Konkurrenzkampf leicht gemacht (1)

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Gerade eben hatten die Drachenreiter erfolgreich einen Angriff von Viggos Drachenjägern abgewehrt und begutachteten nun den Schaden auf ihrer Basis. Sie stellten fest, dass kaum etwas beschädigt wurde, bis auf die Hütte der Zwillinge. Diese war zweifelsohne unbewohnbar und das für längere Zeit. „Es ist ein Wunder, dass sie noch nicht eingestürzt ist", meinte Fischbein beim Betrachten. „Also ihr müsst definitiv woanders untergebracht werden", sagte Heidrun. „Heidrun hat recht! Ihr betretet die Hütte nur, um eure wichtigsten und ich meine wichtigsten Sachen zu holen, verstanden?", mahnte Hicks, worauf die Zwillinge verstehend nickten. Nachdem Raff und Taff die ihrer Meinung nach lebensnotwendigen Gegenstände aus ihrem einsturzgefährdeten Haus gerettet hatten, trafen sie sich mit den anderen Reitern im Clubhaus. „Wir haben unsere Sachen ... Aber wo sollen wir jetzt schlafen?", fragte Raff. „Ähm ... Rotzbakke ... Du ziehst zu Fischbein und ihr könnt in seine Hütte", ordnete Hicks an. Die Zwillinge waren einverstanden und begannen mit dem Umzug, doch der Jorgenson Junge nicht: „Warte, warte! Warum muss ich zu Fischgesicht und warum bekommen die Zwillinge meine Hütte? Du könntest doch auch zu Fischnase ziehen und ihnen deine Hütte zur Verfügung stellen!" - „In meiner Hütte sind meine ganzen Erfindungen! Ich halte es für eine schlechte Idee Raff und Taff in die Nähe davon zu lassen", 'Genauso wenig wie dich' wehrte ihr Anführer auch in Gedanken ab. „Ach, du übertreibst! Was soll den schon passieren?", motzte der Schwarzhaarige. „Sie könnten meine Erfindungen kaputt machen oder meine Hütte oder sie verletzen sich selbst oder andere", ging der Nachtschattenreiter die möglichen Szenarien knapp durch. „Und wieso muss ich zu Fischgesicht? Er könnte doch auch zu mir ziehen und seine Hütte hergeben", ließ der Besitzer des Alptraums nicht locker. „Bei Fischbein sind alle Drachenaufzeichnungen untergebracht. Es wäre zu gefährlich diese zwei Brandstifter dort wohnen zu lassen. Außerdem vertraue ich dir, dass du sie nicht zerstörst", 'Jedenfalls solange Fischbein in der Nähe ist', fügte Hicks noch in Gedanken hinzu. Diese Worte und das darin enthaltene Vertrauen, das Hicks ihm scheinbar entgegenbrachte, ließ Rotzbakke zustimmen, dass er seine Hütte aufgab: „Ich werde dich nicht enttäuschen!". Also räumte nun auch Rotzbakke seine Behausung aus und machte damit Platz für die Zwillinge.

Am Abend trafen sie sich zum gemeinsamen Essen im Clubhaus. „Wir müssen morgen vor Sonnenaufgang noch einen Kontrollflug machen, um sicher zu gehen, dass die Drachenjäger sich wirklich vollständig zurückgezogen haben. Sonst können wir nicht wie geplant nach Berk, um unsere Familien zu besuchen", kündigte der Anführer an. Den Besuch auf ihrer Heimatinsel hatte er ihnen schon vor Wochen versprochen, doch immer war etwas dazwischengekommen. Jetzt dachte er sei eine gute Gelegenheit dafür, da Viggo sich erst neu ordnen musste und neue Schiffe brauchte, bevor er angreifen konnte. Außerdem wäre damit das Wohnungsproblem etwas aufgeschoben. „Müssen wir wirklich alle auf diese Patrouille?", wollte Taffnuss genervt wissen. „Ja! Es reicht doch, wenn zwei Leute das übernehmen, so wie sonst auch", meinte Raffnuss. „Na schön, will jemand freiwillig?", gab Hicks nach. Natürlich meldete sich niemand freiwillig zum frühen aus dem Bett aufstehen, um im Halbschlaf um die Insel zu fliegen. Also musste Hicks diese Entscheidung treffen. „Dann machen das Astrid und ich ... Ist das für dich in Ordnung?", wendete er sich an die Blondine. „Ja, klar! Ich gehe dann aber jetzt schon mal ins Bett, damit ich morgen ausgeschlafen bin", verabschiedete sie sich mit einem Lächeln im Gesicht, da sie sich auf ihre Verabredung freute. Auch Hicks verließ kurze Zeit später seine Freunde, um das Selbe zu tun.

Noch vor Sonnenaufgang klopfte Hicks an Astrids Tür. „Schhh! Nicht so laut! Heidrun schläft noch", meinte Astrid, als sie aus ihrer Hütte trat. Da die Drachenreiter noch keine Zeit gefunden hatten, Heidrun ihre eigene Hütte zu bauen, schlief diese immer noch bei ihrer besten Freundin Astrid. Die Sonne begann aufzugehen, da hatten Hicks und Astrid schon fast die ganze Insel umrundet. „Sieht so aus als wären wir fertig! Weit und breit kein Zeichen von Drachenjägern. Wollen wir zur Klippe zurück?", fragte Astrid, doch da sahen sie ein Schiff auf dem Wasser treiben. „Sieh nur, ein Schiff! Wir sollten uns das aus der Nähe ansehen!", beschloss der Junge. Vorsichtig landeten sie auf dem halb verbrannten Schiff. „Scheint als wäre es verlassen", sagte das Mädchen, da das Deck leer war. „Wir sollten unter Deck nachsehen! Aber bleib hinter mir!", forderte Hicks beschützerisch. „Hicks, ich brauche keinen der auf mich aufpasst, das kann ich selber!", murrte sie. „Das weiß ich doch! Ich könnte es mir nur nicht verzeihen, wenn dir nochmal etwas ähnliches wie das mit dem 'Leiden Odin' zustoßen würde", erklärte Hicks seine Bitte. „Schön! Wenn es dich beruhigt, dann bleibe ich hinter dir", gab Astrid gerührt nach. Sie fand es furchtbar süß von Hicks, dass er sich Sorgen um sie machte. Auch sie sorgte sich um ihn, da sie mehr als nur Freundschaft für ihn empfand, auch wenn sie es sich selbst nicht ganz eingestand, so wusste sie es doch im Herzen. Gemeinsam - Hicks zuerst - gingen sie durch die schmale Luke, die für Drachen zu klein war nach unten und sahen sich um. Dies war offensichtlich kein Gefängnis für Drachen. „Das Boot ist verlassen, lass uns verschwinden", meinte Astrid beim Anblick der offenen Zellen. Gerade wollten sie die Leiter nach oben steigen, als sie ein Geräusch hörten.

Hicks blieb stehen und lauschte, bevor er zu einem Schluss kam: „Das klingt so als würde jemand weinen". Sofort suchten die Drachenreiter nach dem Ursprung der Schluchtzer und wurden fündig. In der hintersten Zelle saß ein gleichaltriges Mädchen. Es hatte dunkelbraune Haare und verweinte braune Augen, ihre Anziehsachen waren zwar etwas schmutzig, aber sonst noch in Ordnung. Sie trug ein blau-lila Top und einen schwarzen Nietenrock, ihre Stiefel waren schwarz und sie trug ihre Haare in einem einfachen Zopf. „Bitte tut mir nichts", bettelte sie verängstigt und hielt schützend ihre Hände vor's Gesicht. „Wir wollen dir nichts tun! Wir wollen dir helfen", sagte Hicks in beruhigendem, einfühlsamen Ton. Er hielt die Fackel, die er in der Hand hielt näher an sein Gesicht, damit auch die ehemalige Gefangene sehen konnte mit wem sie es zu tun hatte und sich nicht mehr fürchtete. Ihr gefiel der Anblick von diesem gutaussehenden, jungen Mann so sehr, dass sie etwas vermutete: „Oh, nein! Bin ich in Valhalla? ... Bist ... Bist du ein Gott?" - „Nein, du bist nicht tot! Und ich bin auch kein Gott", lachte Hicks, amüsiert von dieser Annahme. Astrid hingegen fand es gar nicht lustig, dass Hicks dem Mädchen so gut gefiel, dass es ihn für einen Gott hielt und brummte mürrisch: „Wir sollten gehen, kommst du, Hicks?" - „Wohow, Astrid, warte! Wir können sie doch nicht hier lassen!", rief Hicks ihr empört nach. „Warum nicht? Ihr geht es doch gut", sagte diese eingeschnappt, schon halb auf der Leiter stehend. Doch Hicks blickte sie nur böse an, was sie zwar kaum sehen, aber klar spüren konnte. Trotzdem fiel es ihr nicht im Traum ein noch einmal zurück zu dieser Schwärmerin zu gehen.

Hicks hingegen wendete sich dieser bald darauf zu, da Astrid offenbar nicht gadachte nachzugeben. „Keine Sorge, wir helfen dir! Trink erst mal", er reichte ihr ein mit Wasser gefülltes Gefäß, welches er mit sich führte. „Danke! Darf ich erfahren, wie mein Retter heißt?", fragte sie nachdem sie getrunken hatte. „Oh ... Ähm ... Hicks", stotterte er, da es ihm peinlich war 'Retter' genannt zu werden. Astrid, die das von der Leiter aus gehört hatte, schaltete sich jetzt auch besserwisserisch ein: „Ja, genau! Hicks der Hüne der III Haddock! Das ist sein Name und meiner ist Astrid Hofferson" - „Wow! Das ist aber ein toller Name! Du scheinst was Besonderes zu sein", die Fremde ignorierte Astrid vollkommen und konzentrierte sich stattdessen ganz auf den gutaussehenden Jungen. „Er ist ja auch der Sohn des Oberhauptes von Berk und sein Nachfolger, nicht zu vergessen der Anführer der Drachenreiter", Astrid wollte dem Mädchen klar machen, dass Hicks viel zu gut für sie war. Doch das sah diese wohl anders: „Unglaublich! Du scheinst richtig toll zu sein! Aber Drachenreiter?" - „Er hat als erster Wikinger einen Drachen - genauer gesagt einen Nachtschatten - gezähmt und ICH war die Erste, der er sein Geheimnis anvertraut hat!", sagte die Blonde stolz. „Astrid, was soll denn das? So verhältst du dich doch sonst nie!", Hicks verstand ihr Verhalten nicht. Jetzt war Astrid eingeschnappt, weil diese Fremde gefallen an ihrem Hicks gefunden hatte und er sie auch noch verteidigte. Das konnte doch wohl nicht wahr sein!

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt