Live?

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Als ich am nächsten Tag, Mittags, aufwachte schrieb ich alles auf. Trotz Schlaf hatte ich alles noch im Kopf. Ich nahm meine Gitarre, die ich ebenfalls mitgenommen hatte und schrieb einfach nur. Mom schlief immer noch, bis das Telefon klingelte.

„Ja?“, krächzte sie ins Telefon.

„Ja“,

„Okay“, ich lächelte.

„Nein, nein, ich frag ihn, wenn er wach ist“, diesmal hustete ich leicht, um auf mich aufmerksam zu machen. Verwundert schaut sie hinter sich.

„Du bist ja schon wach“, wunderte sie sich.

„Was?“, fragte sie nun ins Telefon.

„Ja, okay, bis dann Scooter“, ah, sie telefonierte mit Scooter.

Mom legte den Hörer auf und drehte sich zu mir um.

„Seit wann bist du wach?“, fragte sie verwundert.

„Seit einer Stunde ungefähr“, antwortete ich.

„Was machst du da?“

„Nichts“, sagte ich und versteckte meinen Songtext.

„Ich soll dir von Scooter ausrichten, dass er dich in zwei Stunden abholt. Keine Ahnung, was er vorhat.“, erklärte sie.

„Okay“, antwortete ich.

Nach zwei Stunden holte mich Scooter tatsächlich ab, pünktlich wie ein Uhrwerk. Diesmal nicht mit der Limousine aber das Auto gefiel mir auch. Mit dabei waren Carin, Dan und natürlich Kenny.

„Wo fahren wir hin?“, fragte ich verwirrt.

„Wirst du schon sehen. Sei nicht immer so ungeduldig“, antwortete Scooter nur: “Keine Sorge, hab die Erlaubnis deiner Mom“, verdutzt schaute ich in ihre Gesichter.

Als wir in eine Straße einbogen und ich auf einem Verkehrsschild Peachtree Road las, lief es mir heiß und kalt den Rücken runter.

„Ist nicht euer Ernst“, fragte ich und erinnerte mich an den Namen der Straße. Scooter erzählte mir einmal, dass dort eines der schönsten und größten Malls Atlantas gab. Als der Wagen zum Halten kam, sah ich es. Ein überwältigendes und wunderschönes Gebäude, das Lennox Square! Verträumt stieg ich aus.

„Ich sagte ja, deine Mom hat es erlaubt. Wir fanden, du benötigst dringend eine neue Ausstattung“, erklärte Scooter grinsend und zuckte seine Kreditkarte verschwörerisch. Ich fiel fast in Ohnmacht.

„Ihr seid doch total übergeschnappt“, flüsterte ich benommen: “Das kann ich auf keinen Fall annehmen“,

„Mir, egal ob du das kannst, dir bleibt nichts anderes übrig“, sagte Scooter schulterzuckend, als mich plötzlich zwei Hände packten und Richtung Mall zogen.

Im Gebäude war es unglaublich, der Mittelgang war überdacht, man konnte aber den Himmel sehen. Recht und links standen hochgewachsene Bäume. Es sah tatsächlich so aus als würde man eine Straße entlang gehen, auf der es niemals regnete.

Kaum waren wir in der Mall, starrten uns viele Leute an, auch ein paar Mädchen. Sie waren ruhig beobachteten uns nur. Vielleicht überlegten sie noch, ob ich es wirklich war. Meine Cap hing mir ziemlich tief im Gesicht. Mit Dan alberte ich mal wieder herum und natürlich hatte ich wieder Hummeln im Arsch, weswegen ich ab und zu einen kleinen Tanzschritt hinlegte.

„Wird Zeit, dass du wieder auf die Bühne kommst“, bemerkte Scooter. Kenny lachte.

„Er hatte schon immer viel zu viel Energie für einen Menschen“, kicherte Dan und boxte mir gegen den Arm.

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