~ 26 ~
„Wo warst du den ganzen Abend?", knurrt er und reibt mit seiner Nase meinen Hals entlang. „Ich sagte doch du sollst hier auf mich warten."
Meine Augenlider flattern bereits und ich muss mich an Kyle's Oberarmen festkrallen, um nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren.
„I... Ich war mit Léon in..."
„Was?!", ruft er plötzlich laut und macht sich mit einem einzigen Schritt von mir los. „Mit ihm? Was zur... Bist du eigentlich komplett verrückt?!"
„Beruhige dich! Willst du, dass uns hier jemand hört? Wir waren doch nur..."
Ich werde unterbrochen, als er mit einem Satz schon wieder bei mir ist und mein Gesicht plötzlich mit seinen Händen umfasst. In seinen blutunterlaufenen Augen blitzt es gefährlich.
„Warum hörst du nicht auf mich? Tu einmal, was man dir sagt!", flüstert er. „Du bringst mich um den Verstand. Scheiße..." Er kneift die Augen so fest es geht zusammen, seine Atemzüge werden immer unruhiger. „Ich bringe diesen Kerl um!" Er lässt mich los, stolpert nach hinten und greift sich verzweifelt ins Haare. „Dieser Bastard, ich bringe ihn um. Diesmal endgültig."
„Kyle", rufe ich schockiert, als er gegen die Wand prallt und auf dem Boden landet. Schnell laufe ich zu ihm und fasse ihn bei den Schultern. „Hey! Hörst du mich? Kyle, was ist los mit dir..."
Er wimmert. Zuerst denke ich, ich irre mich. Aber er wimmert tatsächlich. Kyle King, genau der Kyle King, liegt halb nackt in meinem Zimmer auf dem Fußboden, verbirgt sein Gesicht in den Händen und wimmert.
Ich weiß nicht was ich tun soll. Völlig neben der Spur hocke ich neben ihm und kann nicht klar denken.
„Hey", beginne ich und fasse sanft seine Handgleneke. „Kyle, beruhige dich. Ich bin doch hier." In Wirklichkeit weiß ich gar nicht, ob es ihn beruhigen würde, mich in Sicherheit zu wissen. Auch wenn ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, was für eine Gefahr von Léon ausgehen soll.
Aber jedes Mal, wenn ich auch nur seinen Namen erwähne, tickt Kyle komplett aus. Also muss ihm ja etwas an mir liegen, schließlich will er, dass ich mich von Léon fernhalte.
Ich versuche seine Hände von seinem Gesicht zu lösen, aber Kyle hält sie eisern an Ort und Stelle.
„Kyle", versuche ich es noch einmal und beginne ihm die verschwitzten Strähnen aus der Stirn zu wischen. „Na komm, wir legen dich ins Bett. Hier kannst du nicht liegen bleiben."
„Geh nicht zu ihm", höre ich ihn leise murmeln, als ich mich erheben will. „Mira, bitte... Geh nicht."
„Ich bin hier!", sage ich und streichle wie zur Bestätigung nochmals über sein Gesicht. „Ich bleibe hier. Bei dir."
Als hätte er auf genau diese Worte gewartet, beginnt sein Körper sich mehr und mehr zu entspannen. Seine Schluchzer werden immer leiser, bis er irgendwann ganz still da liegt.
„Na komm, leg dich ins Bett", versuche ich es noch einmal und erhebe mich. Etwas umständlich tut er es mir gleich kommt aber nicht weit, denn plötzlich hält er inne und fasst sich an den Bauch.
„Ich glaube... mir wird... ich muss..."
Entsetzt reiße ich die Augen auf und fasse ihn an den Armen. „Wehe du kotzt auf den Teppichboden, Kyle King. Ich schwöre dir, du leckst es auf!"
Ich greife ihn an den Armen und zusammen erreichen wir dann nach mühseligen Schritten das Bad.Völlig entkräftet lässt er sich vor der Toilette fallen und beginnt keine Sekunde später sich geräuschvoll zu übergeben.
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HOLD ME TIGHT - abgeschlossen
Fiction Générale»Ich weiß nicht, ob es gut war, hier her zu kommen. Ich weiß nicht, ob es gut war, ihm zu begegnen. Noch schlimmer aber ist es, dass ich nicht weiß, wie sehr sein Schicksal mein Leben verändern wird« _ Mira: jung, hübsch & zurückhaltend Kyle:...
