Astrid war vor Schreck der Löffel, mit dem sie ihre Bohnen aß, aus der Hand gefallen. Geschockt starrte sie zu Laina, die überlegen grinste, sodass Astrid nicht merkte, wie Hicks sie ansah, um zu hören, was sie davon hielt. „Ähm ... Also ich hatte eher gedacht, dass Taffnuss zu mir zieht und Laina zu Raffnuss geht", erklärte Hicks fast schon eingeschüchtert. „Oh nein, nein, nein! Ich will euch keine Umstände machen! Wenn ich zu dir ziehe ist es doch viel einfacher und unaufwendiger", versuchte Laina ihn von dieser Idee zu überzeugen. Hicks jedoch gefiel diese Idee genauso wenig wie Astrid, welche beschlossen hatte, ihre geheime Liebe nicht kampflos an Laina abzugeben und nun gezwungen war zu handeln: „Wieso ziehe ich nicht zu dir? Laina kann dann bei Heidrun in meiner Hütte schlafen!" - „Du würdest wirklich deine Hütte aufgeben?", fragte Hicks, dem das viel mehr schmeichelte als Lainas Komplimente, da er wusste, wie viel Sicherheit ihre Hütte, die einem Waffenlager glich, der hüschen Blondine doch gab und wie ungern sie unbewaffnet war. „Ja, ich meine, wir sind doch schon seit Jahren beste Freunde! Ich hätte kein Problem damit gemeinsam mit dir in deiner Hütte zu wohnen und Heidrun hat sicherlich auch kein Problem damit, sich mit Laina eine Hütte zu teilen, richtig Heidrun!?", fragte Astrid, obwohl sie es eigentlich forderte. „Nein, es macht mir rein gar nichts aus", unterstützte die Schwarzhaarige ihre Freundin, da sie ihren Plan schon durchschaut hatte und hoffte, dass Astrid dann endlich mit Hicks zusammenkommen würde. Denn das wünschte sie ihrer Freundin schon seit Monaten. Jetzt, wo Astrid endlich die Initiative ergriff, musste Heidrun ihr ganz einfach helfen.
Laina hingegen wollte ebenfalls Hicks als ihren festen Freund und hatte bereits erkannt, dass Astrid eine ernstzunehmende Konkurrentin darstellte, aber auch sie gab nicht auf: „Das geht nun aber wirklich nicht! Ich kann dich doch nicht aus deiner eigenen Hütte verdrängen" - „Oh doch! Das macht mir nichts aus, wirklich", jetzt war Astrid ihr überlegen. Die zwei Frauen stritten noch mehrere Minuten, wer von ihnen bei Hicks einziehen dürfte und warum die jeweils Andere es nicht tun sollte. Die Zwillinge und auch Rotzbakke beobachteten amüsiert den Zickenkrieg. Heidrun und Fischbein fanden es jedoch gar nicht lustig, da auch der Ton zwischen den beiden Wikingerinen immer unfreundlicher wurde und die Situation auszuarten begann. Hicks sah sich schließlich gezwungen einzugreifen, bevor Astrids Axt zum Einsatz kommen würde. „Das reicht!", schrie er, „Ähm ... Ich meine ... Astrid, ich finde es nicht so toll, dass du aus deiner eigenen Hütte ausziehen müsstest ...", meinte er jetzt in ruhigerem Tonfall. Laina setzte einen triumphierenden Blick auf, um Astrid klar zu machen, dass sie gewonnen hatte.
Astrid ließ einen wütenden Schnauber los und widmete ihr einen Todesblick, doch dann redete Hicks weiter: „... Aber wenn es dir wirklich nichts ausmacht, würde ich micht sehr freuen, wenn du zu mir ziehen würdest" - „Ja!", schrie Astrid überglücklich und sprang von ihrem Stuhl auf. Jeder im Raum blickte sie überrascht an, nur Laina schaute genervt von ihrer Niederlage weg. Peinlich berührt setzte sich Astrid wieder auf ihren Stuhl und wurde leicht rot im Gesicht: „Ich ... Also ... Ich freue mich auch! Und ... Ähm ... Es macht mir nichts aus" - „Dass du dich gefreut hast, hat man gesehen", lachte Raffnuss schelmisch und auch Heidrun kicherte. Astrid wollte am liebsten vor Scham im Boden versinken und nie mehr wieder auftauchen. Hicks jedoch fand ihre Reaktion irgendwie süß, da er gefürchtet hatte, dass sie die Idee doch nicht so gut finden würde, auch wenn sie es selbst vorgeschlagen hatte. Jetzt wollte er ihr helfen, indem er schnell das Thema wechselte: „Soll ich dir mit deinen Sachen helfen?" - „Oh ja, gerne!", antwortete Astrid lächelnd und dankbar für seine Unterstützung. „Dann lass uns mal anfangen, bevor es zu dunkel wird", beschloss der Braunhaarige. Gemeinsam verließen sie das Clubhaus, um Astrids Bett, sowie einige weitere Sachen zu Hicks zu bringen. Die Waffen, mit Ausnahme ihrer Axt, blieben jedoch in ihrer eigenen Hütte. Währenddessen hatten ihre Freunde ein einfaches Bett geholt und es für Laina in Astrids Hütte gestellt. Schließlich war es dunkel geworden und die Drachenreiter gingen schlafen.
Als Astrid am nächsten Morgen von der Morgenshow der Zwillinge, die durch das Donnerohr plärrten, aufwachte, wurde sie nicht so erschreckt wie sonst. Fast schon gelassen richtete sie sich in ihrem Bett auf und guckte sich im Raum um, wobei sie sich ein Lächeln nicht verkneifen konnte, besonders als sie am anderen Ende des Raumes Hicks in seinem Bett lächelnd zu ihr schauen sah. Sie fühlte sich in seiner Nähe so wohl, dass sie weder ihre Axt noch ihre Messer in den Händen hielt, was sie sonst bei dem Weckruf zu tun pflegte. „Du siehst toll aus", meinte Hicks noch leicht müde. „Du machst Scherze, oder?", wollte Astrid wissen, da ihre Haare immer zu allen Seiten abstanden, weil sie sich nachts unentspannt in ihrem Bett wälzte. „Nein, ich meine das ernst", sagte Hicks verunsichert, ob er etwas Falsches gesagt hatte. Verwirrt fasste sich die Blondine an ihre Haare und musste feststellen, dass sie nicht wie sonst abstanden, sondern noch wie am Vortag an ihrem Platz waren. „Oh! ... Danke, das ist echt süß von dir", meinte sie dann verlegen.
Gut gelaunt machten sich die Beiden kurz darauf auf zum Frühstück ins Clubhaus. „Wunderschönen guten Morgen", begrüßte Astrid ihre Freunde. „Da hat aber jemand gut geschlafen, huh?", ertönte Heidruns Stimme aus der Küche. Kichernd lief Astrid zu ihrer Freundin in die Küche, wo sie ungestört reden konnten. „Du strahlst ja über beide Ohren", stellte die Schwarzhaarige erfreut fest. „Ja! Stell dir vor, als ich heute aufgewacht bin hat Hicks gesagt, dass ich toll aussehe", lächelte sie. „Trotz deiner ... Sagen wir mal ... Frisur?", interessierte es ihre Freundin. „Das ist es ja, ich habe mich bei ihm so wohl und beschützt gefühlt, dass ich weder unruhig geschlafen habe und damit meine Haare gut aussahen, noch dass ich zu einer Waffe gegriffen habe!" - „Wow! Also das will was heißen, wenn Astrid Hofferson nicht zu ihrer Waffe greift und sich stattdessen beschützt fühlt", staunte Heidrun. „Ja, ich schätze das ist für mich schon etwas Außergewöhnliches", grinste Astrid. „Ich freue mich für dich! Du siehst so glücklich aus", umarmte sie ihre blonde Freundin. „Ich bin auch sehr glücklich! So ein Gefühl kann mir nur Hicks geben! Schon beim kleinsten Kompliment wird mir warm ums Herz", gestand Astrid, die heute sehr sentimental zu sein schien. „Ihr passt so gut zusammen! Ich hoffe, ihr schafft es bald zueinanderzufinden", hoffte Heidrun.
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Mädchenalarm auf der Klippe
Fiksi PenggemarEs ist gerade eine ruhige Zeit für die Drachenreiter, doch das soll sich ändern! Dieses Buch enthält 2 voneinander unabhängige Geschichten, die jeweils ein neues Mädchen beinhalten, welches auf verschiedene Arten ein Problem für Hicks birgt. 1. Miss...
