Zerbrochene Scheibe

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Johns Sicht
Die Zwillinge hatten sich nicht mehr gemeldet. Er hatte schon sehr oft probiert ein Lebenszeichen zu erhalten, doch alles umsonst. Sherlock war kaum noch in der Bakerstreet. Er suchte ununterbrochen, doch nirgends gab es Hinweis auf Helens verschwinden, oder wo sich die Zwillinge aufhielten.
Auch Mycroft stand neben sich. Er hatte ihn einige mal angerufen wegen Informationen. Seine Stimme hatte so deprimiert gewirkt. John hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, sich ab und zu bei Mycroft zu melden. Zwar waren es keine besonders freundlichen Gesprächen, doch wenigsten berichtete er ihm von ihren Erkenntnissen, was nicht gerade viele waren.
Er wählte gerade Mycrofts Nummer, als die Nachrichten im Fernseher begangen. Es piepte 6 mal. Das war ungewöhnlich. Normalerweise nahm er sehr schnell an. Er probierte es nocheinmal.
Das Wetter war regnerisch angekündigt. Wenigstens Rosie würde sich freuen.
"Der Teilnehmer ist zur Zeit leider nicht erreichbar." Flötete die Stimme aus dem Handy. Das passte nicht zu Mycroft.
Also machte er sich auf den Weg, und setzte sich ein Taxi. Zuerst machte er Stopp im Diogenes Club. Dort war Mycroft nicht.
Also fuhr er zu seinem Haus.
Er klopfte und klingelte eine Weile, doch niemand öffnete. Er ging nach hinten, doch auch da sah er nichts. Langsam machte er sich sorgen. Er zog seine Jacke aus band sie um seine Hand, und schlug eine Scheibe neben dem Türgriff ein.
Wie erwartet, ertönte die Alarm Anlage. Doch natürlich wusste er den Sicherheitscode.  Sherlock ärgerte seinem Bruder nur zu gerne und verriet so einiges John.

Er ging durch das ganze Haus, doch er fand niemanden. Nichts. Keine Anzeichen für eine Reise, oder eine Entführung. Nun machte er sich wirklich sorgen. Hatte er sich vielleicht etwas angetan? Doch auch nach einem Anruf im Krankenhaus war er nicht weiter. Noch einmal ging er durch alle Räume.
Im Schlafzimmer blieb er steh. Alles war wie erwartet Klien und das Bett war gemacht. Einzig die Zettel auf dem Boden passten nicht ins Bild. Teilweise lagen sie unter dem Bett verstreut. Er kniete sich hin und sammelte sie ein. Er musste dringend Sherlock anrufen. Und Charlotte am besten auch. Das mussten die Zwillinge sehen.

Eine halbe Stunde später traf Sherlock ein. Schnell öffnete er die Tür und lies ihn herein .
"Er ist einfach weg, Sherlock. Im Diogenes Club ist auch niemand. Auch im Krankenhaus nicht. Wo kann er nur sein?" Er schüttelte den Kopf.
"Das sagtest du bereits am Telefon. Aber erstmal: Was sind das für Zettel von denen du geredet hast?"
"Das ist was, was ich den Zwillingen zeigen muss. Ich hab Charlotte angerufen. Nach 5 versuchen ist zum Glück auch mal rangegangen. Eigentlich müsste sie gleich kommen."
Genau in dem Moment Klingelte es. John lief los und öffnete die Tür. Die rothaarige schaute ihn aus trüben Augen an. "Sie haben etwas wichtiges für mich?"
"Ja habe ich allerdings. Wo ist Frederick?" Sie zuckte die Achseln und schlich an ihm vorbei. "Ich habe keine Ahnung. Er sagte nur das er was trinken gehen will."
"Beunruhigt es sie nicht das ihr Vater verschwunden ist?" Ihr Blick auf völlig irritiert.
"Sollte ich?" Sie tat ihm so leid. Und er hofft Rosie würde es nie so gehen wegen ihm.
"So wo ist das etwas nun."
Sie ging zielstrebig ins Wohnzimmer. Das erinnerte ihn daran, dass sie ja hier aufgewachsen war. Wie das soll gewesen sein musste? Er hatte oben die beiden leeren Zimmer gesehen. Das waren bestimmt ihre Schlafzimmer. Zwei kleine Kinder in diesem riesigen Haus, nur mit ihrer Mutter. Das fehlen von Mycroft war bestimmt deswegen noch mehr aufzufallen.
Sie nickte Sherlock zur Begrüßung zu.
"Die hier, habe ich auf dem Boden Im Schlafzimmer ihres Vaters gefunden. Sie lagen überall verstreut. Ich denke er wollte, das sie sie beide sie irgendwann einmal bekommen. Sie sind alle nicht adressiert. Allerdings sind nur zwei beendet, der Rest ist begonnen."
Sie Strecke ihre Hand zögernd aus. Als hätte sie etwas gestochen zog sie ihre Hand zurück.
"Nein ich will keine Briefe von ihm! Ich will keine Erklärungen hören. Nicht von ihm."
Er nickte. "Doch glaub sie mir, das wollen sie Charlotte. Nehmen sie." Er drückte sie ihr in die Hand. "Lesen sie." Wurde sie schon gezwungen die falschen Worte ihres Vater zu lesen, wollte sie das lieber alleine. Also betrat sie das Schlafzimmer. Das sie nicht weiter protestierte, machte John und sich Sherlock sorgen.

Charlottes Sicht
Sie betrat schleppend das Schlafzimmer ihres Vaters. Es war absolut nichtssagenden. Wie es nun einmal war, wenn ein Mann nur dann schlief, wenn es eben mal nötig wurde. Er hatte schon immer zu viel gearbeitet. Langsam setzte sich sie auf das gemachte Bett. Sie untersuchte das gelbliche Papier in ihren Händen. Manche waren zerknittert, andere glatt und gefaltet. Sie suchte den ältesten heraus. Er bestand nur aus ein paar Zeilen. Das Datum zeigte das er 5 Monate nach ihren Weggang geschrieben worden war.

"Liebe Helen, liebe Luna, lieber Frederick,
Ich hoffe immer noch jeden Tag, auf ein Lebenszeichen von euch. Ich würde so gerne mit euch drei reden. Alles erklären. Ich kann in diesem Brief kaum erklären wie sehr ihr mir fehlt. Ihr "
Der Brief hörte abrupt auf. Sie überflog die nächsten. Alle sagten so ziemlich das selbe aus. Doch in keinem war die Rede davon, das er eine Adresse hatte. Imme hieß es, das er ihn gerne abschicken wollte, aber leider nicht wusste wohin.
Die letzten beiden waren die einzigen fertigen, die John gemeint hatte. Scheinbar hatte doch irgendwann einen gewissen Antrieb gefunden sie zu schreiben. Am liebsten würde sie alles verbrennen. Die Briefe, das Haus, einfach alles. Das ganze lieben ihres Vater und jedes Zeichen das er jemals expedierte hatte..
Sie atmete tief durch und begann zu lesen.

Die Kinder des Mycroft Holmes---#Brilliants2018Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt