33.Kapitel

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LUCY

Erschöpft lehnte ich mich gegen die Wand und spürte zum ersten Mal seit langem echte Tränen in mir aufsteigen. Ich hatte ihn vergrault, und auch wenn ich vielleicht selbst Schuld daran war was hätte ich denn sonst tun sollen? So oder so wäre er gegangen und auch wenn es vielleicht in gewisser Weise richtig gewesen war, wollte ich ihm doch nachlaufen, ihn aufhalten und ihm alles erzählen.

Doch ich konnte nicht. Genau das, was mir ständig im Weg stand hielt mich auf, mir wurde schon als kleines Mädchen eingebläut allein zu sein ist besser, mir wurde beigebracht stark zu sein und jetzt stand mir mein Stolz, meine innere Stimme im Weg.

Energisch verdrängte ich meine Tränen, stand auf und machte mich auf den Weg in die Küche um mir etwas zu trinken zu holen. Ich hatte von Anfang an Zweifel an all dem und jetzt hatten sich genau diese Zweifel bestätigt. Alles hatte ich versucht um nicht verletzt zu werden und jetzt weinte ich schon fast, Luis veränderte mich und das machte mir Angst.

„Alles okay?" fragte Maja auf einmal und beäugte mich kritisch. „Nein, Ja...ach keine Ahnung" grummelte ich und rieb mir übers Gesicht. „Warum ist Luis so schnell gegangen?" stocherte sie neugierig und folgte mir. „Spionierst du mir nach oder was?" fauchte ich abweisend und trank einen großen Schluck Wasser. „Nein, ich hab euch nur kommen gehört und jetzt bist du auf einmal allein also..." deutete sie an und ich stöhnte auf.

„Ja verflucht wir haben uns gestritten, weil ich nicht bereit war ihm gleich mein Innerstes zu präsentieren" erklärte ich ihr kurz angebunden und starrte aus dem Fenster. „Er hat Angst" bemerkte das Mädchen weise und ich schnaubte. „Und du meinst ich nicht?"

„Doch schon, aber er...weißt du woher ich Luis kenne?" setzte sie an und ich zuckte ahnungslos mit den Schultern. „Über seine Ex-Freundin Maja, das Mädchen was vorher hier gewohnt hat"-"Und was war mit ihr?" fragte ich nun doch neugierig und setzte mich auf die Küchentheke.

„Sie war ein einfaches Mädchen vom Land, seinen Eltern allerdings war sie nicht genug...Luis hat sich deswegen ständig mit seinen Eltern gestritten, weil er nicht bereit war wegen seinen Eltern mit Olivia Schluss zu machen...Also haben seine Eltern einen Weg gesucht sie los zu werden und für vieeel Geld dann, ging Olivia von heute auf morgen nach Europa. Sie hat ihn hintergangen und für Geld verlassen...Nach Olivia hatte er -zumindest meiner Info nach- nie mehr eine wirklich Beziehung bis du kamst...er will nicht nochmal so was erleben" meinte sie zögerlich und ich nickte nur nachdenklich.

„Und sie ist einfach so weg? Von heute auf morgen?" murmelte ich und kaute abwesend auf meiner Lippe herum. „Von heute auf morgen, verstehst du ihn jetzt ein bisschen besser?" fragte Maja einfühlsam und ich zuckte mit den Schultern. „Ich weiß ja auch nicht wirklich aber...Mal sehen vielleicht renkt sich das ja auch alles wieder ein...Normalerweise bin ich nicht der Typ Mensch den man gerne kennenlernt" murrte ich und Maja lachte.

„Das liegt vielleicht daran, dass du es anderen nicht greade leicht macht...du bist manchmal ganz schön zickig und nicht greade ein Sonnenschein" stichelte sie und ich grinste kopfschüttelnd. „Ich bin nicht sehr gesellig" verteidigte ich mich halbherzig und Maja legte mir ihren Arm um die Schultern. „Also ich mag dich so auch ganz gerne" ich rollte allein schon wegen dem Kichern mit den Augen -ein Ton den ich ganz und gar nicht mochte.

„Jayden mag mich allerdings nicht" bemerkte ich spitz und Maja lächelte mich entschuldigend an. „Er brauch manchmal etwas länger" entschuldigte sie ihren Freund. „Ja ein bisschen ist gut"

„Er kann wirklich ein Schatz sein, wenn man ihn näher kennt...Gib ihm eine Chance! Immerhin hat er bei deiner komischen Knutscherei mit gemacht, also kann er dich schon Mal nicht hassen"- „Das war eindeutig etwas anderes!" bemerkte ich spitz, gab Maja allerdings insgeheim irgendwie Recht.

Das Mädchen aus EisWo Geschichten leben. Entdecke jetzt