Chapter 24

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Ich liege alleine hier in meinem Krankenbett.

Der Raum dunkel.

Ich schaue auf meine Handyuhr. Sie zeigt 00:23 Uhr an.

In wenigen Stunden ist es soweit.

Mein Herz rast, alleine an den Gedanken.

Ich schließe langsam die Augen.

Immer wieder blitzen Bilder vor meinem geistlichen Auge.

Trauernde Menschen. OP-Raum.

Dann seh ich mich. Narkose.

Ich öffne wieder die Augen.

Die Uhr gegenüber von meinem Bett zeigt 01:47 Uhr an.

Ich muss eingeschlafen sein. Ein kleiner Traum. Albtraum.

Mein Handy klingelt.

Lola

"Lola?" Voller Verwunderung nahm ich den Anruf entgegen.

"Oh mein Gosh. Zum Glück bist du wach. Nein okay doch nicht zum Glück. Du solltest schlafen. Ich weiß nicht was in mich gefahren ist, dass ich dich mitten in der Nacht angerufen habe. Es ist nur.."

"Hey hey hey. Lola beruhig dich mal. Alles gut. Lass mich raten, du kannst genauso wenig schlafen wie ich?"

Ich konnte mir die Antwort schon denken.

"Ja. Es ist schrecklich. Also nicht schrecklich sondern ich weiß auch nicht ich hoffe dir geht's gut, ich weiß gar nicht was ich sagen wollte. Keine Ahnung. Oh man ich vermisse dich." Wenn Lola nervös wurde, dann redete sie nur wirres Zeug.

"Ich dich auch. Ich kriege kein Auge zu ohne, dass ich Paranoia bekomme. Also wegen morgen."

Ich drehte mich um und schaute nach draußen.

Neben dem typischen Nachttisch in Krankenhäusern gab es ein riesiges Fenster was fast bis zum Boden des Raumes ging, so dass ich, wenn ich auf dem Bett liege, nach draußen schauen kann.

"Okay, das wird schon. Ich vermisse dich und hab dich lieb. Du bist stark und wir sind in Gedanken bei dir okay?" Ich hörte, dass sie kurz davor war, zu weinen. Ihre Stimme zitterte.

"Ich dich auch. Das wird schon. Geh jetzt schlafen Lola. Gute Nacht."

Ich versuchte beruhigend zu klingen.

"Gute Nacht Kathy."

Sie legte auf und es war wieder so still.

Der Blick nach draußen war eigentlich ziemlich schön, wie generell die Nacht.

Die Nacht ist so geheimnisvoll und verbirgt so vieles. Sie bewirkt vieles in Menschen. Bei dem einen löst sie Trauer aus, bei dem anderen Geborgenheit. Der Mond ist das Herz der Nacht. Die Sterne verschönern sie.

Bei mir wirkt die Nacht so frei. Als ob alles um einen ausgeschaltet ist. Man vergisst den Stress, die Erde schläft tief und fest und der Tumult ist für ein paar Stunden abgeschaltet.

So viel über die Nacht.

Wieder wendete ich den Blick zur Uhr und sie zeigte 2:16 Uhr an.

Ich muss schlafen.

Ich schloss die Augen und durch das ganze denken an die Nacht, wurde ich müde.

Ich schlief ein und träumte von einem Mädchen, dass dem Mond ihre Ängste erzählt.

***

Ich hörte, dass das Krankenhaus wieder zum Leben erwacht ist. In meiner Station ist es ziemlich still. Zumindest in der Nacht. Jetzt hört man, wie die Krankenschwester mit den Wägen, die das Frühstück ins Zimmer bringen, durch die Gänge fahren und wie Leute sich unterhalten.

KrebsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt