1182: 25. Drachentöter I

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"Das kannst du doch nicht machen! Du machst dich auf den Weg, einem echten Drachen gegenüber zu treten und sagst mir, das es zu gefährlich wäre? Ich bin auch eine mächtige Nutzerin der Magie! Doch du lässt mich mit diesem Hausmädchen zurück, weil ich zu klein wäre."

Maggie schmollte sichtlich, nachdem ich ihr sagte, sie müsse zurückbleiben. Es stimmte zwar, dass sie eigentlich recht hatte und ich jede Hilfe gebrauchen konnte, aber ich wusste, dass ich es auch alleine schaffen würde. "Habe ich dir keinen klaren Befehl gegeben, junges Fräulein? Das ist zu viel für dich... und außerdem brauche ich jemand Starkes der auf mein Hab und Gut aufpasst. Es ist schließlich keine Strafe, ich zeige dir nur, wie viel Vertrauen ich in dich habe." Mir wurde immer übler mit jedem Wort, das ich aussprach, aber gegenüber der einfach gestrickten Bevölkerung dieser Jahre hatte sich ein bisschen Honig ums Maul schmieren bewährt.

Und es schien zu funktionieren. Zumindest senkte sie den Kopf und lies die Schultern hängen anstatt die Hände in die Hüften zu stemmen. "Aber den Odre kannst du mitnehmen? Der soll stark genug sein, oder wieder nur, weil ich zu klein wäre?" Ich hatte mich entschieden Khadgar mitzunehmen, weil er meinen Zielort kennt und mir als Reiseführer dienen würde und das wusste Maggie, denn mit wehleidigem Blick seufzte sie und ging zurück in mein Haus.

Ihr Katze blieb einen Moment länger sitzen. Die gelben Augen des Tieres begutachteten mich berechnend. Ein Schauer lief mir den Rücken runter und kurz entschlossen scheuchte ich das Biest mit einem Wink fort. Es tat mir den Gefallen, aber nicht ohne erfreut zu Schnurren, als würde es etwas lustiges erwarten.

Dann sprang ich hinten auf meine Kutsche. Khadgar steuerte sie und wir begannen uns in Bewegung zu setzten.

Sicherlich schon 3 oder 4 Stunden waren wir bereits unterwegs gewesen ohne mehr als mickrige Ansammlungen von Häusern zu finden, die es kaum wert waren, den Titel Dorf zu tragen. Als wir nun erneut mitten im Nirgendwo einem verwilderten Pfad folgten, blieben wir auf einmal stehen. "Habe ich gesagt, dass wir halten sollen? Ich möchte unser Ziel möglichst noch heute erreichen."

Khadgar schwang sich von dem Kutschblock herunter, glättete seinen Umhang und nachdem er sich vor mir verbeugt hatte, begann er sich an dem Geschirr meiner reinrassigen Pferde zu schaffen zu machen. "Es tut mir leid, Meister. Aber weiter kommen wir mit der Kutsche. Es ist nur noch ein kurzer Ritt, dann werden wir die Gnitaheide noch vor Sonnenuntergang erreichen. Natürlich nur, wenn sie selbst reiten können, sonst müsste ich ihr Pferd führen und das würde lange dauern. Aber bei jemandem mit eurem edlen Blut kann ich mir nicht vorstellen, dass euch die Kunst des Reitens fremd ist."

Ich kletterte von der Kutsche und blieb vor dem großen Tier stehen. Ich hatte in den Mistviechern noch nie mehr als Nutztiere gesehen aus denen man Wurst macht, wenn sie nicht mehr taugen. Doch ich konnte mir nicht die Blöße geben. "Nein, nein. In meiner Heimat gehörte ich zu den besten Rennreitern der Nation... ähh, der Dynastie. Und trotz dass ich diese Tiere selbst ausgewählt habe reichen sie längst nicht an die großartigen Geschöpfe meiner Heimat heran, doch sie sollten genügen."

Khadgar saß bereits auf seinem Schimmel dem Lis den Namen Schneeflocke gegeben hatte. "Etwas anderes habe ich von euch, wie bereits gesagt, auch nicht erwartet. Reitet voran und ich werde euch folgen. Wir müssen nur immer Richtung Süden, dann können wir die große, sumpfige Gnitaheide überhaupt nicht verfehlen." Mein Rotfuchs hatte seinen Kopf zu mir gedreht und sah mich aus gleichgültigen Augen an. "Ok, Zimtapfel, du willst das nicht und ich noch viel weniger. Also bring mich einfach so schnell es geht an mein Ziel, dann wirst du auch nicht an den Drachen verfüttert, ja?" Mit einem letzten Aufatmen zog ich mich an dem Zaumzeug hoch.

Sein Atem ging schnell, sein Herz hämmerte in der gewaltigen Brust, während Zimtapfel über Wiesen, durch Wälder und über Steine hinweg preschte. Meine Augen waren geweitet und ich musste wie ein irrer Berserker am Schreien gewesen sein, während ich mich mit all meiner Kraft an der Mähne festklammerte. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, ich hatte je keine Ahnung auf was dieses dumme Tier reagieren würde. Außerdem wagte ich es nicht den Griff einer meiner Hände auch nur ein wenig zu lösen. Somit blieb mir nicht weiter übrig als die Augen zu schließen und auf das beste zu hoffen.

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