Ernste Gespräche.. ohne mich?

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„Was ist passiert?“, hörte ich Mom noch Kenny fragen, ehe ich meine Tür zu knallte und mich auf mein Bett schmiss.

Wenige Minuten später klopfte es auch schon an meiner Tür. Obwohl ich nicht antwortete, öffnete sie sich trotzdem und Mom kam herein. Ich hatte wirklich keine Lust zu quatschen aber das war noch nie ein Grund, mich deshalb in Ruhe zu lassen. Sie setzte sich auf den Rand meines Bettes und rieb mir beruhigend über den Rücken.

„Er macht sich doch nur Sorgen Justin“, sagte sie ruhig:“ wir machen uns alle Sorgen. Du weißt doch, wie deine Fans sein können.“,

„Aber manchmal übertreiben sie es extrem“, antwortete ich schlecht gelaunt:“ Die tun manchmal so als sei ich der Präsident der Vereinigten Staaten höchstpersönlich. Das nervt.“,

Mom seufzte, sie wusste ich hatte Recht aber sie wusste auch, dass Kenny Recht hatte. Man konnte eben nicht vorher wissen was passieren würde.

„Als wenn es nicht auffällig ist, dass ein Junge von drei Riesen abgeschirmt wird. So fallen wir eher auf, als wenn ich alleine unterwegs wäre“, sagte ich wütend.

„Das mag sein aber sollten dich tatsächlich mal Fans erkennen wärst du ihnen schutzlos ausgeliefert. Selbst Kenny könnte nicht mehr viel ausrichten, wenn dreißig Mädchen auf dich zu gestürmt kommen“, verteidigte sie sich.

„Ach komm schon Mom, was sollten denn schon dreißig Fans auf einmal, an einem Platz sein, wo ausgerechnet ich grade vorbei laufe. So ist es vielleicht bei einem Konzert oder, wenn ich ein Interview gebe, aber wenn ich mich dazu entschließe, einkaufen zu gehen, dann weiß es doch vorher niemand. Ihr tut immer so als hätten alle meine Fans ein Radar oder so“,

„Wenn es zwei merken, dauert es auch nicht lange und es kommen immer mehr und was dann? Die brauchen doch bloß ihr Handy zücken, sobald du dich in einem Geschäft in Sicherheit gebracht hast und ihre Freunde anrufen und schon sind es doppelt so viele“, versuchte sie es weiter.

„Schon gut Mom, vergiss es einfach“, sagte ich nur. Es hatte eh keinen Sinn länger darüber zu reden, sie würde eh nichts anderes zulassen.

„Versteh es einfach Justin, es ist zu deinem Besten. Jetzt ruhe dich etwas aus, wir fliegen heute noch weiter. Ich sag dir Bescheid wenn es was zu Essen gibt“, sagte sie, mittlerweile in einem etwas strengeren Ton und verschwand wieder. Wütend über ihre Uneinsichtigkeit wälzte ich mich auf die andere Seite meines Bettes. Wenige Minuten später schloss sich meine Tür wieder. Sie war ohne ein weiteres Wort hinausgegangen.

Manchmal hasste ich es wirklich, berühmt zu sein ...

Ich vermisste meine Familie, die ich nur selten sah. Meinen Grandpa und Grandma, Meinen Dad und meine beiden Halbgeschwister. Meine Freunde und meine Ruhe. Manchmal würde ich, am liebsten, alles Hinschmeißen um endlich wieder meine Ruhe zu haben aber das konnte ich meinen Fans und mir nicht antun. Ich wusste, sobald ich wieder mein altes Leben zurückgehabt hätte, hätte ich dieses hier vermisst. Dann hätte ich es vermisst, auf der Bühne zu stehen und für meine Fans zu singen. Einfach alles ...

Wieso konnte ich nicht einfach beides haben. Wieso zum Teufel musste immer alles so verdammt kompliziert sein?

Am liebsten hätte ich mich jetzt in Twitter eingeloggt und hätte irgendwas geschrieben aber ich wusste dabei wäre nichts Gutes bei herausgekommen. Sicher hätte ich irgendwas Dummes gesagt und so lies ich es lieber sein. Stattdessen blieb ich im Bett liegen und ärgerte mich weiter, bis ich irgendwann einschlief. Etwas später wachte ich wieder auf, da Mom ins Zimmer kam, um mir Bescheid zu sagen, dass es was zu essen geben würde aber ich tat so als würde ich tief und fest schlafen, weshalb sie wieder abzog. Ich hatte einfach keine Lust auf Gesellschaft und schlief weiter.

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