Missverstehen leicht gemacht (9)

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Bei Rotzbakkes Hütte

Sie waren schon weit vorangekommen und die Hütte war so gut wie fertig. Jetzt fehlte nur noch Farbe und Rotzbakke könnte wieder einziehen. Hicks erklärte sich bereit die rote Farbe holen zu gehen, um seine Ruhe von dem ständig nörgelnden Jorgenson zu haben. Schon bald war Hicks außer Sichtweite. „Na endlich ist er weg! Ich habe die andauernde Nörgelei echt satt", beschwerte sich Rotzbakke. „Was? Wieso hast du es dann gemacht?", fragte Fischbein verwirrt. „Na, um ihn los zu werden! Wir können uns ja schlecht über ihn unterhalten, wenn er neben uns steht", erklärte der Schwarzhaarige. „Unterhalten? Worüber?", wollte der Blonde wissen. „Ist es dir nicht aufgefallen?", Hakenzahns Besitzer verzweifelte langsam. „Nein! Was auch immer es ist, sag es einfach, bevor Hicks kommt!", forderte der rundliche Reiter. „Schon gut! Ich hatte gedacht, dass er jetzt, wo seine Freundin auf unserer Insel ist, nicht so müde wäre, aber er war heute trotzdem nicht früher wach", erklärte er. „Das ist doch klar, er hat heute den Schlaf der letzten Tage nachgeholt. Ich bin mir sicher, dass er uns morgen in aller Frühe zusammentrommelt", meinte der Gronkelreiter. „Vielleicht, aber was war das denn gestern mit Astrid? Er und sie haben gestern beim Essen gefehlt" - „Das heißt nicht, dass die Beiden zusammen unterwegs waren", wehrte Fischbein ab. „Das stimmt, aber heute hat er sich nicht mit Stilla eingeteilt. Noch nicht einmal mit Astrid, wie er es sonst immer getan hat", Rotzbakke zweifelte immer noch. „Er will bestimmt keinen Verdacht aufkommen lassen und hält sich daher zurück", sagte Fischbein. „Wieso sollte er? Warum sagt er uns nicht einfach, dass er mit Stilla zusammen ist? Dieses Verheimlichen macht doch überhaupt keinen Sinn!", sagte der Schwarzhaarige. „Naja ... Du kennst doch Hicks! Wahrscheinlich will er erst, dass wir sie richtig kennenlernen, bevor er es offiziell macht. Immerhin ist er das zukünftige Oberhaupt! Wenn herauskommt, dass er eine Freundin hat ist das schon eine ziemlich große Sache", gab der andere Junge zurück. Damit gab sich nun auch Rotzbakke zufrieden. Damit und mit der Tatsache, dass Hicks im Anflug war. Doch wenn Hicks nicht bald seine Beziehung mit Stilla gestand, schwor Rotzbakke sich, würde er ihn zur Rede stellen.

Am Bootssteg

Heidrun und Raffnuss waren bereits fleißig am Fische fangen. Taff hingegen hatte nach seinem ersten Fang aufgehört, um ihn mit einigen Fischen von seiner Schwester für das Abendessen zuzubereiten. Dabei war eins klar: Das Essen würde salzig sein! Nachdem Taffnuss gegangen war, berichtete Heidrun ihrer Freundin von Astrids Aktion. „Glaubst du sie meint es ernst, dass sie über Hicks hinweg ist?", fragte Raff nach der Geschichte. „Was? Niemals! Du hast doch gesehen, wie sie Hicks vorhin angeschaut hat! Total verliebt! Ich würde eher sagen, dass ihre Gefühle sich noch gesteigert haben", entgegnete Heidrun sofort. „Wieso tut Astrid dann so, als ob es ihr nichts ausmacht?", fragte das blonde Mädchen. „Sie mag es nicht verletzlich zu sein und verbirgt deshalb ihre Gefühle vor uns", dachte Heidrun. „Innerlich muss es sie wirklich belasten", vermutete Raffnuss. „Und gerade jetzt musste Hicks sie mit dieser Stilla in ein Team stecken! Ich kann nur hoffen, dass Astrid es nicht alzu schwer fällt, sonst sehen wir Stilla nicht mehr wieder", meinte Heidrun ernst. Beide wussten, dass wenn Astrid einmal wütend war, besonders in Herzensangelegenheiten, dann konnte sie nichts und niemand davon abhalten mir ihrer Axt auf den Schuldigen loszugehen.

Im Wald

Stilla war froh das Mädchen, in das ihr Cousin verliebt war, endlich näher kennenzulernen. Auch Astrid wollte sich gut mit Stilla verstehen und begann mit einem Gespräch: „Ich ... Ich wollte mich bei dir entschuldigen!" - „Wofür?", fragte Stilla unwissend. „Dafür, dass ich dich so unfair behandelt habe und so unfreundlich zu dir war. Ich hatte einfach nur Angst Hicks an dich zu verlieren", gestand die Blondine. „Deswegen brauchst du dir keine Sorgen zu machen", versprach Stilla. „Ich weiß, Hicks hat es mir gesagt", erklärte die Wikingerin mit den blauen Augen. „Gesagt? Was denn?", fragte die Braunhaarige. „Na, das mit dir und Hicks, dass du ...", wollte Astrid ihr auf die Sprünge helfen. Als Stilla sie weiterhin verwirrt anblickte, fürchtete sie für einen kurzen Augenblick, dass Hicks sie belogen haben könnte und sie doch nicht seine Cousine war, doch dann reagierte Stilla endlich: „Du meinst er ... Er hat dir gesagt, dass er mein Cousin ist?". Astrid atmete erleichtert aus, Hicks hatte sie doch nicht belogen. Sofort fühlte sie sich schuldig, ihrem Freund kurz misstraut zu haben, wurde aber von Stilla aus ihren Gedanken gerissen: „Astrid, Astrid!?" - „Oh ... Ja? Ich meine ... Ja, Hicks hat mir gesagt, dass ihr verwand seid", sagte sie schließlich. „Ich glaub es nicht! Hicks hat mir versprochen, es niemandem zu sagen! Wie konnte er sein Versprechen nur brechen?!", murmelte Stilla mehr zu sich selbst als zu Astrid. „Bitte sei nicht sauer auf ihn! Es war meine Schuld, ich habe ihn unter Druck gesetzt. Er dachte, dass er mich sonst verliert ... Naja, das wäre ja auch fast passiert", erklärte die Blondine.

„Hach ... Das hätte ich mir auch denken können! Er würde wirklich alles für dich tun. Ich hätte ihm nicht verbieten dürfen es dir zu verheimlichen", Stilla zeigte sich einsichtig. „Du brauchst dir keine Sorgen machen, ich verrate es bestimmt nicht! Du kannst dich auf mich verlassen!", versicherte die Nadderreiterin. „Wow! Hicks hatte recht damit, dass es keine Wikingerin gibt, die mehr Unterstützung, Verständnis und Liebe zu bieten hat als du", sprach Stilla ihre Gedanken versehentlich laut aus. „Aww ... Das hat Hicks über mich gesagt?", Astrid war zu Tränen gerührt. „Ups! Habe ich das etwa laut gesagt?", die Braunhaarige zuckte zusammen. Astrid konnte einfach nur nicken, da sie kein Wort rausbrachte. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass Hicks es dir selbst sagt, aber ... Er liebt dich", sagte sie unsicher. „Ich weiß", schniefte die Blondine nur, als ihr eine Freudenträne über die Wange lief. „Du ... Du weißt es?", fragte die Sandgeist Reiterin verwundert. „Ja, er hat es mir gestern gesagt", jetzt hatte sich die Blondine wieder gefasst. „Das heißt ihr ...?" - „Wir sind zusammen", lächelte Astrid bestätigend. „Oh mein Thor! Ich freue mich so sehr für euch!", stürmisch umarmte Stilla sie. „Danke! Aber bitte verrate es noch niemandem! Es wäre nur unnötig kompliziert, solange keiner weiß, dass du Hicks Cousine bist", bat die Blonde. „Keine Sorge! Du hütest mein Geheimnis und ich deins", willigte die Braunhaarige sofort ein.

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt