Die Sonnenstrahlen schienen durch das Fenster geradewegs in mein Gesicht, und ich war wach. Ich rieb mir die Augen und setzte mich aufrecht auf mein Bett.
Ich war irgendwie kaputt. Ich fühlte mich schwach und total kraftlos.
Nichts desto trotz nahm ich die Decke von mir runter und schwing meine Beine zur Bettkante. Sofort als ich stand, fiel ich wieder zurück auf mein Bett. Mir war sowas von schwindelig, ich konnte nicht gerade stehen.
"MUM!!"
Schnelle Schritte kamen Richtung mein Zimmer und die Tür wird aufgeschmissen. Meine Mum, völlig außer Puste, schaute mich mit einem sorgenvollen Gesicht an.
"Schatz. Was ist los? Geht's dir gut?"In ihrer Stimme lag so viel Angst.
"Ja, denke schon, kannst du mir bitte ein Glas Wasser bringen, mir ist verdammt schwindelig."
Mit einem Nicken verschwand sie und ich versuchte nocheinmal aufzustehen. Es ging etwas besser, trotzdem lief ich mit wackeligen Beinen rüber zu meinem Schrank, um mir neue Klamotten zu suchen, zum duschen. Meine Mum kam mit einem Glas Wasser zurück, legte es auf meinen Nachttisch ab und hinterließ noch einen Kuss auf meinem Scheitel, bevor sie mein Zimmer verließ.
Ich trank das Glas Wasser in Drei großen Schlücken runter und machte mich auf den Weg in mein nahegelegenes Badezimmer.
Meine Mum und mein Dad haben ihr Schlafzimmer im Erdgeschoss, somit gehört das Obergeschoss mir.
Nachdem ich frisch geduscht und mit frischen Klamotten mich auf mein Bett sinken lies, überlegte ich, was ich heute machen könnte.
-Erstmal frühstücken.
meldete sich mein Unterbewusstsein und da bemerkte ich erst, wie hungrig ich war. Ich machte mich also auf den Weg ins Esszimmer. Schwindelig war mir zum Glück, nach der Dusche, nicht mehr.
Unten lag wie immer ein vollgedeckter Tisch mit leckeren Sachen und sofort machte ich mich ran ans Werk.
Zwischendurch kamen nacheinander mein Dad und meine Mum rein und verabschiedeten sich von mir. Sie mussten zur Arbeit. Etwas erleichtert sank ich, mit vollem Bauch, zurück in den Stuhl .
Jetzt können sie sich etwas ablenken und nicht immer bei ihrer krebskranken Tochter sein.
Ein Klingeln an der Tür holte mich aus meinen Gedanken. Verwirrt ging ich auf die Tür zu, öffnete sie und sah einen leicht schüchternen Mike vor mir.
"HEII" Ich umarmte ihn und bat ihn rein.
"Hey", gab er zurück und kam herein.
"Was führt dich zu mir?"
"Uhm.. naja.. ich hab mir gedacht, dass dir vielleicht langweilig ist und da wollte ich dir einfach Gesellschaft leisten. Hab heute eh nix gutes Vorgehabt."
"Yaayy.. oh man ich war schon am verzweifeln, ich hatte nämlich keine Ahnung was ich heute machen sollte" sagte ich voller Freude, ich war innerlich schon fast am verzweifeln gewesen, dass die Langeweile mich noch umbringt, bevor er kam.
"Gut okay was wollen wir machen?", fragte er etwas schüchtern.
So kenn ich ihn wirklich nicht.
"Keine Ahnung, sag dus mir. Mike du bist hier der mit der Fantasie. Ich bin kreativ wie ein Stein, wenn nicht noch schlimmer." lachend machte ich mich auf den Weg nach oben. Wir standen einfach im Flur, das hatte ich nicht gemerkt. Auch Mike lachte und folgte mir nach oben in mein Zimmer.
"Hm.. Willst du eher raus oder drin bleiben. Draußen ist es verdammt kalt nur so nebenbei." informierte er mich und setzte sich auf meinen Schreibtischstuhl.
"Dann bleiben wir hier. Was schlägst du vor? " fragte ich gespannt. Ich muss irgendwas machen, sonst halte ich es nicht mehr aus. Ich hasse es nichts zu machen.
"Wie wäre es mit einem Film?"
"Klingt gut, ich mach Popcorn!" ich sprang auf und machte mich auf den Weg nach unten.
"Bitte Salzig!" Rief er und kam mir hinterher. Ich hasse salziges Popcorn..
"NÖ. Du bist bei mir zu Hause und da gibt es süßes Popcorn, wenn wir bei dir einen Film gucken, können wir salziges essen."neckte ich ihn. Doch das klappte nicht wirklich. In seinen Augen lag Freude, als ich sagte 'bei DIR einen Film gucken' . Was war das? Ich drängte den Gedanken in die Ecke der unbeantworteten Fragen, die schon recht voll ist.
"Na gut." Gab er sich geschlagen und froh über meinen Sieg klatschte ich in die Hände und machte Popcorn. Ich spürte Mikes Blick auf mir und irgendwas war wirklich komisch.
"Alles ok?" fragte ich und erwischte ihn dabei, wie er mich ansah.
Schnell schaute er weg und tat so als ob er etwas auf seinem Handy tippt. "hm? Ja alles ok" lächelte er mich an.
Nachdem das Popcorn fertig war, gingen wir gemeinsam mit einer riesen Schüssel rüber ins Wohnzimmer.
Nach 10-minütiger Diskussion entschieden wir uns für einen Horrorfilm. Doch bevor wir den Film starteten, nahm ich meine Tabletten. Für mich war es normal, dass es recht viele waren, doch für Mike müssen es wohl echt viele sein, denn er schaute mich mit einem Blick voller Sorge und Mitgefühl an.
"Ist schon ok. Bin es gewöhnt" sagte ich ihm und setzte mich zu ihm auf die Couch.
***
Tausendmal erschreckte ich mich und jedes Mal landete ich fast auf Mikes Schoß, was ihn immer wieder zum lachen brachte. Wieso erschrecken sich Jungs, sogut wie nie, bei Horrorfilme. Immer wieder musste ich aber auch selber über mich lachen , weil ich mir dämlich vorkam. Der Film, war irgendwie kein richtiger Horrorfilm, es war eine Mischung aus Horror, aber es umspielte eine Liebesszene. Natürlich gab es kein Happy End und Tränen machten sich bei mir bemerkbar, als der Film zu ende war.
Mike muss dies wohl bemerkt haben. Er nahm mich in den Arm und schaltete mit der Fernbedinung den Fernseher aus. Für uns, als gute Freunde, war das in den Arm nehmen, nichts ungewöhnliches, wir kennen uns schon Jahre. Trotzdem merkte ich, wie er sich einfach komisch verhält. Mit einer anderen Fernbedinung schaltete er das Licht an und schaute zu mir runter.
"Hei..ist schon gut. Ist nur ein Film, das ist nicht real." versuchte er mich zu trösten.
"jaja ich weiß. Trotzdem.." schniefte ich vor mich hin. Und schon wieder kam ich mir dumm vor. Ich muss jetzt echt nicht weinen. Doch irgendwie waren die Tränen nicht hundertprozent nur wegen dem Film.
"Mike?"
"Hm?"
"Ich habe Angst" sagte ich mit zitternder Stimme. Ich wusste nicht wieso, doch meine Stimme unterstütze mich einfach nicht.
"Der Horrorfilm ist zu ende. Der Killer springt nicht aus dem Fernseher" versuchte er mich aufzumuntern.
"Das meine ich nicht du Socke. Ich meine, Angst vor der Operation. Vor dem 'Danach'." sprach ich und wurde immer leiser.
"Ich bin da für dich. Ich kann dich verstehen, aber du brauchst nicht Angst zu haben, du bist so stark, du schaffst das." Er verstärkte den Griff um meinem Arm und ich legte meinen Kopf auf seine Schulter. Langsam wurde ich müde. Die Mischung aus Film,süßem Popcorn und Weinen macht mich einfach so müde. Es kann aber auch an den Tabletten liegen, sprach mal wieder mein Unterbewusstsein.
"hm...Dankee" sagte ich müde und gähnte.
"Bist du müde? " fragte er mich.
"Ja ein bisschen." antwortete ich und merkte, wie meine Augen langsam zufielen
"Dann geh lieber schlafen.. ich kann...."
Weiter erlaubte mir mein Gehirn nicht zu hören, und ich fiel in den Schlaf.
~~~
Ich merkte wie ich hochgetragen wurde.
Langsam öffnete ich meine Augen und sah in das Gesicht von Mike.
"Mike.. ich bin bestimmt total schwer, lass mich runter."sagte ich mit verschlafener Stimme.
"Shh, schlaf weiter. Du wiegst sogut wie nix." Lächelte er und wieder konnte ich nix machen, denn ich fiel wieder in den Schlaf.
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Krebs
RandomKathy. 16 Jahre. Besonderheit: Krebs Leben: Voller Geheimnisse, Lügen, falsche Freunde...
