Tag der Gefühle!

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„Was zum Teufel hast du dir gedacht“, fing sie merkwürdig ruhig an.

„Weißt du eigentlich, was für Sorgen ich mir gemacht habe?“,

„Du hast versprochen pünktlich nach Hause zu kommen und wozu hast du eigentlich ein Handy, wenn du es nicht benutzt?“, redete sie sich in Rage. Ich schluckte ...

„Du hast getrunken!“, stellte sie geschockt fest.

„Hab ich nicht“, versucht ich mich zu retten, ritt mich aber nur immer weiter in die Scheiße. So langsam reizte mich die Standpauke ...

„Willst du mich verarschen? Du riechst durch und durch nach Alkohol“, sagte sie wütend.

„Es tut mir Leid Mom, es ging drunter und drüber gestern“, brüllte ich nun wütend.

„Ach so bei dir ging es drunter und drüber. Weißt du, wie ich mich gefühlt habe?“, brüllte sie nun auch.

„Scheiße?, keine Ahnung!“, wir schaukelten unsere Wut immer weiter hoch.

„Ja ich habe mich scheiße gefühlt, voller Sorge!“, schrie sie nun schon.

„ES TUT MIT LEID, MAN, MANCHMAL NERVST DU ECHT!“, schrie ich nun auch.

„GEH AUF DEIN ZIMMER, DU HAST HAUSARREST!“

„AUCH GUT!“, schrie ich weiter und rannte wütend nach oben. Ich machte die CD von Usher an und zückte mein Handy, die Musik war so laut, dass Mom nach wenigen Minuten hochkam und die Tür aufriss.

„KEINE MUSIK, KEIN INTERNET, KEIN HANDY“, brüllte sie. Sie kam auf mich zu und riss mir mein Handy aus der Hand.

„MOM“, brüllte ich empört.

Als Nächstes schnappte sie sich meinen iPod, meinen Laptop und meinen CD-Spieler vom Tisch und verschwand ohne ein weiteres Wort nach draußen. Geschockt sah ich ihr nach. Stille, eine unglaubliche Stille und Einsamkeit machte sich breit. So wütend hatte ich Mom noch nie gesehen.

Es war so leise im Zimmer, dass ich sogar Mom hörte, wie sie hektisch im unteren Stockwerk herumlief. Ich hatte Zeit nachzudenken, wahrscheinlich wollte sie genau das damit bezwecken! Ich hatte mich wirklich scheiße verhalten ich hätte vor ihr auf Knien rutschend um Verzeihung bitte sollen, stattdessen schrie ich sie an ...

Sie nervte mich nicht, sie war die einzige Person, die verstand, wie ich mich fühlte und die ich damit am meisten verletzte. Nach ein paar langen Stunden klopfte es plötzlich an der Tür.

„Ja?“, murmelte ich und rollte mich, immer noch auf dem Bett liegend, zur Tür.

„Justin“, sagte sie und lugte zur Tür rein. Als ich sah wie sie weinte musste ich ganz plötzlich auch heulen. Normalerweise passierte mir das nicht wirklich oft aber in dem Moment konnte ich nicht anders. Ich stand vom Bett auf, ging auf sie zu und nahm sie in den Arm.

„Es tut mir Leid Mom, ich habe scheiße gebaut, ich hätte mich melden müssen“, fing ich an.

„Sssshhhh“, machte sie nur.

Nach einer Weile lösten wir uns.

„Ich habe das Gefühl, das hatten wir mal nötig“, lächelte sie. Sie hatte recht. Sich mal so richtig anschreien und dann ausheulen tat echt gut ... Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände, wischte mir die Tränen aus den Augen und küsste meine Stirn.

„Hab Essen gemacht“, sagte sie und nahm mich mit nach unten in die Küche.

„Chaz und Ryan also“, sagte sie plötzlich vorsichtig, während wir aßen. Immer mal wieder starrte sie mich verwundert an.

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