„Ja?“, fragte ich vorsichtig und gebannt auf die Tür starren.
„Na Großer“, sagte Scooter plötzlich, der in der Tür stand: “Darf ich rein kommen?“,
„Na klar“, antwortete ich überrascht.
„Du musst mir unbedingt bei was helfen“, sagte er und drückte mir einen Zettel in die Hand. Auf dem Zettel waren Noten und ein Songtext zu sehen.
„Wie kann ich dir damit helfen?“, fragte ich ihn verwirrt.
„Das soll ein äußerst kritischer Künstler singen und ich muss unbedingt wissen ob Text und Musik gut zusammenpassen bevor ich ihm dass vorsetze und da dachte ich du hilfst mir eventuell“, erklärte er.
„Okay und wie?“, fragte ich immer noch ziemlich verwirrt.
„Singen Justin, bitte du hilfst mir damit sehr“, antwortete er.
„Für wen ist der Song?“, fragte ich neugierig.
„Geheim leider, sorry“, wahrscheinlich sein neues Geheimprojekt!
„Na gut“, seufzte ich und betrachtete den Text nochmal genauer. Über dem Text stand groß >Boyfriend<, ganz sicher der Name des Songs.
„Hier, die Musik zum Text“, sagte er und drückte mir eine CD in die Hand, die ich auch gleich mit meiner austauschte. Die Musik klang zumindest ziemlich geil.
Ich ging mit Scooter den Text mehrmals durch und fing dann einfach selber an ihn zu singen.
„Super“, sagte Scooter irgendwann mittendrin.
„Gut?“, fragte ich ihn: “Also ich mein, Text und Musik passen doch ganz gut zusammen“,
„Ja da hast du Recht“, antwortete er und starrte mich gedankenverloren an. Irgendwie machte mich das nervös ...
„Tja, ich hoffe ich konnte dir helfen“, sagte ich schnell und drückte ihm die Sachen wieder in die Hand, da mir die Situation etwas unangenehm wurde. Irgendwie hatte ich so eine merkwürdige Ahnung, dass ich den Song für niemand anderes gesungen hatte. Augenblicklich sperrte ich mich komplett gegen jede Art dieser Gedanken, obwohl ich bis vor einer Stunde noch geträumt hatte, wieder zu singen. War ich doch noch nicht bereit?
„Wie findest du ihn?“, fragte mich Scooter nun ... Ich wusste es ...
Erst war vom Singen keine Rede mehr und er meldete sich tagelang nicht mehr bei mir und nun wollte er mir einen Song aufs Auge drücken?
„Scheiße“, sagte ich blitzschnell. Verdutzt und überrascht sah Scooter mich an.
„Wirklich?, Schade ... du sahst so begeistert aus, als du ihn gesungen hast. Hmm... dann sollte ich ihm den Text vielleicht doch nicht vorlegen“, überlegte er murmelnd. Oder irrte ich Idiot mich doch?
„Die Musik ist toll!, der Text ist nichts für mich aber ich soll ihn ja nicht singen“, sagte ich krampfhaft lächelnd: “also alles gut, keine Panik Scooter, der Song wird dem Künstler schon gefallen“,
Scooter starrte mich misstrauisch an, so als hätte er den Braten gerochen.
„Justin?“, fragte er plötzlich und sah mir ernst in die Augen.
Ich schwieg einfach nur und starrte ihn gebannt an. Ich hasste seinen hypnotisierenden Blick. Lügen war unmöglich, den hatte er schon angewandt, als ich jünger war und etwas angestellt hatte.
„Findest du den Text wirklich scheiße?“,
Bitte unterbreche doch jemand die Wirkung dieses Blicks aber es passierte nichts also kniff ich natürlich den Schwanz ein und schüttelte verneinend den Kopf.
„Also nicht und warum sagst du mir nicht, dass er dir gefällt?“, fragte er eindringlich aber darauf wusste ich keine Antwort. Ich gab mir doch nicht die Blöße und verriet, dass ich gedacht habe, er hätte den Song für mich mitgebracht. Also zuckte ich nur mit meiner Schulter. Mittlerweile kam ich mir richtig blöd vor, dass ich es überhaupt in Erwägung gezogen hatte.
„Willst du etwa den Song?“, er überrumpelte mich nun total mit dieser direkten Frage.
„Ich, ähm, was?“, antwortete ich ertappt und tat so als sei es eine völlig abstruse Idee: “Ich doch nicht“, sagte ich möglichst überzeugend!
Scooter lachte los ... der Kerl hörte gar nicht mehr auf, zu lachen.
„Oh man Justin, es macht Spaß dich zu ärgern aber dir etwas vormachen ist ziemlich schwer“, seufzte er: “Natürlich ist es so, wie du es dir bereits gedacht hattest!“,
„Also, jetzt ernst ... gefällt er dir?“, fragte er nochmal.
„Ja“, gab ich zu.
„Gut ... und? Willst du ihn?“, fragte er nun direkt. Ich zögerte und musterte ihn skeptisch: “Nun sag schon ja“,
„ähm, ja“, plapperte ich ihm nach, als hätte ich seine Frage nicht verstanden.
„Gut, war doch nicht so schwer oder“, lachte er und drückte mich noch einmal.
„ach ja und ...“, sagte er und hielt seinen Finger vor seinem Mund: “Ist eine Überraschung für deine Fans“,
Ich nickte und lächelte, komplett zerstreut lies er mich allein.
Was war da nur gerade passiert?
Von da an ging alles plötzlich ganz schnell. Nur zwei Tage später stand bereits eine Limousine vor unserer Tür, um mich abzuholen. Passend zu meinem Geburtstag. Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind zum ersten Schultag. Mom wollte sich das auf keinen Fall entgehen lassen und kam mit.
„Hast du alles?“, fragte sie mich freudestrahlend. Ich nickte, mir war irgendwie mulmig.
Die Limousine fuhr uns zu einem angemieteten Studio außerhalb von Stratford. Für Atlanta dauerte es Scooter wohl zu lang. Es war irgendwie seltsam wieder im Studio zu stehen aber alte Erinnerungen kochten wieder hoch. Schöne Erinnerungen.
„Da bist ja schon“, begrüßte mich Scooter und umarmte meine Mom: “Aufgeregt?“
„Nein“, selbstbewusst klang das weniger, mir war kotzübel ... Früher habe ich das ständig gemacht und nie wurde mir schlecht?
Mom setzte sich auf die Couch in der Ecke und lächelte mir aufmunternd zu.
„Lass uns nochmal den Text durchgehen“, wies Scooter an und wir setzten uns dazu.
Zwischendurch alberten wir, man konnte Scooter anmerken, dass er sich über die Situation freute.
>Klopf, klopf<
„Überraschung!“
Verwirrt starrte ich zur Tür, die sich gerade öffnete und erstarrte. Kenny!!
Freudestrahlend kam er auf mich zu und drückte mich fest.
„Mein Gott bist du hochgeschossen, so brauchst du ja fast keinen Bodyguard mehr“, sagte er und begutachtete mich:“ wow, wirklich, kaum wiederzuerkennen ... Ach ja und Happy Birthday“,
„Danke Großer“, erwiderte ich immer noch geschockt und nahm ihn noch einmal in den Arm.
Immerhin hatte ich ihn ewig nicht mehr gesehen.
„Man bin ich froh, dass es dir wieder gut geht, wir haben uns echt Sorgen gemacht“, sagte er bedrückt.
Hallo Schuldgefühle ...!
„Es tut mir leid “,
„Ach Quatsch, wieso dass denn?“, fragte er mich verdutzt.
„Na irgendwie war ich doch selbst schuld“, antwortete ich überzeugt. Hatte ich sie nicht genervt?
„So ein Unsinn, lass uns nicht daran denken. Lass uns lieber darüber freuen, dass wir wieder zusammen sind“, sagte er und lächelte.
„Ja lasst die Vergangenheit ruhen, wir müssen einen Song aufnehmen“, rief Scooter euphorisch um uns abzulenken. Klang aber auch sehr überdreht. Diesmal ging ich in die Kabine und stellte mich vor das Mikro.
„Kann es losgehen?“, fragte Scooter. Ich atmete noch einmal tief ein und aus und nickte anschließend möglichst selbstbewusst. Um mich besser in die Musik einzufühlen, schloss ich meine Augen. Die Musik ertönte ...
Nach wenigen Sekunden öffnete ich die Augen wieder und sah, wie besonders Kenny mich seltsam anstarrte. Scooter schaute auf das Bedienfeld vor sich, nur ab und zu guckte er mich an und hatte ebenfalls einen seltsamen Ausdruck im Gesicht. Klang ich so mies? Es machte mich so nervös, dass mir augenblicklich die Stimme wegblieb und verstummte.
Scooter schaute vom Bedienfeld auf und sah überrascht zu mir.
„Alles in Ordnung?“, fragte er mich besorgt.
„Irgendwie nicht“, gab ich zu.
„Was ist denn los?“, fragte Scooter mich. Da ich nichts sagte, sondern sie nur anstarrte stand Scooter auf und kam zu mir rein. Ich konnte nicht sprechen, mir ging es überhaupt nicht gut.
„Spatz? Geht´s dir gut?“, fragte nun auch Mom die hinter Scooter stand. Schnell riss ich mir die Kopfhörer vom Kopf und rannte los, zur Toilette. Ich musste tatsächlich kotzen. So was war mir noch nie passiert ...
Nachdem ich fertig war, rutschte ich erschöpft an einer der Wände runter und setzte mich auf den kalten Boden. Ich hatte totale Schweißausbrüche ... Panik? Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. War ich tatsächlich so schlecht geworden? Würde die Reaktion in der Schule erklären ... Vielleicht starrten die so weil ich so unglaublich scheiße gesungen hatte, dabei konnte ich an meiner Stimme nichts aussetzen oder hatte ich auch das Gefühl für die Musik verlernt?
„Justin?“, hörte ich Kennys besorgte Stimme. Ich sagte nichts, sah ihn einfach nur an.
„Was ist los Alter? Scooter und deine Mom machen sich Sorgen!“,
Ich zuckte mit den Schultern, irgendwie hatte ich Angst meine Stimme zu nutzen.
„Du siehst scheiße aus, hast du gekotzt?“, fragte er weiter und ich nickte.
„Warum plötzlich?“, wieder zuckte ich mit den Schultern. Eine Weile des Schweigens trat ein. Wir saßen einfach nur nebeneinander auf dem Boden.
„Hier“, sagte er und gab mir ein Päckchen: “Wollte ich dir eigentlich erst am Ende geben, aber was solls“
„Mein Geschenk?“, fragte, ich.
„Er kann ja doch noch sprechen“, feixte Kenny um die Stimmung aufzulockern.
Neugierig riss ich an der Verpackung und starrte das Geschenk an.
„Ein goldenes Mikro?“, fragte ich überrascht.
„Ja, ein goldenes Mikro für unseren Goldjungen“, antwortete Kenny lachend.
„So golden bin ich nicht mehr“, antwortete ich verunsichert.
„Was redest du denn da?“, fragte Kenny mich.
„Ihr habt so merkwürdig geguckt, ich war komplett scheiße“, antwortete ich deprimiert.
„What the f...?“, fragte Kenny verwundert: “Spinnst du?“,
Er kramte aus seiner Tasche und holte seinen iPod heraus.
„Wollte es ja eigentlich komplett ...“, lächelte er und zappte durch die Songs, als er plötzlich das Bisschen abspielte, was ich vor wenigen Minuten aufgenommen hatte.
„Hörst du das?“, fragte er: “So klingt niemand der Scheiße singt“,
„Aber ... wieso ...“, fing ich verdutzt an.
„Hast du deine Stimme mal gehört? Hör hin!“, wies er an. Ich konnte nichts Besonderes feststellen, außer dass ich sie nicht schlecht fand.
„Wie verändert und erwachsen sie klingt “Ich war richtig geschockt ... aber nicht weil sie schlecht war“, antwortete er.
„Das beruhigt mich nicht, Scooter kennt meine Stimme, wir sind den Text durchgegangen“, antwortete ich wissend: “Er hat auch komisch geguckt“,
„Haha“, lachte Kenny plötzlich los. Verdutzt und erschrocken starrte ich ihn an.
„Man Justin, Scooter war total aus dem Häuschen, als du angefangen hast. Beim Text [i]>Durchgehen<[/i] hört es sich nochmal anders an, als wenn man den Song ernsthaft singt mit der Musik, solltest du doch am besten wissen“, lachte er immer noch.
Noch nicht ganz überzeugt schaute ich auf den dreckigen Boden vor mir.
„Na komm jetzt, du was super, deine Stimme ist unglaublich“, versprach er und nickte mich aufmunternd an. Nach einer kurzen Bedenkzeit beschloss ich tatsächlich, es nochmal zu versuchen. Besser, als einfach aufzugeben.
„Na alle wieder gut, Justin?“, fragte Scooter besorgt.
„Ja, es geht schon, sorry“, entschuldigte ich mich.
„Sicher Schatz?“, fragte Mom und nahm mich in den Arm.
„Wollen wir Schluss machen für heute“, fragte Scooter vorsichtig aber ich schüttelte den Kopf. Ich sammelte meine Gedanken und meine Energie und ging wieder in die Kabine. Wollte doch nicht wie ein kompletter Feigling rüber kommen.
>Komm schon verdammt, du bist Justin Bieber<, sagte ich in Gedanken und setzte die Kopfhörer wieder auf. Möglichst selbstbewusst hob ich meinen Daumen und gab Scooter das >OK<!
Ich konzentrierte mich, schloss die Augen und die Musik fing wieder an ...
Nachdem die Musik endete, öffnete ich meine Augen wieder und schaute zu Scooter und Kenny. Scooter lächelte und Kenny hob grinsend seinen Daumen. Erleichtert atmete ich nochmal tief ein und aus. Scooter kam, immer noch lächelnd, in die Kabine.
„Perfekt“, sagte er und wirkte stolz: “Wir machen noch ein paar Durchgänge und dann sollte wir den Song im Kasten haben“,
Ich nickte glücklich.
Was für ein aufwühlender und aufregender Tag. Nach ca. zwei Stunden waren wir komplett fertig mit der Aufnahme. Scooter verriet nicht, was er nun geplant hatte, er sagte nur, wie >happy< er sei und wir verabschiedeten uns alle voneinander.
Eine Woche lang blieb es still, als plötzlich Scooter aufgeregt anrief. Ich lag in meinem Zimmer und las in einem Buch über Eishockey, dachte über Grayson nach, dazu hatte ich ja leider genug Zeit und keinerlei Ablenkung.
„Justin“, rief meine Mom und kam ins Zimmer: “Scooter hat angerufen, du sollst das Radio anmachen“,
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How quickly everything can change!
FanfictionNur ein winziger Moment und alles ändert sich! Nur wenige Sekunden, die über deine Zukunft entscheiden! Justin ist gerade auf dem Höhepunkt seiner Kariere, da passiert etwas, das alle beteiligte Personen, aus ihrem gewohnten Leben reißt! „Verdammte...
