Turn to you!

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Am nächsten Morgen hatte ich doch einige Probleme meine Augen zu öffnen. Vom Traum noch total mitgenommen, stiefelte ich ins Bad und duschte erst mal ausgiebig.

„Spatz, bist du im Bad?“, hörte ich meine Mom rufen, während sie zur selben Seit an die Tür klopfte. Was für eine Frage? Natürlich hat sich die Dusche von alleine angestellt und ich mich aufgelöst.

„JAAAA“, rief ich ihr laut zum um das Plätschern des Wasser zu übertönen.

Keine Antwort! Auch gut!

Nachdem ich fertig geduscht hatte ging ich mit einem Handtuch um die Hüften wieder raus, um mir aus den Tüten ein paar schicke Klamotten zusammen zu stellen. Mom saß auf dem Hotelbett, mit der Fernbedienung in der Hand.

„Hast du heute was bestimmtes vor?“, fragte sie mich neugierig.

„Nö, eigentlich nicht. Keine Ahnung ob Scooter noch was vor hat“, klärte ich sie auf.

„Hab gerade die Werbung auf NBC gesehen. Zu dem Special morgen“,

BAM, und schon musste ich mich wieder erinnern. Dieser verdammte Traum. Vielen Dank Mom!

Ich sah mich, wie ich >Boyfriend< performte. Wie ich die Strophen durcheinander brachte. Völlig, grauenhafte, falsche Töne sang. Wie ich mit hochrotem Kopf auf Ellen zuging und mich auf die Couch setzte. Die Fans buhten. Ellen saß nur da und glotzte mich an. Ab und zu fragte sie mal Sachen wie >Hattest schon Sex mittlerweile?<, >Wieso bist du eigentlich wieder am Singen?<, >musste das sein?<, und so weiter …

Mein Gesicht war Tomatenrot, meine Hände schweißnass, mein Herz klopfte wie wild.

„Alles in Ordnung Justin?“, fragte Mom mich plötzlich und riss mich wieder aus dem Traum.

„Ja, ja, nur schlecht geträumt gestern Nacht. Musste nur wieder dran denken“, erklärte ich fix.

„Weil ich das Special erwähnt habe“, verdammt, das war keine Frage. Das war eine Feststellung.

„Wenn irgendwas ist, sagst du mir doch Bescheid oder?“,

„Ist alles gut Mom, nur die Aufregung“, erklärte ich und machte mich schließlich über die vielen Tüten her. Mom schaute immer noch fern, während ich im Bad verschwand und ein paar Klamotten probierte. Am Ende entschied ich mich für eine rote Hose, eine rote Cap, ein schwarzes Shirt und schwarze Supra Skytop. Die Kette, mit beiden Hälften, steckte ich unter mein Shirt.

Aus dem Bad hörte ich währenddessen das Telefon klingeln. >Scooter<, dachte ich sofort.

„Justin?“, rief auch schon meine Mom.

„Ja?“, rief ich zurück.

„Scooter fragt ob du heute irgendwas geplant hast oder irgendwas gerne noch machen möchtest?“, rief sie wieder. Fertig angezogen kam ich aus dem Bad.

„Ich würde gern ins Studio, wenn das geht“, antwortete ich ihr. Mom drehte sich um und schmiss sich geschmeidig aufs Bett.

„Ja, er möchte gerne ins Studio“, sprach sie in den Hörer.

„Hat er nicht gesagt“,

„Ja, okay, bye“, verabschiedete sie sich von Scooter und legte auf.

„Geht klar, er kommt in einer Stunde“, sagte sie und schnappte sich die Fernbedienung. Sie sah gelangweilt aus.

„Ist doch in Ordnung wenn ich gehe oder Mom?“, fragte ich sie deshalb vorsichtig.

„Ja geht schon, keine Sorge! Ich vergnüge mich mit dem Fernseher“, lächelte sie.

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