Heidruns Entscheidung war gefallen! Sie gab ihrem Drachenmädchen ein Zeichen. Windfang richtete das Boot dementsprechend aus und gab ihm einen leichten Stoß in die befohlene Richtung. Kurz schaute Heidrun dem Boot hinterher. Hatte sie die richtige Entscheidung getroffen? Sie wusste es nicht! Aber sie wusste, dass sie nur mit dieser Entscheidung hatte leben können. „Ich hoffe nur, ich werde es nicht bereuen, dich nicht zu den Barbaren geschickt zu haben! Du wirst es gut haben. Besser als du es eigentlich verdienen würdest! Aber ich könnte nicht damit leben, an deinem Tod Schuld zu tragen, egal wie sehr du das auch verdient haben magst. Eines Tages wirst du schon noch deine gerechte Strafe erhalten", meinte Heidrun in Gedanken versunken zu sich selbst. Nach diesen Worten wendete Windfang und sie flogen fort.
Hinter ihnen fuhr Lainas Schiff auf die Insel des Stammes der flüsternden Bäume zu. Heidrun hatte sich also dafür entschieden Laina eine gute Zukunft zu schenken, obwohl es ihr mehr als nur schwer gefallen war. Aber sie war besser als diese kleine Mörderin. Sie spielte nicht mit dem Leben anderen Menschen. Sie konnte nur hoffen, dass Laina trotzdem eines Tages für ihre Taten büßen müsste. Und sie sollte recht behalten! Wie es die Vorsehung wollte, drehte sich der Wind und das Schiff wurde nach rechts abgelenkt. Heidrun bemerkte von alle dem nichts. Sie hatte nicht mitbekommen, dass Laina gerade auf dem Weg in ihr Verderben segelte. So siegte also die Gerechtigkeit ganz von alleine. Bald würde Laina die Hölle auf Erden durchleben müssen! Sie würde nun furchtbar für ihre Taten leiden und diese dann hoffentlich auch bereuen. Sobald sie das tat, würden ihr die Götter sicherlich ihre Taten vergeben und ihr einen Weg zeigen, aus ihrer Situation zu entkommen, sodass Laina irgendwann doch noch ihren Frieden und ein gutes Leben finden könnte.
Während Heidrun diesen inneren Konflikt mit sich selbst ausgetragen hatte, saßen Hicks und Astrid auf ihrer geheimen Insel und genossen ihre gemeinsame Zeit. Eigentlich hätten sie gleich zur Klippe zurück gemusst, doch das wollten sie nicht. Sie hatten so viel durchmachen müssen. Ruhe und Frieden waren es, was sie nun wirklich brauchten. Sie kuschelten sich aneinander und betrachtenen das Meer. Sie hatten nochmal richtig Glück gehabt, dass sie dieser Person entkommen waren, das war beiden mehr als nur bewusst. „Geht es dir gut, Mylady?", fragte Hicks. „Ja, ja mir geht es gut", lächelte sie, doch ganz überzeugend war sie nicht. „Was ist los ... Dich bedrückt doch etwas", erkannte ihr Freund. „Na schön! Ich habe nur eben daran gedacht, was alles hätte passieren können, wenn ...", sie schaffte es nicht weiter zu sprechen, denn ihre Stimme versagte und eine kleine Träne entwich ihren Augen. Hicks wischte sie sanft mir seiner Hand weg und streichelte ihre Wange. „Ich weiß! Aber es ist alles gut ... Uns geht es gut! Laina ist weg und wir werden sie nie wieder sehen", versuchte er sie zu beruhigen. „Du hast ja recht, aber ich glaube trotzem, dass ich heute Nacht kein Auge zukriegen werde", plötzlich schien ihr etwas bewusst geworden zu sein, was sie nicht so toll fand.
„Was ist?", wollte der Braunhaarige erfahren. „Ach, ich habe nur gerade daran gedacht, dass jetzt wo Laina weg ist ... Da kann ich in meine Hütte zurück", obwohl sie sich zu einem Lächeln zwang, wirkte sie traurig. „Willst du das denn?", fragte Hicks nach. „Nein ... Ja ... Ähm", Astrid wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie war sich mehr als nur sicher, dass sie bei Hicks bleiben wollte, doch sie fand es wäre komisch ihn darum zu bitten. Außerdem machte sie sich Gedanken darüber, was die Anderen wohl denken würden. Hicks hingegen musste grinsen, als seine Freundin so unsicher stotterte. „Also wenn du willst, dann musst du nicht gehen! Ich hätte nichts dagegen, dass du noch eine Weile bei mir wohnst", bot er ihr an. „Wirklich?", meinte sie hoffnungsvoll. Er wollte auch, dass sie zusammen wohnten? „Ja, aber nur, wenn du das auch ..." - „Natürlich will ich das auch", unterbrach sie ihn. „Also dann bleibst du erstmal bei mir wohnen, bis wir diese ganze Sache verarbeitet haben und danach sehen wir weiter", beschloss Hicks und Astrid nickte zustimmend.
Sie waren beide sehr glücklich über diese Lösung. Sie umarmten sich lange, bevor sie ihren verträumten Blick wieder dem Ozean zuwendeten. Beide waren sich sicher, dass sie keine Albträume haben würden, wenn sie in den Armen des Anderen einschlafen könnten. Ihnen war klar, dass sie ihre Betten nun noch näher zusammenschieben würden, damit sie bequem aneinandergekuschelt schlafen könnten. Was ihre Freunde davon halten würden, war ihnen in diesem Moment egal. Wenn Rotzbakke und die Zwillinge sich unbedingt deswegen über sie lustig machen wollten, dann würden sie das aushalten. Sie hatten schon Schlimmeres durchgestanden. „Es wird langsam spät, vielleicht sollten wir zurück", meinte Astrid schließlich. „Du hast recht", stimmte Hicks ihr zu, stand auf und reichte ihr seine Hand. Lächelnd nahm sie diese an, doch anstatt sich von ihm hochziehen zu lassen, zog sie ihn zu sich runter. Hicks stolperte und schaffte es sich über ihr abzustützen. Astrid kicherte, doch Hicks unterbrach sie mit einem Kuss, den sie nur zu gerne erwiderte. Schließlich lösten sie sich dann doch und als der Junge ihr diesmal die Hand reichte, ließ sie sich auf ihre Füße ziehen. Kurz darauf flogen die Beiden los.
Zurück auf der Klippe genossen ihre Freunde gerade ihre freie Zeit im Clubhaus. „Hallo, Leute", begrüßte Hicks sie. „Oh, hallo, Hicks! Wo ist denn deine geliebte Freundin?", fragte Raff ahnungslos. „Sie steht neben mir", meinte Hicks fröhlich. „Nein! Neben dir steht Astrid, nicht Laina", war sich Taff sicher. „Das weiß ich, Taff! Deswegen habe ich es ja gesagt", warf der Anführer ein. Verwundert schauten Fischbein, Raff und Taff, sowie Rotzbakke zu dem Paar. „Warte ... Heißt das, du bist jetzt wieder mit Astrid zusammen?", fragte Letzterer. „Wir waren nie getrennt", meinte Astrid leichtfertig. „Aber du hast in einer Nachricht mit ihm Schluss gemacht und Hicks war doch mit Laina zusammen, noch heute Morgen", Fischbein war mehr als nur verwirrt.
Hicks und Astrid setzten sich und erzählten ihren Freunden die ganze Geschichte. „Laina hat Astrid entführt!?", rief Fischbein geschockt. „Der Brief war nicht echt!?", meinte Rotzbakke schon fast enttäuscht. „Laina ist jetzt endgültig weg!?", sagte Taff verwirrt. „Ihr seid also doch das perfekte Traumpaar!", seufzte Raff erleichtert. „Ja, ja, ja und äh ... Danke!?", meinte Astrid. „Nein, WIR müssen uns bedanken! ... Ihr seid unser Vorbild in Sachen Liebe und Beziehung" - „Jetzt wo ihr die ganze Situation überstanden habt, haben wir unseren Glauben an die Liebe zurück", erklärten die Zwillinge erfreut. Und sie hatten recht, es gab kein perfekteres Paar als Hicks und Astrid! Jedem war klar, dass diese Zwei einfach alle Hürden zusammen meistern würden, ganz egal was kommen sollte!
Ende
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Mädchenalarm auf der Klippe
FanfictionEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
