Streit und Schmerz!

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„Justin?“, fragte Chaz mich, der sah auch nicht mehr ganz so fit aus. Erkannt hatte er mich trotzdem ... Hatte ich mich denn, so garnicht verändert? Meine Haare waren kurz und mein Gesicht ein wenig kantiger geworden, erwachsener ... aber das reichte Chaz wohl nicht. Na ja, wir kannten uns ja auch fast ein Leben lang. Trotzdem tat ich so, als hätte ich keinen Schimmer, was sie von mir wollten, vor allem weil Danny direkt hinter mir stand.

„Wer? Welcher Justin?“, fragte ich sie verwirrt: “Meinst du mich?“

„Na Bieber!“, sagte Chaz, als sei es völlig klar, dass jeder Justin „Bieber“ mit Nachnamen heißen würde.

„Ich heiße Jason ... schon mein Leben lang“, sagte ich. Als wenn man sich wöchentlich seinen Namen ändern könnte ... aber na ja der Alkohol eben!

„Moment mal ... Justin Bieber“, lachte Danny plötzlich los!

„Lach nicht“, sagte Chaz wütend. Ryan war dunkelrot im Gesicht. Ihm schien die Situation ziemlich unangenehm zu sein.

„Wie jetzt? Der Knilch, der mal berühmt war?“, fragte ich nun abschätzend, als wäre mir gerade ein Licht aufgegangen. Nu beleidigte ich mich schon selbst, nur um meinen Arsch zu retten. Erbärmlich!

„Genau den meinen sie glaube ich“, sagte Danny etwas unbeteiligt und starrte ein paar Mädchen hinterher. Ich fühlte mich wie auf heißen Kohlen. Hilflos!

„Er ist kein Knilch“, verteidigte Chaz mich. Merkwürdige Situation. Am liebsten wäre ich ihnen freudestrahlend um den Hals gefallen.

Ryan schüttelte den Kopf. Ihm war die Situation sichtlich unangenehm und peinlich.

„Komm Chaz. Lass uns doch gehen,“, sagte er:“ sorry, er ist total voll! Verwechslung“,

„Alter, der hat unseren allerbesten Freund beleidigt“, knurrte Chaz. Ich hatte schon Angst er würde mir jeden Moment die Fresse polieren, als er mir stattdessen plötzlich um den Hals viel. Panisch zuckte ich zusammen.

„Chaz man es langt“, knurrte nun Ryan und zog mit aller Kraft an Chaz. Er guckte uns entschuldigend an. Nachdem er ihn endlich von mir weg gezogen hatte, murmelte er noch ein Sorry und ging an uns vorbei.

„Nur Verrückte“, sagte Danny lachend und ging weiter.

Ich setzte mich auf das Sofa in der Nähe, um erst mal runter zu kommen, sonst wäre ich wohl tatsächlich zusammengebrochen. Kurz bevor Chaz und Ryan um die Ecke bogen, sah ich noch, wie Ryan mich mit einem undefinierbaren Blick anstarrte.

Um die Situation mit Danny zu entschärfen, fragte ich ihn dusselig ob ich wirklich, wie dieser Idiot aussah. Wie >ich<

„Ein bisschen vielleicht“, sagte er und lachte.

„Vollidiot“, sagte ich zu ihm: “Ich sehe nicht wie dieser Knilch aus“,

Komisch irgendwie, je öfter ich mich beleidigte desto mehr hatte ich das Gefühl wirklich über einen Justin Bieber zu lästern. Ich vergaß immer mehr, dass ich Justin war! Wenige Minuten später klingelte auch noch mein Handy.

Eine SMS, wie ich feststellte ... von Ryan!

>Justin?<, stand da nur. Ich hatte immer noch mein altes Handy!

War das ein Test?

Wollte er nur sichergehen? Ich schien ihn, auf jeden Fall auch nicht ganz von meiner Show überzeugt zu haben.

Sollte ich antworten?

Ich vergaß so langsam total die Realität, ich brauchte unbedingt etwas oder jemanden der mich wieder an mich selbst erinnerte. Mom war keine Hilfe! Sie nannte mich zwar immer noch Justin aber selbst bei ihr fing ich an nicht mehr zu hören, weshalb sie schon anfing, mich ab und zu ebenfalls Jason zu nennen. Ich bemerkte zwar manchmal ihre Trauer darüber aber sie sagte niemals etwas.

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