1182: 26. Drachentöter II

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Als der kurze Stoß verschwunden war, fühlten sich meine Glidmaßem steif an, aber erstaunlicherweise war ich noch am Leben. Von mir bröselte trockene Erde ab und ich begriff, dass ich nur durch die schützende Schicht an feuchtem Drachendung überlebt hatte. Eine wirklich unerfreuliche Vorstellung.

Derweil hatte sich der Drache in die Luft erhoben und flog über mir und Khadgar kreise. "Meister, so tut doch etwas. Vernichtet die Bestie, ich spüre wie stark ihr seit!" Erst jetzt bemerkte ich, dass meine Magie augenscheinlich nicht gewirkt hatte, aber Instinktiv kombinierte ich eine plausible Erklärung. "Ich habe es ganz vergessen! In meiner Religion gelten Drachen als heilige Wesen, ich darf ihn nicht verletzten ohne... ohne... ohne ihn vorher um Erlaubnis gebeten zu haben!" Ich hätte mir selbst huldigen können, dafür dass ich diese einfachen Geister mittlerweile so leicht beherrschen konnte.

"Jetzt geh, Khadgar. Solange du nicht im Reinem mit deinem eigenen Dao bist, ist deine Anwesenheit eine Erzürnung der uralten Geister meiner Ahnen und somit nichts, was man wirklich möchte. Ihr Hass zeichnet sich dadurch aus, dass sie auch über Jahrtausende noch sehr nachtragend sind. Nur wenn du uns alleine lässt, kann unnötiges Blutvergießen und im schlimmsten Fall ein Gnozid verhindert werden. Oder willst du dich dazu anmaßen, im Reich der Mitte einen schlitzäugigen Kreuzzug anzufachen?"

Nach diesen Worten zeigte ich Khadgar, dass diese nicht verhandelbar sind und er begann sich von dem Platz zu entfernen.

Nun war ich also mit dem Drachen alleine. "Oh großer und erhabener Fafnir, eure Macht und Eleganz kommt nichts gleich, dass ich jemals gesehen habe! Ich, als niederer und um sein Leben flehender Mensch, möchte mich bei eurer Unfassbarkeit entschuldigen und würde gerne..." Mein Angebot wollte die Bestie trotz allem Honig nicht hören, denn sofort stürzte sie sich aus dem Himmel auf mich nieder. Eine gewaltige Klaue umschloss meine Taille und zog mich mit sich in die Höhe.

Wir flogen auf eine kleine Berggruppe zu. Irgendwie verspürte ich schlagartig keine Angst mehr. Vielleicht lag es an dem fantastischen Ausblick den ich genoss, vielleicht auch einfach an der Tatsache, dass der Drache mich schon längst hätte töten können, wenn er es gewollt hätte.

Mein Herz schlug kein einziges Mal bis ich schließlich annähernd auf der Spitze eines der Berge stand. Mit einem Fuchsbauartigem Höhleneingang hinter mir, nur in übergröße, und dem Drachen mir gegenüber. Eine tiefe, dröhnende und deutliche Stimme entfloh dem Rachen des Ungeheuers. "Siehst du diese Ländereien, Mensch? Sie gehören seit jeher meinem Volk. Doch fast über Nacht seit ihr Ungeziefer aus dem Boden gekrochen und habt es zu eurem Eigentum erklärt. Ihr habt Bäume gefällt, die selbst meine Urahnen nicht als Setzling kannten und die Herden an Wild ausgeschlachtet um eure hässliche und schwache Brut zu nähren. Und als wir euch begegneten und ihr gesehen habt, wie wir für unser Überleben nur das nötigste an Vieh, erst aus der freien Wildbahn und später aus euren Pferchen fraßen, waren wir plötzlich die Monster? Sag mir, Mensch in dem ich große Intelligenz sehe, mit welchem Recht richtet ihr über uns und schlachtet meine Verwandten und Freunde ab?"

Bei den letzten Worten waren Funken aus den Nüstern gestoben und Zorn hatte die Stimme des Drachen durchdrungen. "Warte, ihr könnt sprechen eure Großartigkeit?" Neben mir schlug der Schwanz des Drachen auf und hinterließ eine Kerbe. "Lass diese gekünzelten Ansprachen. Sie bedeuten mir nichts und dienen dir nur zum Zeit schinden!"

"Ok, wie du es willst. Aber ich kann nichts dafür, was deinem Volk angetan wurde, ja, noch vor ein paar Wochen hätte ich niemals damit gerechnet, dass ihr wirklich existiert!" Der Drache fixierte mich mit seinem nicht wirklich eiskalten Blick. "Aber du meintest du würdest aus der Dynastie stammen und diese wird bekanntlich von einem Drachen angeführt... aber das wusstest du nicht. Und du konntest mich nicht verletzten, denn trotz dass man dich für einen großartigen Magier hält, ist die jene Kraft vollkommen fremd." Das Reptiliengebiss hob sich zu einem Lächeln. "Also habe ich hier einen kleinen Lügner und Betrüger vor mir. Da fragt sich nur, woher du all dein Wissen hast, dass Menschen dazu bringt dich für so mächtig zu halten, wie dass ich an meinem Bauch am verletztlichsten bin. Auch wenn eure mikrigen Waffen nicht einmal meine Schuppen ankratzen könnten. Was sagst du zu deiner Verteidigung?"

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