Missverstehen leicht gemacht (11)

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Was würden die Erwachsenen nur denken? „Das hört sich ja fast so an als hätte Hicks seine erste feste Freundin gefunden", sagte der Schmied grinsend. Das konnte doch echt nicht wahr sein! Aus der Nummer würde Astrid bestimmt nicht mehr rauskommen, besonders nicht, nachdem Raff anfing mitzureden: „Ja, als wir davon erfahren haben waren wir auch sehr überrascht" - „Soll das heißen, dass Hicks und diese Stilla tatsächlich ein Paar sind?", Haudrauf war geschockt. Wie hatte Hicks ihm das verschweigen können? Zu hören, dass sein eigener Sohn allem Anschein nach eine Beziehung mit einer fremden Wikingerin hatte, ohne es ihm anzuvertrauen, verletzte ihn. Insgeheim hatte er sich immer gewünscht, dass sein Junge einmal Astrid heiraten würde. „Was? NEIN! Hicks ist nicht mit Stilla zusammen ...", Heidrun wollte die die Sache richtig stellen. Haudrauf war erleichtert, da Hicks ihm also doch nichts verheimlicht hatte, doch da sprach die Schwarzhaarige auch schon weiter: „... sondern mit Astrid". Das Oberhaupt war entrüstet. Zwar war er mit der Wahl seines Sohnes durchaus zufrieden, konnte es aber nicht fassen, dass sein Junge so etwas Wichtiges vor ihm verbarg. Wieso hatte er das getan?

„Müsste er dann nicht mit Astrid unterwegs sein?", meinte Grobian verwirrt. „Das verstehe ich auch nicht ganz", gab Fischbein kleinlaut zu. „Vielleicht fliegt unser lieber Hicks ja zweidrachig", grinste Rotzbakke verschmitzt. Dafür kassierte er von Astrid und Haudrauf sofort böse Blicke und Beschimpfungen: „Das würde mein Sohn nie tun!" - „Wie kannst du es wagen so etwas zu behaupten, Rotzbakke? Hicks ist nicht so wie du! Er liebt mich aufrichtig, aber von Liebe hast du ja keine Ahnung!". In dem Moment erschien etwas am Himmel. Es waren Hicks und Stilla auf ihren Drachen. „Hallo, Vater ... Grobian! Was bringt euch denn hierher?", fragte der Junge auf dem Nachtschatten. „Wir wollten mal sehen wie es euch so geht. Und anscheinend hat sich bei dir ja so einiges verändert", grinste der Schmied mit einem Blick zu Astrid. „Oh! Ihr wisst es schon?", stellte Stilla fest. „Und wer, wenn ich fragen darf, bist du?", der Chef von Berk schaute sich das fremde Mädchen an. „Stilla", antwortete diese nervös, immerhin war Haudrauf ihr Onkel. „Und du wohnst bei Hicks?", wollte er weiterhin prüfend wissen. „Ja, aber nur vorrübergehend, bis ich meine eigene Hütte habe", erklärte sie. „So so, du bleibst also länger?!", kam es von dem skeptischen blonden Mann.

Stilla nickte nur und hoffte auf einen Themenwechsel. Tatsächlich wechselte Haudrauf das Thema, allerdings nicht gerade ins Positive für Hicks: „Du hast jetzt also eine Freundin, mein Sohn?!" - „Ja, richtig. Ich bin mit Astrid zusammen", sagte dieser verunsichert. „Ich weiß, aber warum hast du es mir nicht erzählt? Du weißt doch, dass ich mich für euch freue", als Haudrauf das sagte, begann er sich wirklich über diese Beziehung zu freuen. „Das wollte ich ja auch, sobald ich dich das nächste Mal gesehen hätte. Aber so war das natürlich nicht geplant", schmollte der junge Drachenreiter schon fast. Da stellte sich Astrid an seine Seite und er began sofort zu lächeln und legte glücklich seinen Arm um die Schulter seiner Freundin, die sich daraufhin an ihn lehnte. „Ihr seid wie für einander gemacht!", sprach Grobian die Tatsache aus. „Danke", und erneut begannen sie es zusammen zu sagen. „Nicht schon wieder", seufzte Taffnuss, der damit alle Drachenreiter zum Lachen brachte.

„Ich habe da aber noch eine Frage", begann Rotzbakke. „Na schön, bringen wir es hinter uns! Was ist es denn?", fragte Hicks nach. „Wenn du mit Astrid zusammen bist, warum verbringst du dann so viel Zeit mit Stilla?", lautete sie. Auch die anderen Drachenreiter, sowie Haudrauf und Grobian, waren neugierig geworden. Hicks schaute zu seiner Cousine, die unmerkbar mit dem Kopf schüttelte. „Ach, komm schon, Stilla! Findest du nicht auch, dass sie endlich die Wahrheit erfahren sollten? (sie blickte ihn nur abwehrend an) Na schön, entweder du sagst es oder ich tue es!", drohte Hicks. „Das wagst du nicht!", Stilla wurde wütend, wusste aber insgeheim, dass ihr Cousin recht hatte. „Bist du dir da ganz sicher?!", neckte er sie. Es war wirklich an der Zeit die Wahrheit zu sagen. „Wovon redet ihr hier?", schaltete sich Heidrun ein. Hicks blickte Stilla drängelnd an. „Ist schon gut, ich mach ja schon! ... (sie atmete tief ein) Hicks ... Ich ... Also ...", stammelte sie. „Und du hast gesagt ich könnte sowas schlecht sagen", lachte der Braunhaarige. „Ja, ha ha ... Puh ... Hicks ist mein Cousin", platzte es schließlich doch aus Stilla heraus. „Was?" - „Wie?" - „Nein!" - „Das ist doch nicht ..." - „Wow!" ertönte es von allen Seiten.

Rotzbakke allerdings blieb stumm, er war der Ohnmacht nahe. „Na endlich!", jubelte Hicks erleichtert, es nach Monaten der Lügerei losgeworden zu sein. Und erneut musste die ganze Geschichte erzählt werden. „Das heißt, dass ihr wirklich verwand seid?", staunte Fischbein. „Jap, so ist es!", wiederholte Stilla stolz. „Hicks, Hicks, Hicks... Bald wirst du merken, wie lästig so eine Familie sein kann", sagte Taffnuss. „Jetzt wo ihr es sagt, erkenne ich schon eine gewisse Ähnlichkeit", gab Heidrun zu. „Alsoooo ... Wenn du mit Astrid zusammen bist und Stilla keine Option für dich bietet ... Kann ich sie dann haben?", hoffte Rotzbakke. „Vergiss es!", schimpften Hicks, seine Cousine und sogar Astrid gemeinsam. „Wenn das jetzt immer so ist kehre ich nach Berk zurück!", kündigte der beleidigte Rotzbakke an. „Dann hätten wir wenigstens unsere Ruhe", scherzte Astrid, wobei sie es teilweise auch ernst meinte. „Deswegen warst du nicht eifersüchtig", erkannte Heidrun nun. „Ja! Aber ich muss mir sowieso keine Sorgen machen", Astrid kuschelte sich noch nährer an ihren Freund. Nach dutzend weiteren Fragen gingen die Reiter schließlich schlafen. Astrid und Hicks trafen sich vorher noch zu einem Mondscheinflug, um den glücklichen Ausgang dieses Tages zu feiern und schliefen schließlich erneut anneinandergekuschelt am Strand ein. In Zukunft würde es nun keine Missverständnisse mehr geben!

Ende

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt