Scooter erzählt!

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Scooter lächelte mich leicht an. Eigentlich muss es für ihn ja noch schlimmer gewesen sein, ich lag ja fast den größten Teil im Koma.

„Na Großer, lange nicht gesehen“, sagte er lässig und lächelte mich an. Sofort sprang ich in seine Arme.

„Bin hier um dich zu retten“, flüsterte er keuchend, unter meiner Last, in mein Ohr und drückte mich ganz fest. Ich war wohl doch schwerer als ich dachte. Nach ein paar Minuten löste er sich von mir und stopfte mich förmlich in die Limousine. Mom setzte sich neben mich und Scooter stieg auf der anderen  Seite ein.

Ich schaute noch mal zur Schule, ehe sie nicht mehr zu sehen war.

Als wir zu Hause ankamen unterhielten wir uns stundenlang.

„Du glaubst nicht, was passiert ist. Das war wie bei Jackos tot. So als würde die Welt stillstehen. In jedem Sender brachten sie Berichte über dich. Alte Aufnahmen von deinen Konzerten, Preisverleihungen, deine Videos und vor allem deinen Unfall“,

Nervös hörte ich ihm zu. Mom saß auf einem Stuhl neben uns und ich bemerkte, wie sie ab und zu ein Tränchen wegwischte.

„Wir waren stocksauer, als du dich nicht gemeldet hattest, wir dachten echt, du hättest die Jungs dazu überredet irgendwelche Dummheiten anzustellen“, Scooter seufzte vorsichtig und musste deutlich schlucken.

„Ja … wow und dann kam der Anruf … der Anruf“, wiederholte er andächtig. Ich war still, ich sagte überhaupt nichts. Ich hing gebannt an seinen Lippen, so als würde er eine Gruselstory erzählen.

„Kenny rief an. Ich wusste sofort, dass irgendwas nicht stimmt, er war ungewöhnlich aufgeregt. Hat fast geheult!“,

Diesmal war ich es der schlucken und meine aufkommenden Schuldgefühle unterdrücken musste.

„Wir hatten einen Unfall. Justin ist verletzt, kommt ins Krankenhaus und so weiter. Deine Mutter ...“,

„Ich bin in Ohnmacht gefallen“, beendete sie Scooters Satz.

„Was?“, sprach ich nun doch: “Das hast du mir noch gar nicht erzählt?“, Mom zuckte mit ihren Schultern.

„Wir waren mit den Nerven am Ende. Der Arzt meinte er könne nicht sagen, ob du wieder aufwachst. Dir ist sogar einmal das Herz st ...“,

„Scooter bitte“, unterbrach Mom ihn.

„Was ist mit meinem Herzen?“, fragte ich weiter. Scooter schaute zu Mom.

„Ich kann mir das nicht anhören. Ich mach uns was zu essen“, sagte sie und stand auf. Ich guckte ihr besorgt nach, war aber sofort wieder Feuer und Flamme für Scooters Offenbarungen“.

„Dein Herz ist stehen geblieben“, erklärte er leise.

„Was? Ich hatte einen Herzstillstand?“, fragte ich geschockt: “Wieso hat mir noch niemand davon erzählt?“

„Zu schwer“, antwortete er.

„Und? Wie ging es weiter?“, fragte ich neugierig aber auch geschockt. Scooter seufzte nochmal. Ihm schien es auch nicht leicht zu fallen darüber zu berichten.

„Die Ärzte versuchten dich, wiederzubeleben. Deine Mom hat schrecklich geweint. Eigentlich haben wir bei der Nachricht alle geweint. Man, wir dachten das wars!“

„Es tut mir leid“,

„Ach Quatsch! Hör auf so einen Unsinn zu reden. Dir muss nichts leidtun“, sagte Scooter sofort.

„Aber ...“,

„Nichts aber“, unterbrach er mich:“ wo waren wir stehen geblieben? … Ach ja“,

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