich deine Frage." Er kommt zu mir auf mein Bett. "Ich liebe dich.", sagt er und küsst mich. Ich erwidere den Kuss und danach sage ich: "Ich dich auch." Er legt sich auf den Rücken. Ich kuschele mich an ihn und eh ich mich versehe, bin ich eingeschlafen. Ich kriege zwar noch mit, dass Lorent und Jaice gehen, aber richtig wach werde ich erst am nächsten Morgen.

Mein Leben - schlimmer als ein AlptraumGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt