Als ich zu mir kam war das erste was ich wahrnahm, dass mein Kopf sich anfühlte als würden tausende Messer auf ihn einstechen. Doch das wurde schnell in den Hintergrund gerückt, als ich mir bewusst wurde, dass es komplett dunkel um mich war, zu dunkel für meinen Geschmack. Panik wallte in mir auf. Ich versuchte mich zu bewegen, doch außer meinen Kopf konnte ich meinen Körper kaum bewegen. Wo auch immer ich war, ich steckte fest.
Keine Panik Tiana, du schaffst das. Du darfst nur nicht durchdrehen.
Ein paar Mal schaffte ich es einigermaßen ruhig ein und aus zu atmen, doch mein Herz raste immer schneller. Woran ich auch immer gefesselt war, es war kalt und ich krallte mich daran fest.
Gefesselt? Ja, da war eindeutig ein Widerstand an meinen Handgelenken, um den Brustkorb, meine Beine und um meine Knöchel. Aber was interessierte es mich? Ich konnte mich sowieso nicht befreien wenn ich nicht ruhig war und verhindern konnte, dass mich die Erinnerungen trafen. Die Dunkelheit musste verschwinden, damit ich mich befreien konnte.
Ein Schrei entwich meiner Lunge, ich versuchte mich mit meinen Körper von der Erinnerung zu währen, die mich jeden Moment treffen würde und dann hörte ich die Stimme meines Vaters.
„Mein Löwe, du musst jetzt ganz ruhig bleiben, kannst du das? Du musst dich jetzt ganz ruhig verhalten und egal was du hörst, du darfst da nicht rauskommen. Hast du mich verstanden?"
Sofort verstummte ich und hörte auf mich mit aller Kraft aus den Fesseln befreien zu wollen. Ich musste nur ruhig bleiben, so wie Dad es gewollt hatte. Ich musste ruhig bleiben. Auch wenn sich mein Brustkorb im gleichen Moment zusammenzog und zu explodieren drohte.
„Egal was du hörst, du darfst da nicht rauskommen. Nur wenn Mommy oder ich wieder die Tür öffnen, darfst du da raus. Ich liebe dich, genauso wie deine Mommy, vergiss das nie. Wir lieben dich über alles. Das darfst du nie vergessen. Mach dir keine Sorgen, es wird alles gut."
Schon damals wusste ich, dass ich meinen Dad zum letzten Mal lebend gesehen hatte. Er hatte damals die Falltür geschlossen und ich hatte es in seinem Blick gesehen. Er wusste, dass er jeden Moment sterben würde. Nur kurz darauf hörte ich wie Menschen in unser Wohnzimmer stürmten, gefolgt von ein paar Schüssen.
Die Erinnerung traf mich so stark, dass ich glaubte ich würde wieder in diesem kleinen engen Raum hocken und darauf warten, dass mich meine Eltern rausholen würden. Die Dunkelheit um mich herum war erdrückend.
Mein Herz schlug so schnell, dass ich Angst hatte, dass es jeden Moment aus meiner Brust springen würde. Was eine kontrollierte Atmung war, hätte ich in diesem Moment nicht einmal annähernd erklären können.
„Vielleicht werdet ihr etwas kooperativer, wenn wir eure Tochter ins Spiel bringen. LOS, FINDE DIESE KLEINE GÖRE!"
Die eiskalte Frauenstimme schaffte es schon allein aus der Erinnerung heraus mir das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.
„Niemals!"
Das war aber nichts. Wirklich nichts, wenn man es mit dem schmerzerfüllten Schrei meiner Mutter verglich. Schreie, die mich beinahe jede Nacht verfolgten, dazu die bettelnden Worte meines Vaters. Sie sollten aufhören meine Mutter zu quälen. Und als er der Frau nicht erzählte, was sie hören wollte, ertönte ein lauter Knall.
„JONATHAN!"
Ich hatte mich geirrt, dieser Schrei war noch schlimmer.
Ungewollt kam mir wieder ein Schrei aus meiner Kehle und es war mir egal, ob diese Frau mich finden würde. Ich konnte Mommy nicht mehr so leiden hören. Die Tränen liefen mir übers Gesicht und mein ganzer Körper zitterte unkontrollierbar.
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The not so Good Girl
Acción{erster Teil der Roar v Bark Reihe} Tiana ist Schützling der Burning Lions, einer von zwei Gangs in Ferndale. Der gefährlichsten Stadt Kaliforniens. Jeder sieht in ihr nur das Mädchen mit den guten Noten, den toten Eltern und dem gefährlichen Brude...
