"Umwerfend. Inspirierend. Das Volk liebt dich, aber wie sollte es auch anders sein? Du hast sie gerettet und mit einer heldenhaften Leichtigkeit ein übel bezwungen, mit dessen Existenz hier die meisten nicht einmal gerechnet hätten. Oh, und neben dieser heroischen Tat möchte ich dir natürlich dafür danken, dass du dieses, mein Volk, gerettet hast. Was möchtest du als Belohnung? Land, einen Adelstitel oder beides zusammen, evtl. eine kleine bis große Baronie? Oder möchtest du Gold? Genau, wir wiegen dein Gewicht in Gold auf... nein, wir wiegen den Drachen in Gold auf! Ja, das machen wir und dazu gibt es die Baronie und 1000 fleißige Bauern... 1000 fleißige Bauernfamilien!" König Renault legte deutlich mehr Enthusiasmus an den Tag als ich es ihm nach unseren ersten Treffen zugetraut hätte und das zu dem deutlichen Verdruss seiner Berater.
Einen von diesen, der sich schon während den Ausführungen seines Herren deutlich unwohl in seiner Haut gefühlt zu haben schien, trat vor. Der Mann war drahtig und klein und auf seinem Gewand war eine große goldene Münze gestickt. "Mein König, ich bitte um Vergebung das ich ihrem Plan widerspreche, aber wir können es uns nicht leisten jedem Dahergelaufenen, und möge seine Ehre noch so grenzenlos sein, diese Massen zu schenken. Wir könnten höchstens..." Mit einem lässigen Wink brachte der König seinen Verwalter zum Schweigen. "Wenn ich von einer Sache genug habe, dann ist das Gold und was ebenfalls so zahlreich wie die Karnickel in ihren Bauen ist, das sind Land und die dort lebenden Menschen. Und weißt du was sich jenes Volk am meisten wünscht? Natürlich beherrscht zu werden! So wollen nicht selbst Entscheidungen treffen, sie sehnen sich danach, das ihnen jemand diese Aufgabe abnimmt und so großherzig wie ich bin, gebe ich ihnen diese Person. Und dafür verlange ich nur ihre Treue und den Erntezehnten, ich muss ja auch von etwas leben."
Im nächsten Moment trat ein schweißgebadeter Bote durch die Pforte und verbeugte sich so tief, das er mehr über den Boden zu kriechen schien, als zu laufen. "Mein König, er ist hier. Wir haben den Drachen zu ihrem Hofe getragen, auf das sie ihn persönlich besichtigen können." Die Augen Renault leuchteten. "Ausgezeichnet! Dafür bekommst du heute die doppelte Portion an warmer Mahlzeit. Und wenn wir schon in der Küche sind: Würdest du den Mägden bitte bescheid geben, dass sie alle Küchenwagen zu mir brächten?" Der Mann wirkte verwirrt, nickte jedoch, ohne die Forderung des Königs in Frage zu stellen.
Mit kindlicher Neugier umkreiste Renault den schuppigen Koloss. Sein Blick schien zwischen den Möglichkeiten zu schwanken, sich den Drachen über den Kamin zu hängen oder sich lieber ein neues Paar Lederstiefel daraus zu machen. Dann fragte er die Frage, die schon sehr lange im Raum stand und auf die ich gewartet hatte. "Was machen wir mit dem Kadaver. Dir, als dem Jäger, steht das recht auf die Beute zu, doch was kann ich dir bieten, dass du ihn mir überlässt? Harnische aus Drachenhaut würden meine Soldaten zu den bestausgerüsteten in einem Umkreis von hunderten Meilen machen." Mit einer entschuldigenden Andeutung einer Verbeugung trat ich auf den Herrscher zu. "Ich entschuldige mich dafür, euch nicht ganz die Wahrheit mitgeteilt zu haben, muss mich aber rechtfertigen, dass es eure Untertanen waren, die meine Tat ausschmückten. Ich möchte nur einmal den Gedanken aufgreifen, was besser sein könnte als eine Armee aus mit Drachenschuppen gepanzerter Kämpfer. Dazu möchte ich sagen, dass ich den Drachen bezwungen habe, ja, aber ich habe nie gesagt, dass er auch von mir erlegt wurde."
Auf dieses Kommando hin öffnete mein echsenhafter Kumpane seine geschlizten Augen. Ohne sie anzublicken schubste er die Wachen um sich zur Seite und richtete sich zu seiner stattlichen größe auf. Jene Aufpasser, die nicht sofort in Panik flohen und sich dabei gegenseitig über den Haufen rannten, waren vor Schreck wie erstarrt und nicht wenige sahen aus, als hätten sie sich eingenässt. So blieben in dem Raum nur drei Personen gelassen. Der Drache, ich selber und König Renault. Letzterer ging furchtlos auf den Drachen zu und bewunderte ihn. "Noch atemberaubender als ich es jemals erwartet hätte! Seit ich ein kleiner Junge war träume ich davon einem echten Drachen zu begegnen und wenn ich es richtig verstanden habe, dann bietet ihr euch als Unterstützung für meine Armee an?"
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Chronicles
Ciencia FicciónJay Dubelo lebt im Jahr 2017. Sein Leben ist das eines Studenten und er macht sich keine Gedanken über seine Zukunft und auch Vergangenes scheint ihm an Wichtigkeit verloren zu haben. Dies ändert sich, als er eines Tages ein rätselhaftes Buch findet...
