Kapitel 18

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Kapitel 18

Da lag sie. Caroline.

Ihr Anblick schockte mich. Überall hingen Schläuche. Einer war in ihrem Mund, um sie mit Sauerstoff zu versorgen. Weitere waren überall angeschlossen.

Das einzige was ich vernahm, das sie tat, war wie sich ihre Brust regelmäßig hob und senkte. Nur das und das kontinuierliche Piepen des Herzschrittmachers, bewies, dass sie überhaupt noch lebte.

Sie war blass. Zu blass.

Ihre Augen waren geschlossen und jegliche Farbe war daraus gewichen.

"Sie schläft", vernahm ich Dr. Williams Stimme hinter mir.

"Wir wissen nicht, wann genau sie aufwacht, doch wir gehen davon aus, dass es sehr bald geschehen wird. Zusätzlich wird sie gleich die Blut Infusion bekommen. Sie können bei ihr bleiben, falls sie aufwacht", fuhr er fort. Wieder nickte ich nur und lief auf Caroline zu.

Sie würde aufwachen. Bald.

Ich spürte wieder heiße Tränen über mein Gesicht laufen, während ich mir einen Stuhl aus dem Zimmer neben ihr Bett stellte. Dort ließ ich mich nieder und griff nach ihrer Hand.

Sie war kalt. Zu kalt.

Ich hielt ihre Hand fest in meiner. Irgendwie dachte ich, ich könnte Caroline dadurch wärmen. Immer wieder und wieder tropften Tränen in meinen Schoß, während ich sie nur anstarrte.

Was, wenn sie nicht aufwacht?

Nein, sie wird. Der Arzt hat es gesagt. Sie wird aufwachen. Nur wann?

Ich schloss meine Augen und versuchte alles um mich herum zu vergessen. Es gab nur Caroline, wie sie so neben mir lag, ihre Hand in meiner.

Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich wie Blair gerade einen Beutel voll Blut an einen Schlauch in Carolines Armbeuge anhängen. Sie würde nun das Blut zurück bekommen, das sie wegen mir verloren hat. All diese Schmerzen hatte sie nur wegen mir. Erneut liefen mir Tränen übers Gesicht und ich wischte sie weg und sah wieder zu Blair.

Ich beobachtete sie, während sie ihre Arbeit tat. Ihre dunkelbraunen Locken wippten bei jeder Bewegung. Sie war eher ein südländischer Typ, mit ihrer gebräunten Haut. Irgendwie erinnerte sie mich gerade an Brasilien. Eigentlich war Blair sehr hübsch, aber lange nicht so wie Caroline.

"Es wird eine knappe Stunde dauern, bis der Beutel leer ist. Ich gehe mal davon aus, dass du bei ihr bleibst, richtig?", wendete sich Blair nun an mich. Ich war einfach nicht in der Lage zu reden und nickte wieder nur. Ich würde bleiben, solange, bis Caroline aufwacht und selbst dann würde ich solange bleiben, bis sie mit mir gehen konnte.

"Gut. Sag bitte bescheid, falls irgendetwas sein sollte, du musst nur auf den Knopf hier drücken. Ach ja, und wenn der Beutel leer ist, sag bitte auf Bescheid", bat sie mich und schenkte mir noch ein Lächeln, sodass ich ihre strahlend weißen zähne sehen konnte. Danach verließ sie den Raum. Jedoch nicht ohne mir noch einmal gut zugesprochen zu haben.

Mein Blick war nur auf Caroline gerichtet. Wie sie da lag. So leblos, so blass, so kalt. Und das nur wegen mir. Warum nur waren wir dort hingefahren?

Warum habe ich das Auto nicht gesehen?

Warum war es so schnell?

War der Fahrer betrunken?

Mein Kopf war voller Fragen ohne Antworten. Die schlimmste Frage, die ich mir jedoch immer wieder stellte und die meinen Kopf nicht verlassen wollte, war, ob sie es schaffen würde.

Only in my eyesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt