Konkurrenzkampf leicht gemacht (2)

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„Also zurück zu dir! Wie heißt du?", wollte Hicks endlich wissen. „Laina", antwortete sie knapp. „Okay, Laina, du kannst mit zur Drachenklippe kommen, wenn du willst", bot er ihr an. „Sehr gerne! Drachenklippe? Hört sich toll an!", schleimte sie weiter. Nun kletterte erst Astrid, dann Hicks und zum Schluss Laina die Leiter hoch. Als Letztere die Drachen sah, klammerte sie sich aus Angst an Hicks Arm fest. „Uarch", stöhnte Astrid genervt und angewidert zugleich und ging wütend zu ihrem Drachen. „Du brauchst keine Angst haben, die sind harmlos", beruhigte Hicks das Mädchen. „Wenn du das sagst", sagte diese in zuckersüßem Tonfall. Der Blondine auf dem Nadder kam bereits das gestrige Abendessen hoch. Endlich ließ Laina seinen Arm los, was Astrid ein besseres Gefühl im Magen gab. Doch dies tat die Braunhaarige nur, damit sie wenig später beim Flug ihre Arme um den Bauch des jungen Drachenreiters schlingen konnte, was Astrid mehr als nur missfiel: „Du brachst dich nicht so an Hicks festzuklammern, der Drache ist groß genug und du wirst schon nicht runterfallen", '... Leider', ergänzte sie in ihrem Kopf. „Kann sein, aber ich fühle mich dann sicherer", sagte Laina und kuschelte sich noch näher an ihn. Das wollte Astrid nun wirklich nicht mitansehen, also erhöhte sie ihr Tempo, sodass sie schneller an der Drachenklippe ankam als der Nachtschatten mit Doppelfracht.

Die Sonne stand bereits hoch am Himmel und alle Drachenreiter warteten im Clubhaus auf die beiden Patrouillenflieger, damit sie endlich mit dem Frühstück - jetzt wohl eher Mittagessen - beginnen konnten. Als sie nur Astrid sahen wunderten sie sich, da Hicks meist vor oder gleichzeitig mit ihr eintraf. „Wo ist denn Hicks?", fragte Fischbein leicht beunruhigt. „Der müsste sicherlich gleich hier eintreffen", meinte Astrid eingeschnappt. Dieser ungewohnte Tonfall fiel Heidrun sofort auf, da ihre Freundin sonst immer überglücklich und gut gelaunt war, wenn sie mit Hicks unterwegs gewesen war. „Was ist denn passiert?", fragte sie sofort, da sie wusste, dass etwas nicht stimmen konnte. „Das wirst du gleich sehen", Astrid setzte sich mit verschrenkten Armen auf ihren Stuhl. Auch Rotzbakke und die Zwillinge waren nun durch Astrids bockiges Verhalten neugierig geworden.

Wenig später landete Hicks vor dem Clubhaus, wo seine neugierigen Freunde - inklusive beleidigter Astrid - ihm schon entgegenkamen und erstaunt auf seine weibliche Begleitung blickten. Hicks stieg von Ohnezahn ab und stellte das neue Mädchen vor: „Freunde, das hier ist Laina! Astrid und ich haben sie auf einem verlassenen Schiff gefunden". Auch die Drachenreiter wurden der Reihe nach vorgestellt. Schließlich wollten die Jugendlichen endlich essen, weshalb Fischbein, Rotzbakke und die Zwillinge gleich in die Hütte zurckstürmten. Heidrun und Astrid hatten es nicht so eilig, weshalb sie mitbekamen, wie Laina von Ohnezahn abstieg, das heißt: Es gewollt vermasselte, um in Hicks Armen zu landen. Natürlich hatte Hicks schnell reagiert und sie noch aufgefangen, sodass Laina nun die Arme um Hicks Hals geklammert auf ihren Beinen stand, wobei ihr Gesicht nahe an dem von Hicks war. „Alles in Ordnung?", fragte Hicks nüchtern und lockerte seinen Griff um ihre Hüfte. „Ja, dank dir schon! Du hast eine gute Reaktionszeit ... Und bist stark", schwärmte Laina. Jetzt verstand Heidrun was Astrid, die gerade ihre Hände zu Fäusten ballte, vorhin so gestört hatte. Verlegen ließ Hicks das Mädchen los und trat ein paar Schritte zurück. Klar war Laina hübsch und bestimmt ein tolles Mädchen, aber für ihn gab es nur eine einzige Wikingerin, für die er Gefühle hatte und ihr Name war Astrid. Doch diese wusste nichts davon und dachte, dass Hicks auch an Laina Interesse haben könnte.

Wütend stampfte Astrid in das Clubhaus, gefolgt von Heidrun, Hicks und leider auch Laina. Die Anspannung am Tisch war deutlich zu spüren, doch niemand traute sich zu fragen. Astrid würdigte Laina keines Blickes, sofern es kein Todesblick war und Laina behandelte Astrid als wäre sie Luft, wobei sie gelegentlich mit Hicks flirtete. „Leute, es tut mir leid, aber ich glaube den Ausflug nach Berk können wir vergessen", sagte Hicks. „Was?" - „Nein" - „Aber ..." - „Manno!", bekam er als Antwort. „Also nur wegen mir müsst ihr das nicht machen! Den Flug halte ich schon aus, also vorausgesetzt ihr würdet mich überhaupt mitnehmen?!", meinte Laina vor allem an Hicks gewandt. „Natürlich nehmen wir dich mit! Aber ich glaube, du unterschätzt den Weg! Selbst für uns ist das anstrengend, da der Flug 34 Stunden dauert", erklärte der Braunhaarige ihr. „Vielleicht, wenn wir eine Woche warten und sie an das Gefühl vom Fliegen gewöhnen, könnte es doch noch funktionieren", schlug Fischbein vor, der unbedingt seine Familie besuchen wollte. „Ja! Das schaffe ich schon! Jedenfalls wenn du mich unterrichtest", säuselte Laina zu Hicks. „In Ordnung! Also wir gewöhnen Laina an den Drachenflug und in einer Woche brechen wir nach Berk auf", schlug Hicks vor, worauf Jubel ertönte.

Nur Astrid und Heidrun blieben still. Heidrun, weil es nicht ihre Heimatinsel war und sie dort auch keine Familie hatte, die sie besuchen könnte und Astrid, weil sie der Meinung war, dass das Letzte, was ihr noch gefehlt hatte war, dass Hicks dieses fremde Mädchen nach Berk schleppte. Sofort nach dem Essen fingen sie an mit Laina zu trainieren. Da sie sie zu wenig kannten, um ihr einen eigenen Drachen zu geben und die Zeit sowieso nicht gereicht hätte - ganz davon abgesehen, dass Hicks von Astrid die schlimmste Standpauke seines Lebens erhalten hätte - erlaubten sie es Laina nur bei jemandem mitzufliegen. Auf jedem Drachen durfte sie einmal mitreiten, sogar auf Sturmpfeil, obwohl man die ganze Zeit über fürchten musste, dass die Eine die Andere vom Drachen schubsen würde. „Eure Drachen sind alle toll, aber ich glaube am wohlsten habe ich mich bei Hicks und Ohnezahn gefühlt", verkündete sie schließlich, was keinen sonderlich wunderte, da sie sich nur bei Hicks festgeklammert hatte und da sie sich auch nur seinen und seines Drachens Namen gemerkt hatte.

Mittlerweile war es Abend geworden und beim Abendessen kam eine für Laina wichtige Frage auf: „Wo soll ich eigentlich heute Nacht schlafen?". Sofort unterbrach jeder das Essen und konzentrierte sich auf die Problemlösung. „Also, wenn ich mich richtig erinnere, wohnt Heidrun bei Astrid in ihrer Hütte und Fischbein mit Rotzbakke in seiner und wir bewohnen Rotzbakkes Hütte", erfasste Taff die Situation. „Das bedeutet, die einzige freie Hütte, wo noch keine zwei Wikinger wohnen ist ...", führte Raff den Gedankengang fort und blickte kurz zu ihrem Bruder, bevor Beide zu ihrem Anführer starrten und gemeinsam riefen: „Hicks!". Dieser musste schlucken und schaute nervös zu Astrid rüber, die neben ihm saß.

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt