Davis Sicht
Die vier Mädchen, die vor mir standen, waren weit davon entfernt Profis zu sein. Verzweifelt rieb ich mir über die Stirn und zog mir kurz die Kopfhörer vom Kopf. Einer unserer Tontechniker war ausgefallen und er hatte eigentlich eine Session mit diesen vier reizenden Damen. Jonathan bat mich sofort für ihn einzuspringen.
Manchmal hinterfragte ich wirklich Jonathans Auffassung von Talent. Probeverträge ließ er über den Tisch gleiten, wie Kartoffelchips bei einem Filmeabend. Vielleicht hatten diese Mädels auch oftmals viel zu reiche Daddys, die ziemlich viel für sowas springen ließen.
Ich setzte die Kopfhörer wieder auf den Kopf und drückte den kleinen roten Knopf, wodurch mich die vier in der Kabine hören konnten. ,,Also Mädels, wie wäre es wenn wir den Refrain noch einmal wiederholen?" Diese Frage war offensichtlich rhetorisch gemeint, doch die blonde schnappte scharf nach Luft. ,,Das machen wir aber schon seit einer Stunde! Wann kommen wir den endlich zu den Solostücken?" Ihre drei Anhänger wackelten wild zustimmend und machten große Augen.
,,Wir versuchen nur noch einmal den Refrain. Dann schauen wir weiter.", sagte ich bestimmend und ließ den Knopf wieder los. Sie schienen sich das alles wohl anders vorgestellt zu haben. Ich jedoch auch.
Die Harmonie zwischen den Mädchen stimmte absolut nicht und alles hörte sich nur schief an. Ich sage nicht, dass sie als einzelne schlechte Stimmen hatten, doch sie fanden nicht den gemeinsamen Ton und das tat in den Ohren weh. Jeder wollte sein eigenes Ding durchziehen und herausstechen, doch wenn vier dominante Stimmen dies versuchten endete es meist in einer halben Katastrophe. Wie eine Band wirkten sie im Moment nicht.
Nachdem ich den Refrain wieder einmal über mich ergehen lassen musste, erklärte ich ihnen eine kurze Pause. Synchron nahmen sie die Kopfhörer ab und gingen aus der Kabine. Sie setzten sich alle auf das Sofa und begannen zu schnattern. Ich massierte mir nur meine Schläfen und betete, dass der Tag nicht lang werden würde.
Ich öffnete meinen Mac und versuchte einige Mails zu checken, als die Tür aufging und jemand das Studio betrat. ,,Na, wie läuft's", fragte Jonathan, der sich über meine Schulter beugte. Nur ein verärgertes Brummen verließ meine Kehle. ,,Diese Band wird es nicht weit schaffen."
Ich drehte mich zu ihm um und sah seinen verwirrten Gesichtsausdruck. Seine Augenbrauen waren zusammengezogen. ,,Hast du dir die Mädels überhaupt angehört, bevor der Vertrag unterschrieben wurde?", fragte ich gerade heraus. ,,Naja..."
,,Sie harmonieren überhaupt nicht, Jo! Das ist keine Band, sie arbeiten nicht zusammen. Jeder von ihnen will ihre zehn Sekunden Beyoncé Nummer und das war's.", zischte ich wütend. Dieser Junge brauchte dringend eine Backpfeife.
,,Dann lass dir etwas einfallen. Du bist doch das Musik Wunder und es geht hier um eine Menge Geld, die wir bekommen, wenn wir diesen Mädchen ein Demotape aushändigen."
,,Aber Jona-", doch er unterbrach mich. ,,Nichts: Aber Jonathan! Das ist dein Job Davis, reiß dich zusammen!" Er schien wütend zu sein, auch wenn ich es nicht verstand. Er war es doch, der damals den Leuten, die ein wirkliches Talent hatten und für die Musik lebten, eine Plattform bieten wollte. Es ging uns doch nie um die riesigen Summen, sondern um die Musik.
Jonathan drehte sich und schenkte den Mädchen noch ein übertriebenes Lächeln. Ekelpaket.
Komplett zerstreut lagen meine Gedanken vor mir und ich hatte keine Ahnung, was ich machen sollte und die vier Damen wurden auch so langsam unruhig. Als mein Blick dann jedoch auf mein Handy flog kam mir ein Licht auf. Euphorisch griff ich danach und tippte eine Nachricht. Bevor ich diese jedoch abschickte schaute ich nochmal auf und lächelte die Mädels an.

DU LIEST GERADE
The Story of my broken heart I German Harry Styles Fanfiction
Hayran KurguSeine Stimme zu hören zerriss mein Herz mehr als alles andere. Es war nie sein Aussehen, das mich zum Staunen brachte. Nein. Es war seine Stimme, die in mir eine wohlige Wärme auslöste. Seine Stimme brachte mich teilweise zum sabbern, so verrückt w...