Chapter 34

904 51 4
                                        

"I'm still freezing cold. 

I have never felt this kind of cold.

It's not like temperature cold exactly, but it's when your heart feels like ice and you can feel the sadness seeping through your veins and you feel numb.

I wouldn't wish this feeling upon my worst enemy."

***


Ich zitterte am ganzen Körper.

Es fühlte sich falsch an, nichts zu fühlen.

Es fühlte sich falsch an, hier zu sein.

Ich fühlte mich falsch an.

Ich hörte wie die Uhr, die über der Tür hing, tickte.

Ich hörte den zittrigen Atem meiner Mum.

Das Geräusch, dass ich hörte, während sich mein Dad den Bart kratzte.

Ich hörte meinen Herzschlag, der so laut und schnell war, dass ich dachte, es würde gleich stehen bleiben.

Was tu ich bloß hier?

Wieso verändere ich mich.

"Mum."

Ich weiß nicht was ich sagen soll, doch ich weiß, dass ich etwas sagen muss.

"Es tut mir leid."

Tut es mir wirklich?

"Ich will nicht, dass ich so bin. Ich möchte nicht, dass du das gleiche wieder durchmachst."

"Schon okay Kathy. Ich weiß, dass es nicht einfach ist."

Ich atmete tief ein und aus, reibe meine eiskalten Hände aneinander, sehe Rauch aus meinem Mund kommen, so wie er immer kommt, wenn es draußen um die Minusgrade sind.

Aber das bilde ich mir nur ein, stimmts?

Hier drin sind es mindestens 20°.

"Ich will mich etwas hinlegen. Es ist außerdem ziemlich spät, wie wäre es, wenn ihr mich morgen besuchen kommt und euch auch etwas ausruht."

Meine Eltern schauten sich kurz an, kamen dann auf mich zu um sich zu verabschieden.

Ich zeigte wieder keine Reaktion auf den Kuss, den ich von beiden meiner Eltern bekam.

Ich hasste mich so sehr dafür. Wie ich reagiere. Wie mein Körper alle Liebe und Wärme abwehrt.

Wird sich überhaupt irgendetwas ändern?

Werde ich je wieder normal sein?

Was ist überhaupt normal?  Wie fühlt es sich nochmal an, normal zu sein?

Meine Eltern gingen und ich saß kerzengerade im Bett ohne irgendetwas zu tun.

Ich spürte die Kälte, wie sie langsam entwich, aber eben nur langsam.

Ich griff in den Schrank der neben dem Krankenhausbett stand und fand drin mein Handy.

Ich wählte die Nummer und hoffte, dass jemand abhebt.

Es klingelt und klingelt.

"Kathy?"

Wieso habe ich nochmal angerufen? Bin ich total bescheuert.

Ja, das bin ich.

"Kathy, geht es dir gut?"

"Ich bin im Krankenhaus."

"Willst du, dass ich komme?"

Ich fing an zu zittern. Tränen kamen hoch.

"Ja. Bitte." Ein lauter Schluchzer entwich meinen Lippen und ich war mir nicht sicher, ob die Antwort hörbar war.

"Ich mache mich auf den Weg."

Ich legte das Handy wieder weg und schaute auf meine Hände.

Ich zitterte immernoch wie verrückt.

Alles in mir zog sich zusammen und ich rang nach Luft.

Ist das der  Moment, indem meine ganzen Gefühle wieder da sind?

Alles ist so intensiv.

Aber wieso auf einmal?

Ich will schreien. So laut schreien.

Wieso gibt es so viele Emotionen und Gedanken, obwohl diese nicht auszuhalten sind?

Ich zog meine Beine zu mir und wickelte mich wieder in meine Decke.

War es richtig anzurufen?

Was soll ich sagen?

Soll ich einfach all das los werden, was mir die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt?

Ich muss es.

Ich beruhigte mich etwas.

Minuten vergingen. Tränen rollten.

Und die Tür ging endlich auf.

KrebsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt