Konkurrenzkampf leicht gemacht (4)

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Wenig später gingen sie zurück zu den Anderen, doch als sie in den Raum traten, verflog Astrids gute Laune, da Laina sich den Platz neben Hicks geschnappt hatte, welcher eigentlich ihrer war. „Das ist mein Platz!", baute sich Astrid vor der Braunhaarigen auf. Sie saß schon immer neben Hicks und das wusste jeder. Nie hätte jemand es gewagt, Astrid ihren Platz streitig zu machen und nun kam diese Fremde. „Ach ja? Ich dachte, dass man da sitzen kann, wo man will. Das haben auch die Zwei dort gesagt", gelassen zeigte Laina auf Raffnuss und Taffnuss. „Wir haben ja auch keine Sitzordnung", sagte Taff wahrheitsgemäß. „Aber niemand setzt sich auf Astrids Platz", meinte Raff, eingeschüchtert durch Astrids Blick. „Jetzt ist es nicht mehr Astrids Platz", provozierte Laina gelassen. Astrid griff hinter ihren Rücken zu ihrer Axt, doch Heidrun reagierte schnell und ergriff mit einer Hand die Schulter ihrer Freundin und mit der Anderen den Arm mit der diese die Axt anfasste. Mit einer Art Fauchen gab die Blondine nach und ließ sich von ihrer Freundin zu dem Platz neben Heidruns ziehen und setzte sich. Als Hicks, der die Drachen im Stall gefüttert hatte, das Clubhaus betrat, blieb er kurz verwundert stehen, da Laina auf dem Platz neben ihm saß. Er suchte nach Astrid, die er direkt gegenüber von seinem Platz fand. Schließlich fasste er sich wieder und setzte sich, wobei er jedoch Augenkontakt mit ihr hielt. Dies machte der Blondine den neuen Sitzplatz etwas erträglicher. Laina jedoch machte es wütend, dass er nur Augen für ihre Konkurrentin hatte und drängte sich jetzt in den Vordergrund, indem sie über den halben Tisch nach dem Brot griff und es Hicks reichte: „Hier! ... Wann üben wir eigentlich heute? Gleich nach dem Frühstück?". Astrid schnaubte vor Wut und schaute dann traurig auf den Fußboden. „Also eigentlich trainierst du heute mit Heidrun und Windfang! Ich und Astrid wollten noch einige Vorbereitungen für unsere Reise treffen", wies Hicks sie ab. Mit strahlenden Augen schaute Astrid auf und blinzelte verwundert.

Obwohl Laina versucht hatte Hicks umzustimmen, war er hart geblieben und flog später mit Astrid an den Strand, wo sie sich immer miteinander verabredet hatten und den sonst keiner kannte. „Ich wusste gar nicht, dass wir etwas vorbereiten wollten", meinte Astrid nach der Landung. „Wollten wir auch nicht! Ich dachte nur, dass uns etwas Ruhe und Entspannung gut tun könnte. Mir ist aufgefallen, dass du etwas angespannt bist, seitdem wir Laina gefunden haben! Also was möchtest du machen?", fragte Hicks einfühlsam. Astrid schmolz geradewegs dahin, bei dem Gedanken, dass er sich um ihr Wohl sorgte. „Das ist nett von dir! Und von wem brauchst du eine Pause? Ich dachte, du magst das Flugtraining mit Laina?", wollte die Wikingerin prüfend wissen. „Jaaaa ... Najaaa ... Ich mag Laina, sie ist nett (Astrid biss sich wütend auf ihre Unterlippe), aber sie ist mir etwas zu aufdringlich", erklärte Hicks. Diese Antwort machte sie neugierig: „Was meinst du denn genau mit 'aufdringlich'?" - „Naja ... Generell! Zum Beispiel das heute mit dem Sitzplatz (da wurde sie hellhörig), ich habe ihr, als sie - kurz bevor ich zu den Drachen bin - gekommen ist, gesagt, dass du immer neben mir sitzt und sie sich aber sonst frei aussuchen könnte, wo sie sitzen will ...", erzählte Hicks. „Du ... Du hast ihr gesagt, dass das mein Platz ist?", unterbrach Astrid ihn geschmeichelt. „Ja, klar! Es ist doch auch dein Platz", sagte er gelassen. „Ja, genau neben dir! Da gehöre ich nämlich hin", murmelte die Blondine leise, sodass es Hicks nicht hören konnte.

Den ganzen Tag genossen sie es gemeinsam mit ihren Drachen in der Gegend umher zu fliegen. Danach setzten sie sich nebeneinander an den Strand und beobachteten den Sonnenuntergang. Heidrun und Laina hatten das Training bereits etwas früher beendet und Laina war auf die Suche nach Hicks gegangen, um ihm zu helfen. Oder besser gesagt, um sich gegen Astrid auszutauschen. Schließlich fand sie ihn auch, wie er mit Astrid am Strand saß. Jedoch ging sie nicht hin, da sich in ihrem Kopf schon ein anderer Plan formte. Unbemerkt schlich sie zurück zum Clubhaus und setzte sich erneut auf Astrids Stammplatz. Als diese mit Hicks eintraf, stöhnte Astrid genervt, holte sich einen Teller mit Essen aus der Küche und setzte sich ohne ein weiteres Wort auf den freien Stuhl gegenüber von ihrem Ursprungsplatz. Zu ihrer Verwunderung setzte sich Hicks, der kurz nach ihr aus der Küche kam, neben sie. Zuerst hatte sie gedacht, dass es Heidrun wäre, doch dann hatte sie bemerkt, dass diese sich auf Hicks Platz gesetzt hatte. Also drehte sich Astrid zur Seite und schaute direkt in Hicks strahlende, grüne Augen, die sie so sehr liebte. Das Abendessen verlief diesmal schon um einiges harmonischer, was verwunderlich war, da Laina keinen Flirtversuch unternahm. Am nächsten Morgen konnten sich Hicks und Astrid sogar auf ihren normalen Platz setzen, Laina jedoch nahm auf Hicks anderer Seite platz und flirtete erneut mit ihm. Diesmal konnte er sich nicht um das Training drücken und verteilte schnell noch Aufgaben, bevor er mit der Braunhaarigen, die sich immer noch an ihn klammerte, sobald sie auf Ohnezahn saß, abhob.

Am Abend herrschte im Clubhaus eine ausgelassene Stimmung und Hicks hatte Astrid versprochen, dass sie später noch etwas zusammen machen würden, sobald er von seinem Patrouillenflug zurück war. Astrid wollte mit Hicks eine Runde Keule und Klaue spielen und wartete in seiner Hütte auf die Rückkehr ihres besten Freundes, doch dieser erschien nicht. Schließlich legte sie sich schlafen, wachte aber mitten in der Nacht auf, da sich die Tür geöffnet hatte. Tatsächlich war es Hicks, der überaus spät zurückgekommen war, weshalb sie so tat als würde sie schlafen. Hicks hatte noch nie eine Verabredung vergessen und deswegen war sie sauer auf ihn. Am nächsten Morgen schlief der braunhaarige Drachenreiter etwas länger, was es Astrid erlaubte ohne ein weiteres Wort das Haus zu verlassen, um ins Clubhaus zu gehen.

Wütend grübelte sie im Clubhaus:'Wie kann er nur? Erst lässt er mich in seiner Hütte wohnen und macht mir ein Kompliment für mein Aussehen, dann nimmt er sich einen ganzen Tag für mich Zeit, weil er sich um mich sorgt, aber jetzt vergisst er einfach unsere Verabredung! Das passt nicht zusammen! Er war bisher immer zuverlässig! Und er hatte mir doch versprochen sich zu beeilen! Also mitten in der Nacht zu erscheinen hört sich für mich nicht gerade nach Beeilung an! Was hat er nur so lange gemacht? Ich hoffe er hat eine gute Erklärung dafür!'

Sie war so in ihre Gedanken versunken, dass sie beinnahe Laina übersehen hätte. „Guten Morgen, Astrid", begrüßte diese sie. „Morgen Laina", erwiederte sie genervt. „Was für ein herrlicher Tag, meinst du nicht auch?", schwärmte die Braunhaarige. „Wieso? Es regnet doch", stellte Astrid die Wetterlage klar. „Das meine ich nicht! Ich rede von gestern Abend mit Hicks", erklärte diese. „Was war denn gestern Abend mit Hicks?", wollte Astrid alarmiert wissen. „Es tut mir leid, dass er eure Verabredung verpasst hat, ich habe ihn wohl zu lange aufgehalten. Auch wenn man nicht sagen kann, dass er unbedingt gehen wollte", sagte sie böse grinsend. „Was meinst du?", langsam wurde die blonde Wikingerin nervös. „Wir haben uns an einem kleinen versteckten Strand getroffen und das Meer beobachtet. Er hat sogar extra für mich seinen Patrouillenflug ausfallen lassen", meinte Laina. „Was? Hicks würde nie so unverantwortlich handeln", wehrte Astrid ab. „Ja, ist das nicht romantisch? Was er nicht alles für seine feste Freundin macht!", schwärmte sie. „Feste Freundin?", rief die Besitzerin des Nadders empört. „Klar, immerhin hat er mich gestern geküsst", berichtete sie stolz. „Was? Nein! Das kann nicht sein!", schrie Astrid geschockt. „Doch! Wir sind jetzt ein Paar", verkündete Laina und ging beschwingt in die Küche.

Mädchenalarm auf der KlippeGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt